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Hirtenwort zum PfingstfestCorona und Neustart: Bichöfe nehmen Stellung

Die österreichischen Oberhirten plädieren für eine nüchterne Reflexion des Vergangenen sowie für ein starkes konstruktives Miteinander.

Wiens Erzbischof Christoph Schönborn ist Vorsitzender der Österreichischen Bischofskommission
Wiens Erzbischof Christoph Schönborn ist Vorsitzender der Österreichischen Bischofskommission © APA
 

Für eine „geistvoll erneuerte Normalität“ sprechen sich die österreichischen Bischöfe in einem Hirtenwort aus, veröffentlicht aus Anlass des heutigen Pfingstfestes und des fünften Jahrestages der Umweltenzyklika „Laudato si’“. „Jetzt stehen wir in der Krisenbewältigung an einer Schwelle. Das öffentliche Leben wird schrittweise normalisiert. In dieser Phase der Neuausrichtung feiern wir das Fest des Heiligen Geistes“, so die Oberhirten. Zuletzt sei sein belebender Atem im Zusammenhalt von Politik und Gesellschaft zu spüren gewesen, die Einschränkungen seien von der Bevölkerung mitgetragen worden. Nun jedoch mehrten sich kritische Stimmen, die die Verhältnismäßigkeit infrage stellten. „Auf dieser heiklen Wegstrecke der weiteren Krisenbewältigung plädieren wir für eine nüchterne Reflexion des Vergangenen sowie für ein starkes konstruktives Miteinander. Ja, dafür brauchen wir einen neuen Geist! Ja, dafür brauchen wir einen neuen Geist! Das pfingstliche Ur-Wunder von Verständigung und Aufbruch ist heute möglich – und nötig", heißt es im Hirtenbrief.

Pfingsten ist auch das Geburtsfest der Kirche. Papst Franziskus fordere alle Gläubigen auf, über die eigenen Grenzen hinauszugehen, um mit denen zu sein, die heute physisch, psychisch, sozial und geistlich verwundet sind. "Der Heilige Geist ist für diese Weltzuwendung der wichtigste Herzschrittmacher. Er schenkt uns alles, was wir zum Leben und zur Krisenbewältigung brauchen. Die folgenden sieben Geistesgaben, die wir als Leitmotiv für unser Hirtenwort gewählt haben, empfinden wir als Einladung, Auftrag und Befähigung, eine „erneuerte Normalität“ aktiv mitzugestalten. Dankbar nehmen wir wahr, dass diese Gaben und Talente schon in vielen Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche Großartiges bewirkt haben", formulieren die Bischöfe.

Dankbarkeit und Verbundenheit


Neue Lebensqualität mit dem Geist von Dankbarkeit und Demut
Dankbarkeit gebe ein Gespür für das rechte Maß und befähigt zum Staunen. Viele Menschen haben verlässlich ihren Dienst getan und damit zur vielfältigen Versorgung im Land beigetragen. Nichts ist selbstverständlich! Wie verletzlich unser persönliches Leben und unsere Gesellschaft ist, hat uns doch die Krise deutlich vor Augen geführt. Uns wurde in der entbehrungsreichen Phase bewusst, wie sehr wir aufeinander verwiesen sind. Der wachsende Geist der Dankbarkeit und Demut kann einen neuen Lebensstil prägen. "Daher laden wir alle zu einer 'Spiritualität der Dankbarkeit' ein. Unser Leben ist doch immer ein überraschendes Geschenk, eine freie Gabe Gottes – von seinem natürlichen Anfang bis zu seinem natürlichen Ende. Wer zu danken beginnt, befreit sich und andere aus dem Teufelskreis von Neid und Gier."
Trotz des physischen Abstand-Haltens gab es in den letzten Wochen viele Initiativen einer berührenden sozialen Verbundenheit. Diese wertvolle Erfahrung dürfen wir nicht verlieren. "Anlässlich der 25-jährigen Mitgliedschaft in der Europäischen Union plädieren wir auch für eine erneuerte, über nationale Grenzen hinausgehende Verbundenheit in diesem einzigartigen Zivilisations- und Friedensprojekt."

