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Bischöfe haben entschiedenKirchliche Feiern zu Ostern im kleinen Kreis

Die Bischofskonferenz erließ am Mittwoch Richtlinien zu den Osterfeiern unter Pandemie-Bedingungen. Die einzelnen Diözesen können Detailregelungen erlassen.

© Symbolbild/APA
 

Die Osterfeiern 2020 werden "unter Pandemie-Bedingungen" stattfinden müssen, und was dies heuer bedeutet, haben die österreichischen Bischöfe jetzt in "grundsätzlichen Vorüberlegungen für alle Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht" dargelegt. Da jeder Priester, egal welchen Alters, auch in der gegenwärtigen Ausnahmesituation das Recht habe, persönlich die Osterliturgien zu feiern, legen die Bischöfe dafür eine Lösung mit kleiner Besetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor: Der zelebrierende Priester solle vier Gläubige bitten, "die erklärterweise gesund sind und nicht einer Risikogruppe angehören", mit ihm die Osterwoche liturgisch zu begehen. Idealerweise soll diese Gemeinschaft für alle Feiern ab dem Palmsonntag dieselbe bleiben, raten die Bischöfe.

Das Gros der Katholikinnen und Katholiken soll das zentrale christliche Fest zu Hause unter Nutzung von Medien und Internet oder aber als "Hauskirche" feiernd mitvollziehen. Quasi als motivierende Richtschnur der heuer drastisch eingeschränkten Osterfeierlichkeiten stellen die Bischöfe ihren Vorgaben ein Wort aus dem Philipperbrief im Neuen Testament voran: "Ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben" (vgl. Phil 4,11-12).

"Besondere Zeiten erfordern besondere Lösungen", heißt es eingangs zu den teils detaillierten Handlungsempfehlungen der Bischofskonferenz. Ausgearbeitet hat diese österreichweite Rahmenordnung für die Kar- und Osterliturgien das Österreichische Liturgische Institut unter Mitwirkung des Referatsbischofs für Liturgie, Anton Leichtfried (St. Pölten). Jede der zehn österreichischen Diözesen kann noch eigene Richtlinien erlassen, die Vorgaben sind schnellstmöglich allen Pfarren mitzuteilen.

Auch medial vermittelte Feiern wirksam

Die an die gegenwärtige Situation angepasste Übertragung von Sonn- und Feiertagsgottesdiensten biete den Gläubigen Gelegenheit, sich an ihren Lebensorten als "physisch präsente, aber nicht füreinander sichtbare (virtuelle) und räumlich getrennte" Gemeinschaft zu verstehen, heißt es in dem Text. Obwohl Liturgie zunächst und von ihrem Wesen her lebendige gottesdienstliche Feier sei und die Präsenz einer konkreten Feiergemeinde erfordere, sind laut den Bischöfen "Berechtigung und Bedeutung von medial übertragenen Gottesdiensten längst unumstritten".

Sie verweisen auch auf den Päpstlichen Segen "Urbi et orbi", der verdeutliche, dass das medial zugesprochene Wort Gottes, das Gebet, der Lobpreis sowie der Schutz und die Hilfe Gottes "auch über die Grenzen der physisch versammelten Gemeinschaft hinaus wirksam sind".

Kleine Feiergruppe kein "heiliger Rest"

Zu den von den Pfarrern bzw. Priestern auszuwählenden vier Gläubigen halten die Bischöfe fest, diese kleine Gemeinschaft repräsentiere die große, die wegen des Versammlungsverbotes zu Ostern nicht in die Kirchen kommen kann. Diese Feiergruppe seien weder "Auserwählte" noch "heiliger Rest", sondern Repräsentantinnen und Repräsentanten. Dies gelte es auch innerhalb der Pfarrgemeinden zu kommunizieren. Auch über die gottesdienstlichen Zeiten, in denen sich die Gruppe versammelt. solle informiert werden, damit sich die Vertretenen während dieser Zeit "als Hauskirche mit dem Wort Gottes, dem Bibelgespräch, dem gemeinsamen Beten oder im Lobpreis im Glauben verbunden wissen können", heißt es in der Rahmenordnung.

