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Schutzrichtlinien gefordertKinderschutzeinrichtungen machen gegen "Original Play" mobil

Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung sprachen für die Einführung verbindlicher Kinderschutzrichtlinien für Organisationen aus. Verein "Original Play" erschüttert über "pauschale Ablehnung seines Angebots".

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Nach Kritik am Verein "Original Play", bei dessen Kursen fremde Erwachsene mit Kinder und Jugendliche rangeln und spielen, haben Kinderschutzeinrichtungen am Dienstag verpflichtende und überprüfbare Kinderschutzstandards gefordert. Unterdessen kündigte "Original Play" an, seine "Methode und ihre Regeln, die Ausbildung und die institutionellen Rahmenbedingungen für die Workshops" zu überprüfen.

Außerdem arbeite der Verein "gemeinsam mit den zuständigen Behörden und mit Kinder- und Gewaltschutzeinrichtungen an der vollständigen Aufklärung von Vorwürfe, aber auch an jenen Schritten und Rahmenbedingungen, die es braucht, um unsere und ähnliche Angebote sicherer zu machen", hieß es in einer Aussendung von "Original Play" am Dienstag. Die aktuellen Vorwürfe würden sehr ernst genommen, "auch wenn in Österreich kein Fall von Übergriffen oder Missbrauch bekannt ist". Der Verein gab sich allerdings erschüttert über "die pauschale Ablehnung unseres Angebots", die aktuellen Diskussionen würden "bis hin zu Mord- und Gewaltdrohungen an Vertreter unseres Vereins" führen.

Die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung ECPAT Österreich und der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren sprachen sich am Dienstag für die Einführung verbindlicher Kinderschutzrichtlinien für Organisationen aus. "Kinderschutzrichtlinien bzw. Kinderschutzkonzepte für Organisationen, die mit Kindern arbeiten, machen eine intensive Auseinandersetzung mit den Risiken für Kinder durch das eigene Angebot notwendig und beinhalten eine Fülle von präventiven Maßnahmen, um etwaigen Risiken zu begegnen", sagten die Geschäftsführerinnen, Martina Wolf (Österreichische Kinderschutzzentren) und Astrid Winkler (ECPAT Österreich).

"Eine Kinderschutzrichtlinie ist ein Instrumentarium, das auf verschiedenen Ebenen einer Organisation ansetzt, um Gewalt gegen Kinder zu verhindern. Ein Strafregisterauszug allein reicht hier sicher nicht", betonten die Expertinnen. Dies müsse auch bei der Vergabe von Förderungen als Kriterium herangezogen werden. Die Politik sei gefordert, mit Experten sowohl Qualitätskriterien zu definieren als auch geeignete (strukturelle, wie finanzielle) Unterstützung für Organisationen und Einrichtungen in diesem Prozess anzubieten.

Ein Großteil der Schulen und Kindergärten, in denen "Original Play" in Österreich angeboten wurde, setzte die Zusammenarbeit mit dem Verein bereits vorübergehend aus. Das körperbetonte Spielen war in über 100 Einrichtungen angeboten worden. Mehrere Bundesländer verbaten bereits die Zusammenarbeit bzw. rieten dazu, "Original Play" nicht mehr in Kinder- und Jugendeinrichtungen anzubieten. Am Montag leitete die Volksanwaltschaft ein Prüfverfahren ein.

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