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Coronavirus So bereiten sich Wiener Spitäler vor

Die Infektionsabteilung am Kaiser-Franz-Josef-Spital kann auf lange Erfahrung und hohen technischen Standard zurückgreifen.

++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ CORONAVIRUS: ERSTER VERDACHTSFALL IN WIEN
© (c) APA/HELMUT FOHRINGER
 

Derzeit befindet sich eine Flugbegleiterin aus China auf der 4. Medizinischen Abteilung im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital. Die Einrichtung hat als auf die Diagnose und Behandlung spezialisierte Einrichtung jahrzehntelange Erfahrung und weist höchsten technischen Standard auf.

Die Aufrüstung der Abteilung inklusive Isolierstation erfolgte bereits etwa 2012. Das erfolgte - auch - als Maßnahme um etwa der Einschleppung der Ebola-Krankheit aus Afrika begegnen zu können. Die Abteilung unter Leitung von Christoph Wenisch ist jederzeit auf einen Ernstfall vorbereitet.

Die speziell ausgestatteten Zimmer können nur durch eine Unterdruckschleuse betreten werden. Was bedeutet: Luft - und damit mögliche Krankheitserreger - kann nicht aus dem Raum dringen. Eine Art Ampel zeigt an, ob die Schleuse zugänglich ist, oder ob sich gerade jemand darin befindet.

Training und Retraining

Ärzte und Pfleger müssen im Isolierbereich einen flüssigkeitsdichten Schutzanzug verwenden. Nach dem Verlassen des Patientenzimmers muss eine weitere Schleuse durchquert werden, hieß es 2014 bei der Vorstellung der Abteilung. Dort wird auch die Sicherheitskleidung dekontaminiert und entsorgt.

Hinzu kommt Training und Retraining aller Beschäftigten. So sei Entkleiden von einem Schutzanzug deutlich komplizierter und nur mit Helfern möglich, sagte Wenisch. Wenn eine Person mit verdächtigen Symptomen oder auch einer entsprechenden Vorgeschichte eingeliefert wird, beginnt ein streng durchgeplantes Prozedere, das sofort auch alle Maßnahmen zur möglichst schnellen Abklärung eines Verdachts anstößt.

Im Fall des Coronavirus-Verdachts erfolgen die Labortests am Zentrum für Virologie der MedUni Wien. Expertin Judith Aberle wird heute, Sonntag, ebenfalls bei der für 13.00 Uhr angesetzten Pressekonferenz im SMZ Süd anwesend sein.

Die Spezialisten an der Abteilung haben in den vergangenen Jahren mehrere der derzeitigen Situation rund um den Coronavirus-Verdacht ähnliche Ereignisse bewältigt. Im März 2014 kam eine 45-Jährige Frau mit hohem Fieber, Kopf -und Gliederschmerzen nach der Rückkehr von einer Nigeria-Reise in das Kaiser-Franz-Josef-Spital. Der Verdacht auf eine etwaige Ebola-Infektion stellte sich als unbegründet heraus. Die Labortests wurden damals auch in Kooperation mit einer Spezialklinik in Hamburg durchgeführt.

Im September 2014 wurde eine 29-jährige Patienten aus Saudi-Arabien in das Krankenhaus eingeliefert. Bei ihr bestätigte sich der Verdacht auf das seit 2012 vor allem im Nahen Osten aufgetauchten MERS-Virus ("Middle Eastern Respiratory Syndrome Coronavirus" (MERS-CoV). Es handelte sich damals um den ersten Fall in Österreich. Die Frau war zeitweise in einem kritischen Zustand, konnte aber nach einigen Wochen geheilt entlassen werden.

Zu der Behandlung der MERS-CoV-Patienten gibt es einen interessanten Seitenaspekt. Als Therapie wurden damals auch die sonst aus der HIV/Aids-Behandlung bekannten Protease-Hemmer-Wirkstoffe Lopinavir und Ritonavir in Kombination eingesetzt. Für die Wirksamkeit dieser Strategie sprachen damals wissenschaftliche Belege, die ehemals bei den SARS-Erkrankungen durch ein anderes Coronavirus ab 2003 gemacht wurden. Zu dem 2019-nCoV-Erreger gibt dazu noch keine Informationen. International heißt es bei den Experten, es existiere derzeit keine ursächlich wirkende Behandlungsform.

Bei Vorliegen schwer Lungenkomplikationen kommt bei den Patienten in solchen Fällen eine spezielle intensive künstliche Beatmung, die man ARDS-Beatmung nennt. Dabei geht es darum, die Intensität der Überdruckbeatmung optimal anzupassen, um noch zusätzliche Schäden durch die künstliche Beatmung selbst zu verhindern, auf der anderen Seite aber auch die ausreichende Sauerstoffversorgung sicherzustellen.

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