Papst Franziskus habe mit seiner ökosozialen Programmschrift „Laudato si“ eindringlich für eine nachhaltige Lebensweise geworben. Der Geist der Achtsamkeit drängt zu einem kritischen Blick auf das eigene Verhalten und zu zukunftsweisenden politischen Weichenstellungen. Ohne Umkehr gibt es keine geistvoll „erneuerte Normalität“. Wir können gemeinsam mit Achtsamkeit und Entschlossenheit eine finale Erschöpfung unseres Planeten Erde verhindern. Deswegen ist es wichtig, das Verhältnis von lokaler Erwirtschaftung und internationaler Kooperation neu zu gewichten. Ein bloßes "Ankurbeln des Konsums darf uns nicht mehr genügen. Es treibt uns sonst wieder in jenes unersättliche Immer-Mehr, das uns selbst und die Natur krank gemacht hat".

Sonntag nicht wirtschaftlichem Profit opfern


„Mit Gott geht das Leben nie zugrunde!“ erinnerte der Papst am menschenleeren Petersplatz kurz vor Ostern. Christlicher Glaube wischt die Probleme nicht einfach weg. "Er ist vielmehr eine Trotzdem-Kraft, die es zur Bewältigung krisenhafter Situationen braucht. Das Herzstück dieses Glaubens ist eine lebendige Beziehung zu Gott, getragen von einem Geist des Vertrauens", heißt es im Hirtenwort. Ohne Vertrauen gehe der Mensch schlichtweg zugrunde, hineingezogen in den Strudel bedrängender Ängste und negativer Prognosen. Auch eine Kultur des Sonntags gehört dazu, die wir nicht einem wirtschaftlichen Profit opfern dürften. Gerade angesichts aller gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen braucht die menschliche Seele ihre Nahrung. Das geschieht durch einen herzhaft gelebten Glauben, durch Kultur und vieles mehr.


"Wir vertrauen darauf, dass uns mit Hilfe des Heiligen Geistes eine „geistvoll erneuerte Normalität“ gelingen wird – sie beginnt an vielen Lern-, Denk- und auch Gebetsorten, wo eine pfingstliche Liebe jetzt schon spürbar ist. Gerne erbitten wir für alle Menschen unseres Landes Gottes Geist und seinen Leben schenkenden Segen!"

 

 

Kommentare (5)

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Mezgolits
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Dankbarkeit und Verbundenheit

Ich meine: Wo ist in der römisch-katholischen
Glaubensgemeinschaft, die Dankbarkeit,
gegenüber allen Frauen, die fleißig arbeiten,
spenden, zahlen und vererben - aber keine
Priesterin, Bischofin, Kardinalin, Papstin und
Ehefrau werden dürfen und wo ist der Respekt:
Dass die Verfügungsgewalt eines Menschen -
einem anderen Menschen - NICHT zusteht und
ich wünsche noch frohe Pfingsten. Erfinder M.

hermannsteinacher
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Spiritus sanctus

luceat pseudoinventorem!

GordonKelz
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Eventuell einen neuen " GEIST "...

...aber sicher nicht diese Kirche!
Ihr habt schon hunderte Mal die Chance gehabt mit dem Vertuschen und Lügen aufzuhören, ihr habt es bei Schwarz wieder getan. Ihr seid keine Hirten ihr seid
Pharisäer.
Gordon Kelz

Nixalsverdruss
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Sind Sie Betroffener?

In all Ihren Kommentaren sind Sie mehr als nur kritisch.
Ist Ihnen in der Kirche oder durch kirchliche Würdenträger Unrecht geschehen?
Wenn nicht, dann würde ich mir die Kommentare ersparen.
Sie werfen alle in einen Topf und sehen nur "DIE KIRCHE".
Es zeugt von Ihrer Verletzlichkeit oder einfach nur von Ignoranz!
Schöne Pfingsten!

hermannsteinacher
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Spiritus

novus hanc ecclesiam non adiuvat.