AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Dringend gebraucht24-Stunden-Pflege: Ein Sonderzug für 80 Betreuerinnen

An Bord des Nachtzuges befanden sich rund 80 vorwiegend weibliche Betreuerinnen, die für die 24-Stunden-Pflege in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland zum Einsatz kommen.

© (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Nach wochenlangem Ringen ist am Montag in der Früh der erste Korridorzug mit Pflegepersonal aus Rumänien in Wien-Schwechat angekommen. An Bord des Nachtzuges befanden sich rund 80 vorwiegend weibliche Betreuerinnen, die für die 24-Stunden-Pflege in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland zum Einsatz kommen. 350 Personen hätten in dem Zug Platz gehabt.

"Die 24-Stunden-Betreuerinnen sind eine große Unterstützung", sagte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) vor Journalisten. 33.000 Personen seien in Österreich auf diese Betreuung angewiesen. Edtstadler verwies auch darauf, dass es bei der Einrichtung dieser Zugverbindung "nicht ganz einfach" gewesen sei, alle behördlichen Genehmigungen zu erhalten. Edtstadler hatte bereits im April eine entsprechende Vereinbarung verkündet, der dann aber die rumänische Seite widersprochen hatte. Donnerstagabend gab es dann die endgültige Einigung.

Betreuerinnen aus Rumänien angekommen: Dringend benötigte Hilfe

Nach wochenlangem Ringen ist am Montag in der Früh der erste Korridorzug mit Pflegepersonal aus Rumänien in Wien-Schwechat angekommen.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

An Bord des Nachtzuges befanden sich rund 80 vorwiegend weibliche Betreuerinnen, die für die 24-Stunden-Pflege in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland zum Einsatz kommen.

(c) WKÖ/DMC

Europaministerin Karoline Edstadler (ÖVP) anlässlich der Ankunft des ersten Korridorzuges.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Klicken Sie sich durch die weiteren Fotos...

(c) WKÖ/DMC
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
1/12

300 Plätze in den Zügen

Vereinbart sind vorerst sechs Züge: nach dem Zug vom Montag erfolgt die Rückreise der ausgetauschten Betreuer und Betreuerinnen am 12. Mai. Pflegepersonal für die Bundesländer Oberösterreich, Kärnten, Salzburg, die Steiermark, Vorarlberg und Tirol soll am Donnerstag ankommen. Weitere Verbindungen sind am 20. Mai, 24. Mai und 27. Mai geplant. In jedem Zug gibt es 300 buchbare Plätze für Vermittlungsagenturen und 50 Plätze für Privatpersonen. Nur Personenbetreuerinnen mit aufrechter Gewerbeberechtigung dürfen mitfahren.

Der Zugkorridor aus Rumänien wurde von der Wirtschaftskammer in Kooperation mit den ÖBB organisiert. Die Einrichtung der Verbindung sei eine "Herausforderung" gewesen, sagte der Obmann des Fachverbands der Personenbetreuer in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Andreas Herz. Laut ihm werden die Rumäninnen nach ihrer Ankunft in einem Hotel auf dem Flughafengelände auf das Coronavirus getestet. Bei einem negativen Test können sie von den Familien und Agenturen abgeholt werden. Positiv Getestete müssen in Quarantäne.

Die ÖBB-Vorständin für den Personenverkehr, Michaela Huber, ergänzte, dass derartige Züge normalerweise eine monatelange Planung erfordern. Die Kooperation mit Rumänien habe gut funktioniert. Die Betreuerinnen seien vor Abreise einer Gesundheitsuntersuchung unterzogen worden. Das sei sehr diszipliniert vonstattengegangen. Die Insassen hätten Mund-Nasen-Schutz erhalten und sich im Zug nicht frei bewegen dürfen.

Ankunft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Die Ankunft des Pflegepersonals auf dem Bahnhof des Flughafens Wien-Schwechat fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zahlreiche Polizisten und Sicherheitskräfte begleiteten die Passagiere zum Hotel und achteten auf den Sicherheitsabstand.

Die Betreuerinnen wurden auch von der Pflege-Selbsthilfegruppe "D.R.E.P.T pentru îngrijire" mit einem Willkommensplakat begrüßt. Eine Vertreterin der Gruppe, Flavia Matei, erklärte, dass sich ihnen rund 5.000 rumänische Pflegerinnen angeschlossen hätten, weil es "viel Missbrauch" in der Branche gebe.

So seien viele Betreuerinnen etwa gezwungen, den Vermittlungsagenturen Inkassovollmachten zu unterschreiben, berichtete Matei. Als "erniedrigend" würden viele Pflegerinnen außerdem empfinden, dass sie den 500 Euro Bonus, der ihnen zusteht, wenn sie ihren Turnus verlängert haben, nicht direkt bekommen. Das Geld gehe abzüglich Sozialversicherung an die Betreuungsfamilien oder die Agenturen. Ein "großes Thema" sei für die Pflegerinnen aber auch die Kürzung der Familienbeihilfe. Die Gruppe fordert die Rücknahme der Maßnahme.