Als Schauplatz sei ein Kirchenraum - sinnvollerweise der Altarraum - zu wählen, der sich für die nötige Distanz und gemeinsame Feier eignet; der vorgeschriebene Abstand von zumindest einem Meter zueinander sei einzuhalten. Die Zugänge zur Kirche sind während der Osterliturgie verschlossen zu halten, "sodass für diese Zeit kein Zutritt für einen nicht von vornherein bestimmten Personenkreis besteht", so die Direktive an die Priester.

 

Die nötigen liturgischen Dienste sollten von Priester und ausgewähltem Quartett geleistet werden können - also Lektor oder Lektorin, Kantor oder Kantorin, Ministrant oder Ministrantin seien vorzusehen. Auch der Gesang soll der Liturgie entsprechend gepflegt werden. Die Kommunion soll nur in Brotgestalt ausgeteilt werden, in Form einer größeren Hostie, die entsprechend der Anzahl der Mitfeiernden geteilt wird.

 

Von Palmsonntag bis zur Osternacht

Es folgen in der Rahmenordnung genauere Richtlinien die einzelnen Festtage Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht am Karsamstagabend betreffend. Durchgehende Aufforderung dabei: Achten auf Hygiene und Ansteckungsgefahr. So sind z.B. am Karfreitag der sonst übliche Kuss des Kreuzes und dessen Berührung nacheinander untersagt: "Es reicht die Kniebeuge, eine Verneigung zur Verehrung oder auch das Ausharren in Stille", so die Bischöfe.

 

Besondere Bedeutung komme heuer den Fürbitten zu. Die Rahmenordnung enthält dazu sogar eine Formulierungsvorschlag für das Gebet der großen Fürbitten: "Schwestern und Brüder, stärker als sonst erfahren wir in diesen Tagen, wie wenig wir das Leben in der Hand haben. Geben wir dem besonders heute seinen leibhaftigen Ausdruck: solidarisch mit denen, die niedergedrückt sind, knien wir bei jeder Bitte nieder zum Gebet in Stille."

 

Für den Palmsonntag wird der kleinen Feiergruppe eine Palmprozession empfohlen, die jedenfalls im Kircheninneren mit Beginn beim Portal stattzufinden habe. Auf die traditionelle Fußwaschung, die am Gründonnerstag seit 1956 Teil der Messfeier vom letzten Abendmahl ist, wird heuer verzichtet. Die in der Karwoche gefeierten Chrisammessen verschiebt die Bischofskonferenz auf die Zeit nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Corona-Virus.

 

Zur Osternacht heißt es: "Wo es die räumlichen Verhältnisse nicht verantwortbar zulassen, kann auf das Osterfeuer verzichtet werden. Die Osterkerze wird in diesem Falle mit einem frischen Zündholz entzündet." Am Ostersonntag soll nach dem Wunsch der Bischöfe auf jeden Fall dafür gesorgt sein, dass die Osterkerze in allen Kirchen entzündet wird. "Das Licht kann idealerweise aus einer Feier stammen, die zuvor in einer hauskirchlichen Feier gestaltet worden war."

 

Für die Hauskirche stellen die Liturgiereferate der Diözesen die Handreichung "Hausgebete - Feiern in der Familie" zur Verfügung. Darin enthalten sind u.a. ein Hausgebet mit Segnung der Palmzweige, eine Ölbergandacht am Gründonnerstag, eine Feierandacht in der Osternacht mit Lichtlobpreis und Danksagung für die Nacht der Nächte, ein Segen der Osterspeisen. Viele weitere Angebote von Liedern, Gebeten und Andachten stehen im Gotteslob zur Verfügung.

Weiters fordert die Bischofskonferenz die Gemeinden auf, jedenfalls die Glocken zu läuten, wenn sie Gottesdienst feiern und jeweils während des Gloria am Gründonnerstag und in der Osternacht.

Vorbereitet wurden die Beschlüsse der Bischofskonferenz durch eine bischöfliche Ad-hoc-Kommission - ihr gehören Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof Franz Lackner, Bischof Manfred Scheuer und Bischof Wilhelm Krautwaschl an.

