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Neues SchuljahrNeuregelung bei Noten und Sitzenbleiben trifft vor allem Volksschulen

Am spürbarsten werden die Neuerungen dieses Schuljahrs an den Volksschulen. Dort werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt - gleichzeitig wird aber in allen Klassen zumindest zusätzlich alternativ beurteilt.

© APA/Harald Schneider
 

Das Schuljahr 2019/20 bringt unter anderem eine Neuregelung der Notengebung und des Sitzenbleibens sowie ein Kopftuch-Verbot an den Volksschulen. Weitere Änderungen: Alle neu eintretenden Lehrer fallen nach Auslaufen einer Übergangsfrist ins neue Dienstrecht. Für die Neuen Mittelschulen wird es ein Übergangsjahr: Reformen wie zwei Leistungsniveaus ab der 2. Klasse treten stufenweise in Kraft.

Am spürbarsten werden die Neuerungen dieses Schuljahrs an den Volksschulen. Dort werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt - gleichzeitig wird aber in allen Klassen zumindest zusätzlich alternativ beurteilt. Außerdem können Schüler grundsätzlich ab der zweiten Klasse wieder sitzenbleiben. Außerdem werden alle Eltern zu Bewertungsgesprächen über Leistungsstärken und Leistungsstand eingeladen (bisher nur bei alternativer Beurteilung), bei Bedarf können Schüler auch zu Förderunterricht verpflichtet werden.

Kopftuchverbot

Ebenfalls neu an den Volksschulen: Untersagt wird ganz generell "das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist". Begründet wird dies mit "der sozialen Integration von Kindern gemäß den lokalen Gebräuchen und Sitten, der Wahrung der verfassungsrechtlichen Grundwerte und Bildungsziele der Bundesverfassung sowie der Gleichstellung von Mann und Frau". Bei einem Verstoß droht eine Strafe bis zu 440 Euro.

NMS mit zwei Niveaus

An den Neuen Mittelschulen (NMS) gibt es künftig ab der sechsten Schulstufe (2. Klasse) zwei unterschiedliche Leistungsniveaus ("Standard" und "Standard-AHS"). Diese lösen die bisher ab der siebenten Schulstufe (3. Klasse) bestehende Differenzierung in "grundlegende Allgemeinbildung" und "vertiefende Allgemeinbildung" ab. Die siebenteilige NMS-Notenskala wird abgeschafft, an ihre Stelle treten zwei vom System her ähnliche, einander überlappende je fünfteilige Skalen. Schulautonom erhalten die NMS auch die Möglichkeit, zur Leistungsdifferenzierung ab der sechsten Schulstufe in Deutsch, Mathe und Englisch dauerhafte Gruppen einzurichten - wobei auch während des Schuljahrs zwischen den Gruppen gewechselt werden kann. Einschränkung: Die Maßnahmen an den NMS können zwar ab heuer eingeführt werden, verpflichtend sind sie erst ab 2020/21.

Freiwilliges 10. Jahr

Neu ist auch die Wiedereinführung eines freiwilligen zehnten Schuljahres an den Polytechnischen Schulen für Schüler, die ihr neuntes Schuljahr an einer AHS oder einer berufsbildenden mittleren und höheren Schule (BMHS) nicht erfolgreich abgeschlossen haben. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits für im letzten Pflichtschuljahr an einer NMS oder am Poly gescheiterte Jugendliche.

Dienstrecht neu

Mit dem Schuljahr 2019/20 verlieren außerdem neu in den Schuldienst eintretende Lehrer das Wahlrecht zwischen altem und neuem Lehrerdienstrecht. Das neue System bringt eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf grundsätzlich 24 Stunden sowie höhere Anfangsgehälter bei einer flacheren Gehaltskurve. Außerdem vorgesehen sind neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung für alle Lehrer außerhalb der Unterrichtszeit, eine Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Ende der Pragmatisierung bei gleichzeitiger Beibehaltung eines erhöhten Kündigungsschutzes.

Schulreife-Feststellung

Eine weitere Neuerung in diesem Schuljahr betrifft die Taferlklassler des Schuljahrs 2020/21. Bei der Schuleinschreibung Anfang 2020 gelten erstmals einheitliche Kriterien für die Feststellung der Schulreife. Grund dafür war die unterschiedliche Praxis in den einzelnen Bundesländern: Im Burgenland und in der Steiermark wurden zuletzt so gut wie keine Kinder wegen mangelnder Schulreife einer Vorschulklasse zugewiesen, in Vorarlberg waren es dagegen 16 und in Salzburg fast 20 Prozent.

Kommentare (17)

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andreakrenn
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Vorschulklassen

Das find ich ganz gut, wenn statt der 3 jährigen Schuleingangsphase( defacto : wiederholen der 1.Klasse) wieder mehr Kinder in die Vorschule gehen könnten. Gerade für knapp 6 jährige ein Schuleinstieg „ light“ und ein guter Start ins Schulleben.