Eine der angekommenen Pflegerinnen, Elena Mecei, bestätigte, dass sie sich in Österreich andere Arbeitsbedingungen wünschen würde. "Aber das ist halt meine Arbeit", sagte die Frau, die im Burgenland im Einsatz ist. Ihre Kollegin, die sie nun ablöst, sei mehr als drei Monate im 24-Stunden-Dienst gewesen. Das sei nicht mehr tragbar gewesen, sagte sie.

Kommentare (15)

Kommentieren
Mein Graz
4
6
Lesenswert?

Warum blieben da so viele Plätze unbesetzt?

Und jetzt sollen noch 5 Züge kommen - vorerst. Jeder wieder mit 80 Personen besetzt, obwohl 350 Platz hätten?

Bei 17.000 aus Rumänien stammenden Betreuern/Pflegern die jetzt schon wochenlang im Einsatz sind würde diese Belegung bedeuten, dass man ca. 210 Züge bräuchte, bis bei allen ein Wechsel durchgeführt wäre...

Schaut unsere Regierung nicht großartig auf unsere Senioren und deren Betreuer/Pfleger?

Antworten
samro
1
3
Lesenswert?

rumaenien

da iegt schon auch ein hund in rumaenien begraben bissl.
auch das ist lustig:
So seien viele Betreuerinnen etwa gezwungen, den Vermittlungsagenturen Inkassovollmachten zu unterschreiben, berichtete Matei.
mir is das alles bissl seltsam.

Antworten
Mein Graz
0
1
Lesenswert?

@samro

Vielleicht liegt der Fehler tatsächlich in Rumänien, das kann ich nicht beurteilen.
Tatsache ist, dass die Agenturen wissen, dass es diese Möglichkeit des Transportes gibt.
Tatsache ist auch, dass die Kosten dafür die Betreuer/Pfleger unmöglich stemmen können, bei einem Tagsatz von 45 € aufwärts!
Tatsache ist, dass die Regierung 300 Betreuer/Pfleger angekündigt hat.

Antworten
samro
0
1
Lesenswert?

betreuer

ja stimt viel lauft falsch.
pflege ist eie harte arbeit.
die loehne halt in rumaenien niedrig daher findet man dort leute. herrschen ja sonstauch niedrige loehne dort. alles verstaendlich.
ich frage mich halt ein bissl was auch in rumaenien lauft.
und da muss es eigentlich 300 geben und ich frage mich warum nicht?

es gibt wirklich viel initiativen den leuten hier pflegeberufe ans herz zu legen. da passiert wirklich viel. nur ist das halt etwas wo man nicht wirklich vorwaerts kommt.
wer als kunde kann unendlich zahlen?
wer macht als pfleger die arbeit um jeden preis?
ein riesen problem.

Antworten
Mein Graz
0
2
Lesenswert?

@samro

Die Agenturen arbeiten sehr unterschiedlich, manche schon fast "originell".
Eine unserer Betreuerinnen wechselte von einer anderen zu "unserer" und begann darauf hin bei meiner Mutter ihre Tätigkeit (vor etwa 3 Jahren). Im Laufe der Zeit kamen Mahnungen: von der Sozialversicherung und der Wirtschaftskammer. Ich ging diesen Mahnungen dann nach und es kam heraus, dass die fehlenden Beträge der Betreuerin von der Agentur zwar nicht ausbezahlt, allerdings nie weiter geleitet wurden. Im Endeffekt blieb unsere Betreuerin auf den Kosten sitzen, denn nachweisen konnten wir das nicht, und so zahlte sie doppelt.
Bei unserer Agentur wird das Gehalt bar ausbezahlt, die Belege für die Sozialversicherung müssen ausgedruckt und übergeben werden. Und wenn etwa die Wirtschaftskammer zu bezahlen ist bekomme ich das bar und überweise den Betrag, und die Bestätigung bekommt die Betreuerin in die Hand.

Antworten
samro
0
1
Lesenswert?

agenturen

wie geht das mit den agenturen? die arbeiten in rumaenien und oesterreich?
wie passiert das alles?

Antworten
Mein Graz
0
1
Lesenswert?

@samro

Unsere Damen kommen aus Bulgarien, ich habe wenig Infos über Rumänien.
Die Agentur, über die wir unsere Damen gefunden haben, hat eine Partneragentur in Bulgarien. Diese sucht vor Ort und schaut sich die Bewerber an. Die bulgarische Agentur muss auch von den Betreuern/Pflegern bezahlt werden für jeden Turnus, den sie in Österreich arbeiten.
Unsere österreichische Agentur bekommt von den Betreuern/Pflegern eine einmalige Gebühr, die betreute Person bezahlt einen moderaten monatlichen Betrag. Dafür hat man auch wirklich gute Hilfe, sei es, dass eine Dame ausfällt oder wie jetzt, wo uns der 6-seitige Antrag für den 500-€-Zuschuss fix fertig ausgefüllt zugeschickt wurde.

Aber wie gesagt, das läuft bei jeder Agentur anders. Ich bin mit unserer Agentur äußerst zufrieden, ich habe jederzeit einen Ansprechpartner und Hilfe!

