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RundschreibenKopftuchverbot an Schulen mit Auswirkung auf Turnunterricht

Das mit dem neuen Schuljahr in Kraft getretene Kopftuchverbot für Kinder unter zehn Jahren hat auch Auswirkungen auf den Turnunterricht.

© APA (Symbolbild/dpa)
 

 In einem neuen Rundschreiben des Bildungsministeriums zu Richtlinien für den Unterricht im Fach "Bewegung und Sport" werden konsequenterweise religiös geprägte Verhüllungen auch im Turnen untersagt, darunter fällt etwa der Burkini im Schwimmunterricht.

In dem Rundschreiben werden auch aufgrund gesetzlicher Änderungen durch das Bildungsreformgesetz bzw. das Kopftuchverbot die organisatorischen Vorgaben für den Turnunterricht neu gefasst. "Schülerinnen und Schülern ist bis zum Ende des Schuljahres, in welchem Sie das 10. Lebensjahr vollenden, das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, die mit einer Verhüllung des Hauptes verbunden ist, auch im Bewegungs- und Sportunterricht gesetzlich untersagt", heißt es darin etwa. Für den Schwimmunterricht bedeutet das, dass "das Tragen eines Ganzkörperanzuges mit losem Überkleid (Burkini) Schülerinnen bis zum 10. Lebensjahr" verboten ist. Nach dieser Altersgrenze ist der Burkini dagegen wieder erlaubt.

Generell sollen die Lehrer "mit bewegungsbezogenen, pädagogischen sowie hygienischen Argumenten" sachlich und sensibel darauf hinwirken, dass ihre Schülerinnen und Schüler von sich aus keine Kopfbedeckungen im Turnen tragen - egal ob religiös geprägt oder nicht. Bei Schülerinnen ab dem 10. Lebensjahr, die trotz entsprechendem Hinweis darauf bestehen, eine Kopfbedeckung aus weltanschaulich oder religiösen Gründen zu tragen, müsse aufgrund der Verletzungsgefahr "uneingeschränkt gewährleistet sein, dass diese nicht durch Kämme, Haarnadeln oder -spangen befestigt ist". Weiterer Hinweis: "Auch die Befestigung der Kopfbedeckung durch Fixierung um den Hals ist aus Sicherheitsgründen untersagt." Als Ersatz wird das "Tragen einer dünnen Haube, unter die die Haare gesteckt werden können" vorgeschlagen.

Klargestellt wird auch, "dass eine Befreiung vom Unterricht im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport aus religiösen Gründen schulrechtlich nicht vorgesehen ist. Daher ist die Teilnahme am Unterricht im Pflichtgegenstand 'Bewegung und Sport' bzw. am Schwimmunterricht ausnahmslos verpflichtend."

Kommentare (8)

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ugglan
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4
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Wir

haben uns nur Probleme importiert!

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diss
1
16
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Wer sich nicht an unsere Kultur anpasst

gehört raus aus Österreich!

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georgXV
0
22
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???

wir leben hier in einer westlich geprägten Wertegemeinschaft.
Mit anderen Worten: unsere Freunde / Gäste aus anderen Teilen der Welt haben sich uns anzupassen und NICHT wir ihnen.
Wem das nicht paßt, kann ja sehr gerne uns wieder verlassen und in seine "Welt" zurückkehren.
Selbstverständlich können unsere Freunde / Gäste ihren Glauben in ihren eigenen 4 Wänden leben.
Selbstverständlich haben auch wir uns bei unseren Reisen / Besuchen in die Herkunftsregionen unserer Freunde / Gäste an deren Regeln zu halten.

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xx99
4
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Zwischen den Stühlen

"Mit bewegungsbezogenen, pädagogischen und hygienischen Argumenten sachlich und sensibel darauf hinwirken" - ja genau! Da werden die Eltern bestimmt gleich sagen: "Achja, wieso haben wir nicht selber daran gedacht? Vielen Dank, dass sie uns das jetzt erklärt haben." In der Realität bedeutet das nämlich für die LehrerInnen lange, unter Umständen wenig zielführende Elterngespräche und Aufklärungsabende, und schlimmstenfalls ein Zerwürfnis mit den betroffenen Eltern. Und das Ziel der LehrerInnen wird nicht sein, Eltern hier anzuschwärzen und anzuzeigen sondern eben wirklich Überzeugungsarbeit zu leisten um die Türen zu diesen Familien offen zu halten - das Kind zählt schließlich mehr als das Kopftuchverbot, und ein gutes Verhältnis zu den Eltern erleichtert die schulische Arbeit. Es ist vom Gesetzgeber wieder etwas einfach gedacht hier wieder eine Berufsgruppe zwischen die Stühle zu setzen und darauf zu bauen, dass die das schon hinkriegen werden.

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tannenbaum
2
10
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Und

warum kann man denen nicht sagen, dass wir das nicht wollen! Wenn sie darauf bestehen müssen sie wo anders hin gehen! Indirekte Wahlhelfer für die FPÖ haben wir schon genug im Land!

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feringo
1
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xx99 eine Frage

Hallo xx99, die Probleme mit den bei uns aufkeimenden neuen religiösen Richtungen und den bei uns verwurzelten Traditionen müssen sie sowieso schaffen. Ein Gesetz ist wenigstens eine Unterstützung durch den Staat. - Welche Hilfe würden Sie denn anbieten?

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xx99
9
3
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Unterstützung der Schulen

Die Schulen müssten bei der Umsetzung solcher Gesetze durch Schulsozialarbeiter oder Mediatoren gestützt werden. Auch andere Probleme, wie Sie sie ansprechen, sollten ohnehin nicht zwangsläufig von LehrerInnen allein gestemmt werden (zumal diese, wie schon gesagt, zwischen den Stühlen sitzen und teilweise auch nicht dazu ausgebildet sind). Der Ausbau der Unterstützungssysteme würde sich positiv auswirken und die Schulen entlasten und wäre eigentlich ein entscheidenderer Schritt gewesen als nur ein Gesetz hinauszuschleudern. Es ist nämlich schon irgendwie frech so ein Gesetz zu machen und dann quasi zu sagen: "Kümmert euch drum, ihr werdet's das schon irgendwie mit gut zureden machen".

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feringo
1
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@xx99

xx99, ich kann bei Ihnen nur den Ruf nach Unterstützung erkennen, nicht aber für welches Ziel Sie sind. Welche gesellschaftliche Richtung es zu unterstützen gibt ist aber vorerst die Frage. Die Lehrer sind gut genug ausgebildet. Sie brauchen aber die moralischen Vorgaben durch die Politik in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickeln soll.

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