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erstdenkendannsprechen
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geht ja nur da, wo genügend kinder sind

dh in großen schulen.
ansonsten: wie gehabt.
allerdings ist die dreijährige schuleingangsphase nicht überall ein "wiederholen der ersten klasse" - im gegenteil.

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Feja
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Lächerliches herumhacken auf Volksschulkindern

Für was gibt es Bildungswissenschaften wenn dann niemand darauf hört?
Ein Blick nach Finnland reicht um zu zeigen wie absurd Noten für 7Jährige sind.

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Feja
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Lauter Bildungsexperten hier unterwegs

Vermutlich alle mit zwei Dr. Titel.

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Mein Graz
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@Feja

Mindestens.
Blaulehrgangdoktor, Fuchtelakademiedoktor und Baumschuldoktor.

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Feja
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;)

Ja Mein Graz.
Humor ist wenn man trotzen lacht.

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PiJo
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Für die Schüler !

Man muss das Rad nicht neu erfinden, aber diese Reform ist endlich auch einmal
auch für die Schüler etwas positives. Die letzten Jahre waren ja nur ein Hick Hack zwischen Gewerkschaft , Lehrpersonal und Politik. Um das Wohl der Kinder ist es nicht gegangen.

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Mein Graz
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@PiJo

Positiv für die Schüler ist sicher, dass sie jetzt wieder schon in der Volksschule eine Ehrenrunde drehen dürfen wenn Eltern und Lehrer es nicht schaffen sie so zu unterstützen, dass sie den Stoff erfassen.

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erstdenkendannsprechen
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meistens hat das in der volksschule

mit reife zu tun. und damit, dass jedes kind ein anderes lerntempo hat. ich kann nicht alle sechsjährigen gleich behandeln und von allen das gleiche verlangen. bei sechsjährigen liegen entwicklungsmäßig drei jahre dazwischen - und so schaut es dann halt auch aus beim erlernen und erfassen von abstrakten inhalten. es ist gut, wenn kindern mehr zeit gegeben wird - und denen, die weniger zeit brauchen, die möglichkeit, es schneller zu schaffen. aber das darf keine wertzuschreibung werden. wenn ein kind sechs jahre für den stoff der volksschule braucht, dann braucht es die eben. wesentlich wäre, dass es ihn am ende der sechs jahre beherrscht. und wenn jemand drei jahre braucht, dann eben drei.

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Alfa166
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@MeinGraz

Lieber eine Ehrenrunde zuviel, als die Schulzeit im Schnelldurchlauf mit auswendig lernen zu absolvieren.

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PiJo
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@Mein Graz

Es ist manchmal besser am Beginn eine Ehrenrunde zu drehen als jahrelang überfordert in der letzten Reihe zu sitzen. Die ersten Jahre entscheiden oft, ob man sinnerfassend lesen lernt. Die Eltern sind natürlich auch gefordert, die Erziehung nicht dem Lehrer zu überlassen, damit diese mehr Zeit für den Unterricht haben.
Ich kenne einige Personen die eine "Ehrenrunde " gedreht haben , sich aber heute
erfolgreich in Führungspositionen befinden. Die Eltern müssen sich eben die Zeit nehmen für die Unterstützung der Kinder und nicht bei schlechter Benotung, die es ja wieder gibt, den Lehrer dafür verantwortlich machen.

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erstdenkendannsprechen
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zwei kinder in der familie:

meine tochter und der neffe meiner frau. meine tochter ist ein sommerkind. sie kommt mit, muss aber die ganze zeit wirklich kämpfen (die andere tochter ist im oktober geboren, ist um fast ein jahr später eingschult worden und spielte sich von anfang an). wir denken uns immer, ein jahr länger in der grundstufe eins hätte ihr gut getan (war halt nicht dringend nötig).
und unser neffe: schwierige familienverhältnisse, selbstwertprobleme, lernprobleme. er hätte in der ersten mmn unbedingt wiederholen sollen - seine mutter war aber strikt dagegen, weil sie etwas gegen die lehrerin hatte. er ging jetzt in die dritte, kann keine ordentlichen sätze shreiben und hat probleme im zahlenraum 1000 - weil er den zahlenraum 10 und 100 nicht wirklich erfasst hat (über- und unterschreitung, etc.). ich hab die ganzen ferien mit ihm gelernt (wobei ich finde, dass sein selbswertgefühl aufgebaut gehört, versuchen wir ja, ist aber mit drei vierern im zeugnis nicht einfach). hauptsächlich haben wir stoff aus der ersten und zweiten gemacht, legematerial verwendet usw. erst, wenn er den hunderter kann, dann wird das mit dem tausender was. und genau deswegen hätte er nie in die dritte kommen sollen, bevor das sitzt.

