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Zankapfel Tempo 140"Schwere Mängel": Oberösterreich will selbst Tempo auf Teststrecke messen

Umweltlandesrat Rudi Anschober ist eine Asfinag-Messstelle in Allhaming 25 Meter weit weg, die Messstelle in Niederösterreich sogar 38 Meter vom Fahrbahnrand entfernt: Die Rede ist von "schweren Mängeln". Asfinag verteidigt ihre Messstellen.

© (c) APA/BMVIT/MIKE RANZ
 

Nach Greenpeace kritisiert nun auch das oberösterreichische Umweltressort die Evaluierung des Tempo-140-Versuchs auf der Westautobahn durch die Asfinag. Die Experten des Landes würden "schwere Mängel" sehen, so Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne). So hätten etwa die Messstationen nicht den rechtlichen Vorgaben entsprochen. Er kündigte eigene Messungen an.

Viele Meter von Fahrbahnrand entfernt gemessen

Laut den rechtlichen Vorgaben dürfte eine Messstation maximal zehn Meter vom Fahrbahnrand entfernt sein, erklärte Anschober. Die Messstelle in Allhaming (Oberösterreich) sei aber 25 Meter weit weg, die Messstelle in Niederösterreich sogar 38 Meter, rechnete er vor. Auch sei aufgrund der kurzen Messdauer keine Aussage möglich, ob die NO2-Grenzwerte überschritten wurden. "Wir haben Ministerium und Asfinag von Beginn an auf diesen ebenfalls verzerrenden Fehler hingewiesen - ohne Wirkung", kritisierte Anschober.

Wir haben Ministerium und Asfinag von Beginn an auf diesen ebenfalls verzerrenden Fehler hingewiesen - ohne Wirkung.

Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne)

Der Landesrat verwies zudem darauf, dass die Ergebnisse der Asfinag auch "im vollständigen Widerspruch" zu den Evaluierungsergebnissen der Auswirkungen von Tempo 100 auf der A1 bei Enns stehen würden. Dort habe die flexible Schaltung von Tempo 100 - das Limit gilt nur bei entsprechender Umweltbelastung - eine Reduktion der NOx-Emissionen um 8,5 Prozent gebracht. "Dadurch konnte 2018 erstmals der vorgeschriebene Grenzwert unterschritten werden." Zudem seien durch den "Lufthunderter" im Evaluierungszeitraum von Mai 2017 bis April 2018 rund 2.747 Tonnen CO2 eingespart worden, das entspreche einem Minus von 3,4 Prozent.

"Wenn eine Tempoverringerung massiv positive Auswirkungen durch deutliche Absenkungen der Emissionen und Immissionen bringt, dann ist es unmöglich, dass eine relevante Tempoerhöhung zu keinen wesentlichen Auswirkungen führt", kritisiert Anschober. Das einzig Positive sei, dass die Autofahrer das 140er-Limit offenbar nicht ausgenützt hätten. Denn das Tempo sei im Durchschnitt nur um zwei bis vier km/h gestiegen.

"Mangelhafteste Überprüfung, die ich bisher gesehen habe"

Für Anschober ist die Asfinag-Evaluierung zu Tempo 140 "die mangelhafteste Überprüfung, die ich bisher gesehen habe". Das Land Oberösterreich werde daher im September eigene Messungen starten, die ein Jahr lang laufen und deren Ergebnisse unabhängige Experten analysieren sollen.

Greenpeace hat errechnet, dass die tatsächliche Zunahme der CO2-Emissionen auf den beiden Teststrecken nicht wie laut Asfinag bei 1,2 bzw. 1,6 Prozent, sondern bei 2,5 bzw. 2,6 Prozent liegen würden. Bezogen auf den Pkw-Verkehr - für Lkw und Busse gilt ja weiter Tempo 80 - komme man sogar auf 3,5 bzw. 3,6 Prozent.

Die Asfinag pochte hingegen darauf, dass dies nichts an der Menge an tatsächlich emittierten Luftschadstoffen ändere.

Asfinag verteidigt Messstellen

Die Asfinag hat in einer Stellungnahme an die APA betont, dass es sich bei den Messstellen nicht um solche nach dem Immissionsschutzgesetz Luft gehandelt habe. Allerdings habe man vor und nach der Einführung des 140er-Versuchs an den selben Messstellen gemessen und diese miteinander verglichen, hieß es sinngemäß.

