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Naturhistorisches MuseumSteine, die die Weltgeschichte verbergen

Der erste Nachweis eines Pliosauriers in Österreich ist seit Wochenbeginn im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen. Ein 1,5 Zentimeter großer Zahn. Rundherum sind aber noch mehr spannende Fossilien ausgestellt. Alexander Lukeneder, der Finder des Zahns, hat sie uns gezeigt.

© NHM Wien / Christina Rittmannsperger
 

Eine kleine wissenschaftliche Sensation ist seit Kurzem im Saal 8 des Naturhistorischen Museums zu sehen: der 132 Millionen Jahre alte Zahn eines Pliosauriers. Klein sind aber nur die Maße, er misst rund 1,5 cm. Die Sensation ist aber groß, schließlich handelt es sich weltweit erst um den zweiten Pliosaurier-Nachweis in dieser Epoche.

Pliosaurier waren im Meer lebende Reptilien und halten eine Zwischenstellung zwischen Krokodilen und anderen Meeressauriern. Sie haben einen sehr kurzen Hals, dafür einen zwei bis drei Meter langen Schädel mit bis zu 100 Zähnen darin. Zu ihrer Zeit waren sie an der Spitze der Nahrungekette und zum Beispiel auf der Jagd nach Ur-Haien. Gefunden wurde der Zahn im Sommer 2018 bei Ebensee von Alexander Lukenender. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und unter anderem Kurator der Erdmittelalter-Sammlung, also jener Zeit, in der die Dinosaurier die Erde bevölkerten. Dennoch gibt es rund um den neuen Zahn auch abseits von Saurierskeletten einige spannende Objekte im Saal 8. Alexander Lukeneder hat sie uns gezeigt:

Die Kreide-Tertiär-Grenze

Foto © NHM Wien / Alexander Lukeneder

Gesteine wie dieses finden sich auf der ganzen Welt, und genau das macht sie besonders. Der dunke Streifen in der Mitte ist eine Spur des Aussterbens der Dinosaurier, verursacht durch einen 10 Kilometer großen Meteoriten, der in Mexiko eingeschlagen ist. Nach dem Einschlag wurden an die 100 000 Kubikkilometer an Gestein verdampft, der Staub um die ganze Erde in der Atmosphäre verteilt. Zum ersten Mal wurde diese Spur in den Siebzigern in Italien entdeckt. Das im NHM ausgestellte Gestein stammt aus Gams in der Obersteiermark.

Weichtiere als Kannibalen 

Foto © NHM Wien / Alexander Lukeneder

Eher unscheinbar wirkt dieser Ammonit. Das Fossil dieses Weichtiers ist etwa 150 Millionen Jahre alt und wurde in Bayern gefunden. Das Außergewöhnliche zeigt sich erst beim genauen Hinsehen. Im Magen ist noch immer die letzte Mahlzeit erkennbar. Neben Resten von anderen Krebstieren sind dabei auch Ammoniten aus der eigenen Gattung erkennbar. Offenbar gab es in der Urzeit schon Kannibalismus.

Die Lebensweise der Ammoniten 

Foto © NHM Wien / Alexander Lukeneder

Ammoniten lebten über das gesamte Erdmittelalter hindurch. Über ihre Lebensweise weiß man bisher dennoch wenig. Eine Forschungsgruppe rund um Lukeneder will das anhand dieses Blocks aus Madagaskar ändern. Anders als bei Fossilen aus Österreich ist hier noch die Perlmuttschale vorhanden. Daher – und weil er stark poliert ist – ist der Block besonders schön anzusehen. Lukeneder möchte aus der Schale die Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotope analysieren und erhofft sich daraus Erkenntnisse über ihre Nahrung und die Meerestemperatur, in der sich die Ammonite im Laufe ihres Lebens aufgehalten haben.

Buchtipp

Anfang April erscheint das neue Buch von Alexander Lukeneder: "Wandern in die Welt der Dinos"

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