AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Prozess in Wien Auf Nachbarn mit Hammer losgegangen

Ein 49-jähriger Wiener ist am 18. Juni in einer Gemeindebau-Anlage in der Brigittenau mit einem Hammer auf einen Nachbarn losgegangen. Heute stand er dafür vor Gericht.

© Fuchs
 

Unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung - er leidet seit 20 Jahren an paranoider Schizophrenie - ist ein 49-jähriger Wiener am 18. Juni in einer Gemeindebau-Anlage in der Brigittenau mit einem Hammer auf einen Nachbarn losgegangen. "Er is' a super Mensch, wirklich toll. Aber was er in den letzten Jahren aufführt, is' net normal", berichtete der Betroffene am Donnerstag am Landesgericht.

Um seine Krankheit in den Griff zu bekommen, muss der 49-Jährige seinen Angaben zufolge zehn verschiedene Medikamente nehmen. Diese bewirken jedoch Erektionsstörungen, wie er einem Schöffensenat (Vorsitz: Sonja Höpler-Salat) anvertraute. Seine Beziehung mit seiner letzten Freundin sei deshalb in die Brüche gegangen. Diese habe sich mit den Worten "Oida, was is' mit dir?" immer wieder über seine Potenzprobleme beschwert. Da habe er die Medikamente abgesetzt.

 

Die Folgen davon bekamen die beiden unmittelbaren Nachbarn des Mannes - ein Kfz-Lackierer mit seiner Familie und eine Krankenschwester - zu spüren. Der 49-Jährige hämmerte nachts gegen die Wände, drehte ihnen einfach den Strom ab und verschreckte die Kinder. "Er is' nackt vor der Haustür g'sess'n und hat die Kinder angeschrien", teilte der Kfz-Lackierer mit. "Er war ständig aggressiv gegen mich. Jeden Tag. Er hat mich als Polin beschimpft", offenbarte die Krankenschwester.

Am 18. Juni eskalierte die Situation. "Er is' mit einem Hammer auf mich losg'rannt", erinnerte sich der Nachbar. "Jetzt bist dran", habe der 49-Jährige gebrüllt, wobei er den Hammer über dem Kopf geschwungen hätte: "Im letzten Moment hab' i vor eahm die Tür zug'haut."

Der als zurechnungsunfähig eingestufte 49-Jährige wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Die Maßnahme wurde jedoch auf eine fünfjährige Probezeit bedingt nachgesehen. Seit seiner Inhaftierung bekommt der Mann eine Depotspritze, auf die er gut anspricht. Sein Zustand hat sich erheblich verbessert. Sein Anwalt legte eine Bestätigung eines Vereins vor, der betreutes Wohnen für psychisch Kranke anbietet und Platz für den Mann hat.

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren