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Laut UmfrageGroßteil ist für Schulschließungen, ein Viertel hat Probleme

Vor allem Eltern von Volksschülern sehen Probleme - 53 Prozent der Eltern und Drittel der Lehrer brauchen keine weitere Hilfe fürs Lernen daheim.

© Jeanette Dietl - Fotolia
 

Acht von zehn Eltern und neun von zehn Lehrern finden laut einer Umfrage (800 Personen) für das Bildungsministerium die Schulschließungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus "sehr richtig", laut ebenso vielen Befragten funktioniert das Lernen daheim bisher (sehr) gut. Allerdings sehen sich auch 23 Prozent der Eltern durch die Umstellung vor mittlere (18 Prozent) oder große Probleme gestellt.

Vor allem Eltern von Volksschülern, Väter und Befragte aus dem ländlichen Raum haben angegeben, dass die neue Situation für ihre Familie Probleme mit sich bringt. Die Betreuungsmöglichkeiten an den Schulen für Kinder, deren Eltern keine Alternativbetreuung organisieren konnten, wurden dennoch nur von zehn Prozent der Familien in Anspruch genommen. Ursprünglich hatte die Regierung eine Verringerung der Schülerzahl an den Standorten auf 25 Prozent angepeilt.

Sehr gute Noten vergeben Eltern und Lehrer wechselseitig für die Zusammenarbeit in der aktuellen Krisensituation. Lehrer bewerteten ihre Kollegen, Eltern, Schüler und Direktionen mit Eins minus, Eltern mit plus Gut.

Größer sind die Wahrnehmungsunterschiede bei der Frage, wie die "Fernlehre" von den Schulen vorbereitet wurde. So haben 100 Prozent der Lehrer angegeben, sie hätten Unterrichtsmaterialien ausgegeben, aber nur zwischen 94 (Volksschule) und 85 Prozent (AHS/HTL, HAK) der Eltern. 84 Prozent der Lehrer sagen außerdem, sie hätten Lernpläne verteilt. Unter den Eltern wird das allerdings nur von drei Viertel (Volksschule) bis 60 Prozent (AHS/HTL/AHS) so wahrgenommen. Aufgaben werden übrigens signifikant öfter per Mail oder auf Papier verteilt als über Online-Lernplattformen, Apps oder andere Kommunikationskanäle wie SchoolFox.

Technische Voraussetzungen gegeben

Die technischen Voraussetzungen für das Lernen daheim sind aus Sicht der Mehrheit der Befragten sowohl an den Schulen als auch daheim gegeben, allerdings haben neun Prozent der Eltern Unterstützungsbedarf bei der technischen Ausstattung (PC, Drucker, Internet) gemeldet. Zehn Prozent wünschen sich zudem mehr Infos und genauere Vorgaben, jeweils sieben Prozent eine stabile Lernplattform und mehr Kontakt zu den Lehrern. Insgesamt haben 53 Prozent der Eltern angegeben, weder zusätzliche Hilfe noch Informationen für das Lernen daheim zu benötigen. Auch für ein Drittel der Lehrer passt alles, jeder Vierte wünscht sich allerdings mehr Informationen, jeder Fünfte eine stabile Online-Lernplattform.

Mit einer Wiederaufnahme des normalen Schulbetriebs rechnet jeweils gut ein Drittel der Lehrer nach Ostern bzw. Anfang Mai, 16 Prozent kalkulieren mit einem späteren Zeitpunkt und jeder Fünfte traut sich gar keine Einschätzung zu. Ein großer Teil der Eltern würde aufgrund der Corona-Krise auch eine Verlängerung des Schuljahres in die Sommerferien hinein akzeptieren. Nur für 21 Prozent wäre das keinesfalls eine Option, jeweils rund ein Drittel kann sich eine Verschiebung um zwei Wochen oder auch länger vorstellen, für zwölf Prozent wäre eine Woche vorstellbar.

Kommentare (7)

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"Endlich selbst lernen"

... so die Tochter eines Freundes, die, wie auch mein Sohn, daheim eifrig und wissbegierig lernt und heilfroh ist, sich die Art und Zeit des Lernens mehr selbst einteilen zu können. In diesen Tagen wird für viele Schüler möglich, was Hirnforschung und moderne Pädagogik längst wissen: Dass Kinder besser lernen, wenn sie a) nicht in aller Herrgottsfrühe - am Land teilweise schon um 5:30 Uhr - aufstehen müssen b) Lernintervalle und Pausen selbst mitbestimmen können c) Aufgaben auch einmal zurücklegen und dafür andere machen können d) beim Lernen auch ihren eigenen Interessen nachgehen können.
Ich hoffe sehr, dass die Lernerfahrungen, die für viele Schüler momentan möglich sind bei Eltern, Schülern und Lehrern und auch den Schulbehörden und dem Herrn Minister zum Denken anregen und wir in Österreich unser Schulsystem endlich modernisieren können, damit Kinder effektiver, gehirngerechter und besser lernen können.

teacup
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Naja

Ich glaube das kommt ganz aufs Elternhaus drauf an und wie die Schule die Aufgabenverteilung organisiert. Viele Kinder lassen sich leicht vom Lernen ablenken. Diese Gefahr ist zu Hause natürlich höher, wo Fernseher, Handy und Spielsachen in greifbarer Nähe sind. Da sind natürlich die Eltern gefragt, ihre Kinder zu unterstützen aber auch Grenzen zu setzen. Das funktioniert in der Praxis halt nicht immer gleich gut.
Je besser und unkomplizierter die Lernplattform der Schule organisiert ist, desto leichter ist es für Eltern und Kinder die richtigen Materialien zu finden.
Ob die ganze Aktion hier gut funktioniert hat, wird man aber erst bei einer Kontrolle erfahren.

Pelikan22
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Da haben sie vollkommen recht!

Je besser die Kommunikation Schule - Eltern klappt, desto einfacher ist es und die positiven Rückmeldungen werden folgen!

Bergloewe82
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Die Botschaft hör ich wohl,

allein mir fehlt der Glaube.

f73f2613ace4898608690177b5aca781
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... fehlt der Glaube

Handeln statt glauben ...

Feja
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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Dann hätte das ganze wenigstens auch eine positive Seite.

Pelikan22
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Das kann ich mir nur schwer vorstellen!

Da gibt es Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Arbeitslose und und und .... Da kann man keine Kinder beaufsichtigen?