WienWiderstand gegen den Gender*Stern

An der Universität Wien formiert sich die Initiative „Gendern? Nein, danke“. Just, als ein „drittes“ Geschlecht die Hochschulen erreicht.

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UNIVERSITAeT WIEN: UNI HAUPTGEBAeUDE
Gegenbewegung gegen das Gendern an der Universität Wien © APA/HANS PUNZ
 

"Wir fordern die Uni auf, sich von der Genderideologie zu distanzieren, die sprachlichen Vorgaben zurückzunehmen und sich auf ihre Forschungsaufgaben zu besinnen.“ Es sind harsche Worte, zu denen der 35-jährige Autor Max Haberich greift. Er ist Sprecher einer Initiative, die vor einigen Tagen die Protestkleber „Gendern? Nein, danke“ an der Uni Wien verteilt hat. Die Gruppierung wendet sich gegen die Vorschriften bzw. Empfehlungen zum sogenannten genderinklusiven Sprachgebrauch.

Jetzt wurde nämlich die Debatte noch verschärft: Denn nach einem Höchstgerichtsurteil muss es künftig in offiziellen Dokumenten bei der Frage nach dem Geschlecht neben männlich und weiblich auch eine dritte Option geben. Und an der Uni Wien soll nun deshalb der Gender-Stern eingeführt werden: „Liebe*r Leser*in“ müsste es also nun heißen, beim Sprechen müsste man dort eine kurze Pause einlegen, wo der Stern sitzt.

Allerdings sind auch ganz andere Formen bisher gebräuchlich: Seitenweise finden sich an den Universitäten Hinweise, Empfehlungen oder Anweisungen, wie bei der Anrede zu verfahren ist. Vor allem bei offiziellen Schriftstücken intern und extern kommen die Regeln zur Anwendung. Generalklauseln wie „Frauen sind bei männlichen Bezeichnungen mitgemeint“ sind unzulässig.

Auch an den anderen Unis wie etwa in Graz oder Klagenfurt gibt es Überlegungen zum Gender-Stern.

Allerdings sind derzeit diese „Vorschriften“ weitgehend Empfehlungen, Sanktionen sind nicht vorgesehen. Formale Kriterien bei Stellenausschreibungen gibt es ja schon länger (beide Geschlechtsformen müssen angesprochen werden). Studierende gelten als Uni-Angehörige, Arbeiten werden nur akzeptiert, wenn sie geschlechtsneutral abgefasst sind.

Haberich und seinen Mitstreitern (Germanisten, Historiker, Philologen) geht das alles viel zu weit. „Wir sind unpolitisch, aber in der heutigen Zeit muss man Stellung beziehen, wenn man das Gendern ablehnt.“

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Gescheit gendern ist ok....

... sprich in Texten männliche und weibliche Formen zu verwenden, wenn man auch Männer und Frauen meint. Denn das schafft nachweisbar Bewusstsein. Im Deutschen ist das leider a bissi kompliziert.
Wenn man allerdings der Ansicht ist, dass auch das biologische Geschlecht nur ein gesellschaftliches Konstrukt ist, welches sprachlich sichtbar gemacht werden muss, stösst man schnell an die Grenzen der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Abgesehen davon, warum soll ich mich als Mann aus dem queeren Spektrum von einem Sternchen oder einem Leerzeichen repräsentiert fühlen? Ich bin weder eine Fussnote der Natur, noch ein missing link. Sprache kommt von sprechen und was verbal nicht ausgedrückt werden kann, erscheint mir in der Praxis nicht brauchbar.
Man muss halt darauf verzichten, jede denkbare Kombination auch mit Buchstaben oder Symbolen ausdrücken zu wollen, weil Texte sonst aussehen, wie die Allergenliste einer Speisekarte. Damit muss dann auch ein aromantischer homosexueller cis-Mann leben, der sich aber als genderfluid begreift.
Die Idee, dass biologisches Geschlecht nur ein Konstrukt ist, hat übrigens seit Jahren konkrete Folgen: die Frauenbewegung hat seit Jahren keine Durchschlagskraft mehr und keine Erfolge. Und die Frauen, welche alles erkämpft haben, werden heute als "alte weisse Frauen" diskreditiert. Tja, Pech: so kann man nichts erreichen...

FBH
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Mutig

Endlich regt sich leiser Widerstand gegen den ganzen Gender-Wahnsinn auf den UNI's.
Weiter so!!!!