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Rektoren stellen klarUnsere Unis trotzen Corona-Krise

Sommersemester gleicht Delle in Studierenden-Statistik aus.

Universitäten (hier TU Graz) stellen die Zahlen klar © Juergen Fuchs
 

Die Zahlen bei den erstgewählten Studien an Österreichs Universitäten sind im letzten Studienjahr nicht so stark gesunken, wie es in der Statistik des Ministeriums aufscheint (wir berichteten). Denn dort fehlten noch die Werte des Sommersemesters.

So weist etwa die Universität Klagenfurt sogar ein Plus gegenüber den Zahlen von 2015/16 auf. „Nach einigen Jahren mit etwas schwächeren Studienzahlen konnte die Uni Klagenfurt wieder einen starken Anstieg verzeichnen – trotz Covid“, betont Rektor Oliver Vitouch. Auch Rektor Harald Kainz (TU Graz) sieht zuletzt gleichbleibende Zahlen mit 2015, nachdem es eine Spitze in den Jahren 2014 bis 2016 gab. Die Universität Graz kommt bei den Studienzahlen zwar auf ein Minus von 21,8 Prozent, die Zahl der Studienanfänger ist aber nur um 8,9 Prozent seit 2015/16 gesunken, betont Uni-Rektor Martin Polaschek. Verantwortlich sind die demografischen Entwicklungen, der Ausbau der Fachhochschulen, die gute Arbeitsmarktlage und neue Zugangsbeschränkungen. Auch an der Montanuni Leoben verzeichnet man seit 2015/16 – einem wegen Stipendien besonderen Jahr – zu 2019/20 einen Rückgang von nur 16 Prozent

Kommentare (4)

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zweigerl
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"Die gute Arbeitsmarktlage"

Allein dass der Uni-Rektor "die gute Arbeitsmarktlage" als Faktor für den Rückgang der Studierendenzahlen nennt, beweist, dass hinter diesen Selbstschutz-Statements ein Antwortcomputer und kein analysierender Mensch steckt. Wir sagen halt immer das Gleiche, statt auf die Alarmglocken zu hören.

SouthernComfort
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Rückblick und Ausblick

Die "gute Arbeitsmarktlage" bezieht sich, im Rückblick, auf die Inskriptionsentscheidungen der letzten Jahre. Die Corona-Krise ist da noch nicht eingepreist.

Bessere Arbeitsmarktlage: Mehr Leute gehen direkt nach der Matura in den Job, weniger Inskriptionen zB in der BWL und in Jus.

Schlechtere Arbeitsmarktlage: Weniger finden sofort einen (gut bezahlten) Job, mehr setzen auf Investition in ein Studium - was (sehr) gut gehen kann, aber nicht muss.

Im volkswirtschaftlichen Durchschnitt betrachtet lohnt sich die Investition in ein Studium jedenfalls sehr (Lebenseinkommen und Steueraufkommen).

Corona lässt also mittelfristig einen Anstieg der Inskriptionszahlen erwarten (zumindest, sobald man die Unis wieder uneingeschränkt betreten kann).

zweigerl
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Keine Maschine

Somit wäre das geklärt. Bleibt die bedenkliche Optik, ein Uni-Studium faute de mieux zu absolvieren.

SouthernComfort
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Mechanical Turk (:

Durchaus richtig ("faute de mieux"). Aber die Wahl zwischen "ein bisschen Geld gleich" oder "vielleicht mehr Geld später" ist ja ein Klassiker.

Bei adäquaten Aufnahmeverfahren und Kapazitätszahlen stellt sich das Problem nicht.