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Unzählige schwere Waffen"Wie für einen Krieg": Ermittlungserfolg gegen Neonazis

Laut Nehammer war das Kriegsgerät für die rechtsextreme Szene in Deutschland bestimmt, "um eine rechtsradikale Miliz" aufzubauen.

Ein Teil der sichergestellten Schusswaffen
Ein Teil der sichergestellten Schusswaffen © APA/Georg Hochmuth
 

Automatische Waffen, Sprengstoff und Handgranaten für den möglichen Aufbau einer "rechtsextremen Miliz" in Deutschland wurden in den vergangenen Tagen bei Hausdurchsuchungen in der österreichischen Neonazi-Szene sichergestellt. Das gab Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Samstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Fünf Festnahmen waren die Folge, hauptverdächtig ist ein 53-jähriger Österreicher, amtsbekannt und vorbestraft, der mit Mittätern den Handel aufgezogen haben soll.

Vorangegangen waren dem Schlag gegen die rechte Szene jedoch Ermittlungen im Bereich der Suchtmittelkriminalität durch das Wiener Landeskriminalamt (LKA). Gefunden wurde dann "ein Netzwerk, das Verbindungen zwischen dem rechtsextremen Bereich und der organisierten Kriminalität zeigt", sagte Nehammer, wobei das rechtsextreme Netzwerk vor allem in Deutschland aktiv war. Die Landeskriminalämter in Bayern und Nordrhein-Westfalen waren daher ebenfalls involviert, führte der Innenminister aus. Aus informierten Kreisen hieß es gegenüber der APA, dass ein Zusammenspiel von österreichischen Rechtsextremen und deutschen Biker-Gruppierungen ein Hintergrund sei. Pikanterweise soll der österreichische Hauptverdächtige bereits eine Haftstrafe absitzen - und die Waffengeschäfte während seiner Freigänge organisiert haben.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl
Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl Foto © (c) APA/GEORG HOCHMUTH

Michael Mimra, stellvertretender LKA-Leiter nannte den Oktober 2020 als Beginn der Amtshandlungen: Gewerbsmäßiger Suchtmittelhandel im Rahmen der Organisierten Kriminalität führten zum 53-jährigen Hauptverdächtigen, der den Waffenhandel "im großen Stil" angegangen haben soll. Am vergangenen Mittwoch kam es zu ersten von insgesamt fünf Hausdurchsuchungen in Österreich: 25 halb- und vollautomatische Waffen wurden sichergestellt: Mit den Erlösen aus den Drogen wurden Maschinenpistolen der Marke "Uzi, AK47, Skorpion-MP und Sturmgewehre und dazu Munition", erläuterte Mimra. Die geahnte große Dimension bestätigte sich dann am Donnerstag, als ein Container mit weiteren Waffen, Munition und Sprengstoff und weitere Objekte sichergestellt wurden - gestern, Freitag, wurden dann in einer Lagerhalle in Niederösterreich über 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen gefunden.

In Deutschland kam es "parallel dazu zu zwei Festnahmen und der Sicherstellung einer großen Menge an Suchtmitteln im Kilogrammbereich", führte Mimra aus. Der Ursprung der Waffen, insgesamt 76 automatische bzw. halb-automatische Waffen, 14 Faustfeuerwaffen und der Munition - zum Teil bereits verpackt für den Transport -, ist jetzt Teil der weiteren Ermittlungen. Sichergestellt wurden unter anderem auch Sprengstoffe wie TNT oder Hexogen-Sprengstoff, Bargeld und eine umfangreiche Sammlung an Wehrmachtsgegenständen, Waffenstützen und Gewehrscheinwerfer. Jeder Gegenstand müsse jetzt kriminaltechnisch untersucht werden, etwa ob Waffen bereits bei anderen Delikten verwendet worden sind. "Die Ermittlungen haben erst betonnen", sagte Mimra.

Konkrete Namen oder Fundorte wurden keine genannt, jedoch sind laut Nehammer "Namen aus der Neonazi-Szene, die leider auch in Österreich schon länger bekannt sind" unter den Verdächtigen - einer machte demnach auch jene Aussagen, die in Richtung des geplanten Aufbaus einer rechten Miliz gingen. Was die Drogen betrifft, so nannte Mimra Amphetamine, Kokain, aber auch Marihuana und geringe Mengen Heroin. Nehammer ergänzte, dass aus der islamistischen Terrorszene bekannt sei, dass sich diese über Drogenhandel finanziert: "Diesem Modell des Schreckens folgt offensichtlich auch der rechtsextreme Terror."

