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Greenpeace-ReportAuswirkungen der Klimakrise treffen uns längst unmittelbar

Umweltschutzorganisation präsentiert ersten Bundesländer-Report zu Folgen der Klimakrise: Stürme, Hagel und Dürre belasten Mensch und Natur. Schneemangel bedroht den Wintertourismus.

Blick vom Schweikertsee auf den Schweikertferner und den Fuß des Rofelewand-Massivs im Tiroler Pitztal in den Jahren 2011, 2014, 2016 und 2018
Blick vom Schweikertsee auf den Schweikertferner und den Fuß des Rofelewand-Massivs im Tiroler Pitztal in den Jahren 2011, 2014, 2016 und 2018 © (c) APA/ÖAV/M. STRUDL
 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentierte erstmals einen Report zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Mensch und Natur in der Steiermark. Die stärksten und unmittelbarsten Auswirkungen der Klimakrise betreffen Landwirtschaft und Wintertourismus.

Schmelzende Gletscher, austrocknender See

Auf Basis der Analysen des Climate Change Centre Austria (CCCA) hat Greenpeace für seinen Report die Orte des Geschehens in jedem Bundesland besucht und fotografisch dokumentiert, wie die Klimakrise schon heute wirkt. So sind etwa höher liegende Regionen besonders betroffen: Schmelzende Gletscher in Tirol und tauende Permafrostböden in Salzburg fallen der zunehmenden Hitze zum Opfer. Auch die sensible Kulturlandschaft der Almen in Vorarlberg oder der Neusiedlersee im Burgenland, der endgültig auszutrocknen droht, sind akut bedroht.

Der Report verdeutlicht zudem, wo Mensch und Wirtschaft betroffen sind: Extreme Hitze in den Städten, allen voran Wien, das Waldsterben durch Brände oder den Borkenkäfer in Kärnten und Oberösterreich, verwaiste Skigebiete in der Steiermark oder extreme Trockenheit, die in Niederösterreich zu Ernteausfälle führt, setzen heimischen Bauern und Tourismusbetrieben massiv zu.

Zwei Szenarien

Auf Basis der CCCA-Daten wurde einerseits ein Szenario berücksichtigt, bei dem sich bis 2100 nichts an der aktuellen Situation ändert, wie auch eines, bei dem eine Reduktion der Treibhausgasemissionen zu einem geringeren Temperaturanstieg in der Zukunft führen kann.

Folgen für die Steiermark

Starkregenereignisse und Gewitter werden in der Steiermark zukünftig vermehrt zu Überschwemmungen und Hangrutschungen führen. Das Auftauen des Permafrostbodens - der dauerhaft gefrorenen Böden in hochgelegenen Gebieten - schädigt gleichzeitig die Bodenstabilität. Die Folge sind Murenabgänge, Fels- und Steinstürze.

Ganze Ernten zerstört

Die Landwirtschaft in der Steiermark leidet massiv unter der zunehmenden Dürre, aber auch Extremwetterereignisse wie Hagel und Starkregen belasten vor allem die empfindlichen Obstkulturen und zerstören innerhalb kürzester Zeit ganze Ernten. Auch der Wintertourismus kämpft mit den Folgen der Erderhitzung: Die Schneemenge wird drastisch abnehmen. Im Winter wird so die Naturschneedecke im ganzen Bundesland stark zurückgehen. Darunter werden besonders Schigebiete wie Schladming leiden. Die Tage, an denen es eine geschlossene Schneedecke gibt, werden in Zukunft gar um die Hälfte zurückgehen.

Skigebiet dauerhaft geschlossen

"Die Klimakrise ist längst im grünen Herzen Österreichs angekommen. Die Steirer und Steirerinnen leiden schon heute an den Folgen der Erderhitzung: Hagel, Stürme und Starkregen zerstören ganze Ernten in Rekordzeit und auch der Wintertourismus ist bedroht”, warnt Sophie Lampl, Kampagnendirektorin bei Greenpeace. “Besonders deutlich sieht man das etwa im Skigebiet Lammeralm bei Langenwang, dessen traurigen Niedergang wir für den Greenpeace-Report dokumentiert haben. Dieses in der Hochsteiermark im Mürztal gelegene Skigebiet wurde nach der Saison 2015/16 aufgrund der schlechten Schneesituation dauerhaft geschlossen,” beschreibt Lampl die Lage vor Ort.

"Klimaschutz muss endlich Priorität in der Politik haben. Nur so können wir das schützen, was uns lieb ist: unsere Berge, unsere Wälder und unsere Seen. Darum braucht Österreich dringend höhere Reduktionsziele bei den Treibhausgasen, eine ökosoziale Steuerreform und unser Land muss raus aus schmutzigem Öl. Egal wer die nächste Regierung stellt, diese Punkte gehören ins Regierungsprogramm. Jetzt nicht zu handeln bedeutet die leidenden Menschen und die betroffene Natur im Stich zu lassen", stellt Lampl klar.

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