Antworten
samro
0
0
Lesenswert?

agentur

danke. hab ich mir zwar aehnlich vorgestellt. aber vorstellen heisst nicht wissen. :)

Antworten
X22
6
8
Lesenswert?

Die ÖBB-Vorständin für den Personenverkehr, Michaela Huber, ergänzte, dass derartige Züge normalerweise eine monatelange Planung erfordern

Da fragt man sich, wie macht dies der Güter oder Personenverkehr der Bahn oder das Transportwesen im Allgemeinen, das ist doch deren tägliches Brot, hat sich noch niemand aufgeregt weil es "normalerweise monatelang" dauert, etwas was alltäglich in der Branche ist. Wieviel Wahrheit steckt in der Aussage der ehemaligen Pressesprecherin in div. ÖVP Funktionen, mir kommt es so vor, als ob man hier noch zu retten versucht was geht.
Scheint so als bräuchte man, um Ministerin zu werden, unter BK Kurz, keine besonderen Fähigkeiten vorzuweisen, bei Missständen bügelt die PR-Abteilung wieder alles glatt

Antworten
samro
2
6
Lesenswert?

bewerben

dann einfach bewerben.
sie machen das mit links.

Antworten
X22
2
6
Lesenswert?

Meine Qualifikationen beschränken sich auf andere Fachgebiete,

aber dies scheint bei der ÖVP ja egal zu sein, außerdem glaube ich, scheide ich ja als Grün Sympathisant für dieses Amt aus koalitionärer Sicht aus, der zweite Grund ist noch viel schlimmer für die Türkise Kurzpartei, ich würde dem BK sozusagen am Sack hängen und nicht so wie andere ihn ihm hinterhertragen.

Außerdem bin ich gewohnt, dass Leute mit mir Konatkt aufnehmen, wenn meine Hilfe benötigt wird, sowie ich es bei anderen nach Hilfe frage, wenn ich es nicht kann oder nicht das Wissen besitze, so ergibt sich eine gewisse Synergie, sozusagen das Zusammenwirken verschiedener Kräfte zu einer Gesamtleistung. Vielleicht solllte ich mich doch bewerben, nur unter Kurz sicher nicht.

Da ich gar nicht den Wunsch geäußert habe, sondern nur das Geschriebene hinterfrage, frage ich mich, was stört sie daran, ist ja auch nicht der erste gröbere Schnitzer der Frau Ministerin Edtstadler unterläuft.

Antworten
samro
5
2
Lesenswert?

aufauf

weilsmich einfach stoert dass immer herumgehackt wird aber eigene ideen wie es besser ginge?
glauben sie dass es momentan leicht ist gegen saemtliche einreisebestimmungen was auf die fauesse zu stellen?
viele laender werden stetig belaechelt. aber jetzt ist der zeitpunkt da alle schuld in oesterreich zu verteilen.
das ist nicht fair.

Antworten
X22
1
2
Lesenswert?

Es geht hier um die obersten Entscheidungsträger in unserem Land,

in dieser Position sollte man sich bewusst sein über die Handlungen die man setzt, gesetzt hat oder setzen will. Die Macht und die Möglichkeiten die man dazu benötigt, hat man in dieser Position, wenn man dann mehrmals so wie Frau Edtstadler agiert, wenn was daneben gegangen ist, die Fehlleistung anderen unterschieben will, obwohl ersichtlich ist, dass diese klar im eigenen Verantwortungsbereich liegen, ist es auch fair dies so zu sagen. Allein, dass ein Partner eines Abkommens, welches man selbst vorab groß in den Medien verkündet hat, sagen muss, mit mir oder einen anderen Befugten, die so ein Abkommen erst möglich machen könnten, hat nicht stattgefunden, man müsse dies erst anhand der Gegebenheiten und Gesetzeslagen abklären, sagt etwas über die Person die es verkündet hat aus. Es dann anderen in die Schuhe zu schieben ist auch nicht fair, detto in der Sache der Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit von besagten Corona Verordnungen und Erlässe.

Antworten
samro
0
1
Lesenswert?

entscheidungen

ichglaube das is alles nicht so einfach. was sich im ausland tut fuer mich auch nicht durchschaubar.
im regelfall billigen wir diesen laendern wenig kompetenz zu und schimpfen ueber viele dinge dort, aber jetzt soll alles optimal da laufen?
auch diese laender sind in einer pandemie.
dass man moeglichkeiten hat und tun muss ist klar. dass man bei jedem tun auf die gegenseite angewiesen ist auch.
warum kommen 80? sind auf einmal nicht mehr willig hierher zukommen? pandemie? protest? warum?

Antworten
duerni
2
19
Lesenswert?

Eine Schande - das reiche Österreich holt Arbeitskräfte ins Land...

… weil die Arbeitsbedingungen offensichtlich zu schlecht sind, um von Inländer/innen akzeptiert zu werden.
Selbst genügsame Rumäninnen mahnen bessere Bedingungen an.
An die Regierung gerichtet:
"Altenpflege ist ein harter Job - sorgen sie endlich dafür, dass er angemessen entlohnt wird!"

Antworten