Angesichts der Dimension dessen, was beschlagnahmt wurde, stellte Nehammer fest, dass nach wie vor zu viele Waffen im Umlauf sind - es müssten hier zusätzliche Maßnahmen getroffen werden. Zudem gebe es eine enge Vernetzung der Neonazi-Szene mit neueren Gruppierungen wie den Reichsbürgern - vonseiten der Behörden sei eine Verzahnung zwischen polizeilichen Ermittlungen und Nachrichtendienst nötig, die man auch bei der Reform des Bundesamts für Verfassungsschutz (BVT) berücksichtigen werde.

Die Sprecherin der Grünen gegen Rechtsextremismus, Olga Voglauer, stellte in Zusammenhang mit dieser Causa fest, dass man den "Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus" dringend brauche, "um systematisch gegen rechtsextreme und neonationalsozialistische Netzwerke vorgehen zu können". Der ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer sprach indes von einem "Ermittlungserfolg, der "die unglaubliche Dimension dieser noch am Beginn stehenden Ermittlungen deutlich" zeige.

Kommentare (44)
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hk1976
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Ja perfekt!!

Wahrscheinlich die meisten Arbeitslos!
Die haben Zeit für diesen Mist 😫

Gratulation denn Ermittlern👊

petrbaur
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naja arbeitslos kann man nicht sagen..

auch wenn die arbeit illegal ist geht er einer beschäftigung nach

future4you
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Erschreckend

wieviel noch immer mit einem System sympathisieren, die das schrecklichste Leid über die Menschheitsgeschichte brachte. Alleine viele Kommentare auf diesen Artikel zeigen eine Haltung die zutiefst abzulehnen ist! Gewalt hat nämlich noch nie ein Problem gelöst!

tannenbaum
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Ob

diese Bande unter Kickl auch aufgeflogen wären? Ich glaub’s nicht!

AloisSteindl
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Aufgefallen wären sie wohl

Durch eine steile Karriere im Ministerium.

Hapi67
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Bravo

Hoffe es wird hier mal richtig aufgeräumt bei den Rechten-beinahe täglich negative Schlagzeilen wie Übergriffe auf Fremde und nichts passiert-auch die Exekutive und Justiz muss dazu anscheinend schweigen.
Man hat fast den Eindruck, dass das von gewissen politischen Kreisen stillschweigend geduldet und akzeptiert wird.
Man stelle sich im Vergleich dazu nur die künstliche Aufregung und Panikmache vor, wenn von linker Seite oder von Migranten ein Fehltritt verursacht würde.
Die wahre Gefahr in unserem Land ging und geht von diesen Personen aus.

VH7F
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Gratulation an die Polizei

mir taugts.

Ragnar Lodbrok
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Wenn man sich die Debatten im

Nationalrat anhört , hat man das Gefühl manche Rotzbuam gehn mit der Hakenkreuzfahne schlafen und stehn mit dem Horst Wessl Lied auf....

tomtitan
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Vielleicht reicht es ja diesmal um diesen "bekanntesten Neonaxi Österreichs"

für lange Zeit hinter Gitter zu bringen!

gehtso
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eigentlich

hatte man geglaubt, nach Kickl kann's nicht mehr schlimmer werden ..............

FRED4712
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dir gehts

schon noch gut???...habe aber zweifel

Carlo62
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Wäre schön,

wenn die Zusammenfassung am Beginn des Artikels in einer lesbaren, am besten deutschen, Sprache geschrieben würde!

AloisSteindl
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Vielleicht kann man helfen

Wenn Sie uns verraten, wo Sie gescheitert sind, klnnten wir ja in vereinfachter Sprache weiterhelfen.

a4711
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Pressegeil

alles bewusst um vom eigenen Versagen ( Attentat ) abzulenken !!

FRED4712
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echt schade,

dass du nicht der innenminister bist...dann gäbe es null gauner in österreich...was sag ich Ö....europa

SoundofThunder
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🤔

Ziemlich Pressegeil , die Minister. Die sollen ihre Arbeit tun und sonst nichts. Seit Kickl rennt jeder Minister jeder Kamera hinterher um sich als Obermacker zu präsentieren. Dagegen ist der Lugner geradezu Kamerascheu!

alfred218
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der einzige der PRessegeil ist...

.... sind Sie mit ihren beschränken Möglichkeiten mit einem Kommentar!
Es spricht aus Ohnen mehr Neid als sonst Irgendwas, die Information der Öffentlochkeit ist unter Anderem die Aufgabe eines Ministers!

smtraxx
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wtf....

... ist mit Ihnen los? Der Typ hat 100.000 Schuss Munition und Maschinengewehre. Und alles, was Ihnen zu diesen Artikel einfällt, ist die Medienpräsenz von unserem Innenminister?

Civium
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Besser der Kamera, als

Rössern die davon galoppieren!

Kommentare 26-44 von 44