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Kein Fremdverschulden Leiche in Keller war ein Freund des Mieters

Der vorläufig festgenommene Mieter (45) will einen Freund, den er leblos gefunden hatte, in den Keller gelegt haben.

In diesem Kellerabteil wurden Leichenteile in Müllsäcken entdeckt © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Massiver Gestank hat am Donnerstag zur Auffindung einer Leiche in Wien-Floridsdorf geführt. Der stark verweste Körper war in einer abgeschalteten Kühltruhe in einem Keller eines Hauses in der Mengergasse deponiert. Der Mieter des Abteils gab bei der Einvernahme an, seinen verstorbenen Freund dort abgelegt zu haben, wie die Polizei am Freitag berichtete.

Die beiden Männer sollen einige Zeit zusammen gewohnt haben. Der gestern vorläufig festgenommene 45-Jährige sagte aus, der Gesundheitszustand seines Bekannten habe sich verschlechtert. Er habe sich dabei aber nichts gedacht. Als er eines Tages den Freund leblos vorfand, verpackte er die Leiche in Plastiksäcke und brachte sie in das Kellerabteil, so seine Aussage.

Nicht zerteilt

Entgegen früheren Meldungen war die Leiche nicht zerteilt. Die erste gerichtsmedizinische Obduktion ergab keine äußerlichen Hinweise auf Fremdverschulden. Weitere forensische Untersuchungen, wie etwa ein toxikologisches Gutachten, standen noch aus. Die Identität des Toten war am Freitagvormittag noch nicht restlos geklärt, die Polizei wollte bis zur Verständigung möglicher Angehöriger zur Person keine weiteren Angaben machen.

"Personen", so Polizeisprecher Markus Dittrich, hatten am Donnerstag im Zuge von Räumungsarbeiten in dem Gebäude in der Mengergasse massiven Gestank wahrgenommen. Sie wendeten sich an die Polizeiinspektion Donaufelder Straße. Die Beamten fanden in dem Kellerabteil die stark verwesten sterblichen Überresten. Der 45-Jährige befand sich am Freitag noch "in polizeilicher Anhaltung", berichtete die Exekutive.

Delogierung

Laut Medienberichten hätte der Mann delogiert werden sollen. Das sagte auch eine Nachbarin im Gespräch mit der APA, die über Jahre Kontakt mit dem 45-Jährigen hatte. "Er ist oft bei mir in der Küche gesessen, wir haben Kaffee getrunken und stundenlang über Gott und die Welt gesprochen", erzählte die Frau. Den Mann beschrieb sie als "Einzelgänger", er sei aber ihr gegenüber "nie unangenehm" gewesen. Heuer sei der Kontakt etwas abgerissen, weil die Nachbarin sich einer Hüftoperation unterziehen musste.

Die Pensionistin schilderte, dass der Mann, der seit Jahren in dem Haus lebte, nie jemanden in seine Wohnung gelassen habe - "nicht einmal den Rauchfangkehrer". Besuch von einem Freund habe sie nicht mitbekommen.

Am Freitag hing noch immer höchst unangenehmer Geruch im Stiegenhaus. Mitarbeiter einer Firma, die den Keller und das Stiegenhaus reinigen sollen, brachen ihr Vorhaben ab, um sich "Masken gegen den Gestank zu besorgen", wie sie er APA berichteten.

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