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ChristianaPotocnik
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Kein Kind wird im Stich gelassen

Bitte nicht so ein Gejammere um die ach so armen Kinder!!! Das ist völlig falsch, wie Sie das sehen! Selbstverständlich gibt es Kinder, die sich beim Lernen nicht leicht tun, aber mit viel Fleiß und Bemühen und auch Ehrgeiz ist sehr vieles möglich! ÜBUNG MACHT DEN MEISTER ... das bewahrheitet sich immer! Ich kenne so viele Leute, die Ehrenrunden drehten, niemand hat davon einen Schaden bekommen, im Gegenteil, sehr viele sind in Top-Berufen gelandet! Es ist auch die Pflicht der Eltern, ihre Kinder in der Schule, beim Lernen zu unterstützen und zu wissen, was die Kinder in der Schule machen! Dafür gibt es Eltern! Sehr viele Eltern schieben alle Probleme den Lehrern zu, das ist total falsch und nicht passend! Kein Kind wird heute seitens der Schule im Stich gelassen, es gibt so viele Fördermaßnahmen, so viel Förderunterricht (Lehrer machen unentgeltlich an den Nachmittagen Nachhilfe - auch das MUSS gesagt werden) - LERNEN MÜSSEN DIE KINDER SELBER! Vielleicht werden gewisse Eltern endlich kapieren, dass die KINDER AUCH DIE HAUSAUFGABEN machen müssen, dass auch für einen Test, für eine Wiederholung GELERNT WERDEN MUSS!!!!!!!!!! Dieses dauernde Gejammere, wie arm die Kinder heute in der Schule sind, wie viel sie tun müssen, ist doch lachhaft und stimmt überhaupt nicht! All die Jahre hatten wir eine "Kuschelpädgogik", die nicht richtig ist. Leistung darf doch gefordert sein und will gefordert sein - oder wollen wir eine Generation heranwachsen lassen, die zunehmends "verblödet"?

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Mein Graz
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@ChristianaPotocnik

Äh, wo siehst du ein "Gejammere um die ach so armen Kinder"?

Natürlich ist es die Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu unterstützen, zum Lernen anzuregen und MIT ihnen zu lernen, zu üben, die Hausaufgaben zu kontrollieren. Wenn allerdings immer mehr Eltern versagen, wer leidet darunter? Die Kinder! Denn welches Kind setzt sich schon hin und lernt und übt, wenn die Eltern nicht dahinter sind? Die wenigsten! ABER die KINDER bleiben auf der Strecke!

Ja, und da tun mir die Kinder leid, denn wenn es in der Volksschule schon mit der Unterstützung durch die Eltern nicht klappt, wie wird das dann in der Unterstufe? In der Oberstufe sind sie ja (meistens, aber auch nicht immer) selbst schon motiviert, obwohl auch da die Eltern gefordert sind mit der Schule Kontakt zu halten und zu schauen, dass nicht in der 7. Kl. dann plötzlich abgebrochen wird.

Die Eltern versagen, die Kinder leiden darunter.
Dass viele Lehrer ihr Bestes geben, sich einsetzen und bemühen steht nicht zur Debatte!

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ChristianaPotocnik
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Gute Neuerungen - sehr begrüßenswert

Ich finde diese Neuregelungen sehr sehr gut und sinnvoll, sehr begrüßenswert ... Gottseidank tut sich einiges im Schulwesen, das wirklich sehr okay ist und fortschrittlich, ebenso an die Zeit angepasst und wirklichkeitsbildend. Gut so!

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Mein Graz
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@christianaPotocnik

M.E. ist das eher ein Rückschritt. Jetzt kann es passieren, dass Kinder schon in der Volksschule eine Klasse wiederholen müssen.

Da geht es etwa bei Mathematik in der 3. Schulstufe um Folgendes:
Ausbauen des Zahlenraumes bis 1 000 Erarbeiten des neuen Zahlenraumes über Grobstrukturen zur Feinstruktur
Veranschaulichen von Zahlen (zB Zahlbilder, Zahlenstrahl, symbolische Darstellungen)
Ausbauen und Festigen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau
Lesen und Schreiben von Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer
Orientieren im Zahlenraum: Auf- und Abbauen von Zahlenfolgen, ...
usw.

Wenn es ein Schüler nicht schafft das zu erlernen und die Unterstützung der Eltern und der Lehrer (oft bedingt durch hohe Klassenschülerzahlen und den daraus resultierenden Zeitmangel) muss der Schüler jetzt die Klasse wiederholen.
Statt dass man einen anderen Ansatz findet, etwa Klassenschülerhöchstzahlen zu senken oder Lehrpersonal aufzustocken lässt man die Kinder im Stich.

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erstdenkendannsprechen
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das problem ist aber, dass es unfair ist, alle kinder über einen kamm zu scheren.

und manch einer braucht mehr als ein jahr, um den zahlenraum 1000 auszubauen. warum ihm das nicht zugestehen?

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