Kommentare (14)

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gb355
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WIR sind Kirche

Menschen sind Kirche....das Haus ist Versammlungsort.
Daraus folgt: KIRCHE ist(sollte sein) CARITAS,das
heißt nämlich Nächstenliebe!
Gebet tötet nicht den Virus!
Gebet hilft DIR PERSÖNLICH, es soll DICH stärken,
DIR Hoffnung geben, TRÖSTE trösten,dass es erträglich wird usw.
und, wenn du das nicht nachvollziehen kannst,
nicht glauben kannst, dann ist es ist dies
einzig DEIN Problem.

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merch
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??

Halten die es nicht aus, mal ein Jahr öffentlich auszusetzen?? Müssen sich da jetzt ernsthaft Freiwillige finden, dass sie die Feier als zufriedenstellend durchgeführt empfinden??? In den eigenen 4 Kirchenwänden werden sich doch wohl ein paar Mitpriester finden lassen zum gemeinsamen Feiern???? Die Kath. Kirche braucht offenbar schon wieder eine Extrabehandlung...

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gb355
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was heiß : aussetzen

aussetzen kannst du eine Hund, ein Katze...
was willst du aussetzen
jeder feiert Geburtstag, setzt du deinen Geburtstag aus?
OSTERN ist ein Fest im Kirchenjahr
Vielleicht hat es den Anschein, dass es alles
andere ist,als ein Fest des Glaubens.
Fest der Schokoladenindustrie, des Fleischers,
des Bäckers, der Reisebüros,usw.
UNSERE KULTUR KOMMT AUS DEM GLAUBEN!!!
Wären nicht christliche Missionare gewesen,
würde die Menschheit noch als Jäger und Sammler herumlaufen!!!
Alles hat seinen Platz im Leben!

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Pelikan22
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Nein!

An Hund oder a Katz setzt man net aus! Aber genau des san de Leut, de was si an Dreck um ihre Mitmenschen schern!

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Nora
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Beten allein hilft nicht?

Wann spendet einmal die Kirche? Beten hilft in dieser Situation nicht!

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Nixalsverdruss
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Was immer dich bewegt das zu schreiben ...

Ja, du hast recht. Die Kirche kann und wird spenden.
Wer ist für Dich Kirche? Die katholische, evangelische, oder, oder, oder ...?
Aber was ist für Dich Kirche?
Welche Bedeutung hat für Dich Kirche?
Wäre interessant!

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Pelikan22
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Verwechselst da nicht was?

Kirche ist nicht Küche! Wennst was essen willst, geh zur Caritas. A Supperl habe die auch für dich. Niemand wird allein gelassen!

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HansWurst
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Schon einmal

von der Caritas gehört?

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Nora
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Klar

Klar.Doch die Caritas ist NICHT die Kirche! Verstanden?

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HansWurst
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Die drei Säulen der Kirche sind:

Caritas-Liturgie-Katechese!
Verstanden?

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X22
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Grundlegende Richtung


Als Hilfsorganisation der Katholischen Kirche setzt sich die Caritas in vielfältiger Weise für die Betroffenen ein. Unabhängig von deren sozialer, nationaler oder religiöser Zugehörigkeit berät, begleitet und unterstützt die Caritas Menschen in schwierigen Lebenssituationen, etwa bei der Trauerbegleitung, bei Behinderung, auf der Flucht, nach Unglücksfällen oder Katastrophen. Aus dem reichen Erfahrungsschatz der täglichen Arbeit heraus bezieht die Caritas auch das Mandat, öffentlich die Stimme für Menschen am Rande der Gesellschaft zu erheben.

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Pelikan22
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x22

Wunderbar definiert!

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Nora
30
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An alle Daumen nach unten!

Dann betet mal weiter!

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Nora
21
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An alle Daumen nach unten!

Nicht schreiben, bzw.posten! Beten,beten,beten...
Und wenn ihr krank werdet,dann ja kein Medikament nehmen!Beten!!!Dann stirbt es sich leichter!

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