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Gericht entschiedFernfahrer soll Kollegen mit Eisenstange verletzt haben: Freispruch

Staatsanwaltschaft ortete Racheakt für Streich. Der angeklagte Pinzgauer beteuerte bei Prozess in Salzburg seine Unschuld. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Sujetbild © EPA
 

Am Landesgericht Salzburg ist am Freitag ein 38-jähriger Lkw-Fahrer vom Vorwurf der absichtlich schweren Körperverletzung freigesprochen worden. Der Mann soll im April 2018 auf einem Rastplatz in Norditalien einem Kollegen mit einer Eisenstange zahlreiche Brüche im Gesicht zugefügt haben - aus Rache, weil Fernfahrer seinen Anhänger verschoben haben. Der Angeklagte hatte die Tat stets bestritten.

Bei dem Vorfall hatten drei Lastwagenfahrer, die alle in ihren Fahrzeugen nächtigten, nach einem gemeinsamen feucht-fröhlichen Abendessen mit dem Pinzgauer aus Spaß den Anhänger des selbstständigen Frächters von der Zugmaschine abgehängt und in der Nähe abgestellt. Der 38-Jährige musste die beiden Teile etwas mühsam mit einer Kippstange wieder zusammenhängen. "Ich war nicht glücklich darüber", schilderte er heute.

Einer seiner Kollegen gab später vor Ermittlern an, er habe gesehen, wie der Salzburger später mit einer Stange in Richtung des Lkws des späteren Opfers, ein 44-jähriger Fernfahrer aus Österreich, gegangen sei. Der Mann wurde in der Früh verletzt von Mitarbeitern einer dort ansässigen Firma vorgefunden - neben den Brüchen hatte er auch einen Halswirbelriss erlitten.

Auf Unschuld gepocht

Der Angeklagte meinte, er sei fälschlicherweise von dem Fernfahrer belastet worden. Der 44-Jährige sei nach dem Abendessen massiv betrunken gewesen und dürfte dann in der Nacht aus dem Führerhaus gefallen sein. Er habe ein Geräusch gehört und gesehen, dass der Mann am Boden vor dem Fahrzeug lag. Er habe schon aussteigen und ihm helfen wollen, da sei der Österreicher schon wieder in seinem Fahrzeug gewesen. "Ich dachte, es ist nicht so schlimm", begründete der Pinzgauer, warum er doch nicht ausgestiegen war.

Das mutmaßliche Opfer wusste nicht, woher die Verletzungen herrührten. "Ich war der Meinung, vielleicht bin ich rausgefallen", sagte er zum vorsitzenden Richter Philipp Grosser. Staatsanwältin Sandra Wimmer verwies auf das gerichtsmedizinische Gutachten. Ein Sturzgeschehen sei untypisch für die erlittenen Verletzungen, es sei von einer stumpfen Gewalteinwirkung auszugehen. "Die Schläge mit der 50 Zentimeter langen Kippstange müssen sehr wuchtig gewesen sein", sagte sie. Verteidiger Rene Fischer erklärte, es gebe keinen Beweis für die Tat. Der Angeklagte habe kein Motiv gehabt, den Fernfahrer zu verletzen, und auch nicht vermutet, dass der 44-Jährige den Streich ausgeheckt habe.

Der heutige Freispruch ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat nach dem Urteil keine Erklärung abgegeben.

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