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20-Jähriger vor GerichtWahllos mit Gartenhacke auf drei Menschen losgegangen

Einem Gutachten zufolge war der Mann nicht zurechnungsfähig, die Staatsanwaltschaft beantragte daher die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

© APA (Archiv)
 

Am Landesgericht St. Pölten hat am Montagvormittag der Prozess gegen einen 20-Jährigen begonnen, der im Mai in Maria Anzbach (Bezirk St. Pölten-Land) wahllos ausgesuchte Opfer mit einer Gartenhacke attackiert haben soll. Einem Gutachten zufolge war der Mann nicht zurechnungsfähig, die Staatsanwaltschaft beantragte daher die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Drogen im Spiel

Wie die Vertreterin der Anklagebehörde in ihrem Eröffnungsvortrag festhielt, soll der Betroffene bereits "in der Gymnasialzeit begonnen haben, mit Drogen zu experimentieren". Dies habe dazu geführt, "dass es ihm in seiner psychischen Verfassung immer wieder schlecht gegangen ist und er mit seinem Leben nicht zurechtgekommen ist. Ein solcher Tag war auch der 1. Mai". Schon in der Früh sei der österreichische Staatsbürger sehr unruhig gewesen und habe geglaubt, verfolgt zu werden. Der 20-Jährige selbst räumte ein, gedacht zu haben, dass in das Haus seiner Familie Gas eingeleitet werde. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit den Eltern setzte sich der Mann ins Auto und startete seine Tour. "Ich wollte nur flüchten von zu Hause. Wohin wusste ich nicht", sagte der Mann bei seiner Befragung.

Radler gerammt

Er soll im Anschluss zunächst einen Radfahrer mit dem Pkw gerammt haben und geflüchtet sein. Der 47-Jährige wurde mit Blessuren ins Spital gebracht. Nachdem der Zivildiener den Wagen auf einem Waldweg zurückgelassen hatte, soll er ein auf der Terrasse eines Vorgartens sitzendes Ehepaar, eine 71-jährige Frau und ihren um ein Jahr älteren Mann, mit einer Gartenhacke angegriffen und verletzt haben. Vor dem 72-Jährigen habe er Todesangst gehabt. Das Werkzeug hatte er sich auf dem Weg angeeignet: "Die habe ich irgendwo im Wald gefunden", sagte der 20-Jährige, der in Bezug auf die Angriffe auf das Ehepaar und die folgenden Vorfälle von "Erinnerungslücken" sprach. Laut Staatsanwaltschaft konnten sich zwei Frauen auf dem Nachbargrundstück der beiden Pensionisten noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

In der Folge soll der jugendlich aussehende Mann eine weitere 71-Jährige mit der Gartenhacke attackiert und ihr Blessuren zugefügt haben. Den wahllos ausgesuchten Opfern wurde gegen bzw. auf den Kopf geschlagen. Im Zuge einer Großfahndung wurde der 20-Jährige am Nachmittag des Staatsfeiertags festgenommen. "Noch mit der Gartenhacke in der Hand, herumirrend", sagte die Staatsanwältin.

Schizophrene Paranoia

Wäre der Mann zurechnungsfähig und damit schuldfähig, müsste er sich wegen versuchten Mordes verantworten. Kausal für die Taten war laut Gutachten eine drogeninduzierte Psychose. Im Blut des 20-Jährigen wurden THC und Kokain gefunden, das er nach eigenen Angaben am Vorabend des Staatsfeiertags konsumiert hatte.

Verteidiger Ernst Schillhammer verwies darauf, dass sein Mandant im Zustand einer schizophrenen Paranoia gehandelt und an die Vorkommnisse vom 1. Mai lediglich getrübte Erinnerungen habe. "Als ich ihm den Akt vorgelesen habe, hat er selbst einen Schock bekommen", schilderte der Jurist. Dass die Opfer durch die Gartenhacke leichte Verletzungen erlitten, sei so zu interpretieren, dass der Betroffene mit dem Gegenstand "ein bisschen mehr als herumgefuchtelt, aber nicht gezielt hingeschlagen hat". Ein Mordversuch liege daher nicht vor. Ähnlich verantwortete sich der 20-Jährige, der zudem bekannte: "Mir tut der ganze Vorfall leid."

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