Demnach sei vor Einführung des Pilotversuchs im Juli 2018 und nach dessen Beginn im August 2018 gemessen worden. Die Asfinag betonte zudem, dass die Standorte der Messcontainer "nach wissenschaftlichen Aspekten ausgewählt" worden seien. Zum Vergleich mit den Ergebnissen der Lufthunderter-Messungen hieß es, erst müsse geklärt werden, "ob die Ergebnisse zweier verschiedener Studien von zwei verschiedenen Autobahnabschnitten überhaupt miteinander verglichen werden können."

Kommentare (23)

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helmutmayr
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Wie bescheuert ist denn das alles

Jeder Techniker kann vorrechnen was der Mehrverbrauch ist und wieviel mehr an CO2 da raus kommt.
Da wird Steuergeld verschissen nur weil Die Blauen das Zeitalter der Aufklärung noch nicht erreichten. Normal müsste Hofer fūr diese Dummheit angezeigt werden.

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Lodengrün
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Die Asfinag

wurde zur Außenstelle welcher Partei? Richtig, na also,

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100Hallo
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CO2

Hat man von Greenpeace schon was gehört wegen dem Klimatreffen auf Sizilien. Teilnehmer mit Privatjet aber immer
auf die österreichische Bevölkerung.

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Mein Graz
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@100Hallo

Und wieder einmal am Thema vorbei. Wie schon an anderer Stelle zu einem deiner Postings geschrieben:

Ich warte auf den Tag, an dem ich nur Wortmeldungen lese, die in ursächlichem Zusammenhang zum Artikel stehen.
Ich warte sicher vergebens.

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100Hallo
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CO2

Erklären Sie mir was da am Thema vorbei geht?

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Mein Graz
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@100Hallo

Der Artikel berichtet über schwere Mängel bei der Messung des CO2 auf den 140 km/h-Strecken.
DU schreibst von Privatjets - solche fahren m.W. nicht auf der Autobahn.

Erkennst du deine Themenverfehlung, wenn man dich mit der Nase drauf stößt?

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100Hallo
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Co2

Greenpeace kritiesiert anscheinend nur in Österreich wahrscheinlich nur nicht ihre Geldgeber

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Mein Graz
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@100Hallo

Hör auf, solchen Unsinn zu verzapfen.
Geh auf die Greenpeace-Seite und informiere dich, bevor du Unwahrheiten schreibst.

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100Hallo
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CO2

Also bezweifeln Sie das dass unsere sogenannten "Klimaexperten"
mit dem Privatjet kommen. Wurde sogar in den Medien groß geschrieben.

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Mein Graz
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@100Hallo

Da hat wohl was an meiner Antwort nicht gepasst?

Also noch einmal, diesmal allerdings in Kurzfassung:

Lass es. Du drehst und wendest dich in einer Diskussion wie ein Aal - ganz nach deinen Bedürfnissen mit immer weiteren Ablenkmanövern.
EOD

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100Hallo
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CO2

Ihrer Meinung hat Greenpeace die Wahrheit gepachtet. ein Beispiel aus unseren Gerichten. Dem Richter liegen 3 gegensätzliche Gutachten. Er muss sich für eines entscheiden. Ob
es der Wahrheit entspricht ist eine andere Frage. Aber es ist Richterspruch.

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Geerdeter Steirer
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100Hallo,

ein Kommentar 100% gegensätzlich zum Bericht !
Wir müssen unsere eigenen Hausaufgaben nach bestem Wissen und Gewissen tätigen und dort hinleiten das wir Österreicher mit ruhigen Gewissen unseren Nachfahren sagen können wir haben unser möglichstes dazu beigetragen, alles andere ist für die Rundablage (Mistkübel).

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100Hallo
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CO2

Es geht ja nur ums Geld. Man kann hinschauen wo man will.
Alles verbieten und wenn es nicht geht kassieren.

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georgXV
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FREIE Fahrt für freie und mündige Bürger !!!

und immer wieder: dies ist KEINE Auforderung zum aggressiven Rasen und / oder Fahren unter Alkohol- und / oder Drogeneinfluß !!!

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schadstoffarm
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solltest wider Erwarten

einen mündigen Bürger kennen, lass ihn schön grüßen von mir.

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Mein Graz
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@georgXV

Welcher "mündige" Bürger - ich nehme an, du meinst damit diejenigen, die ihren Verstand zu benutzen wissen - fährt in einer Zeit, in der die Umweltfrage in aller Munde ist, noch schneller als 130?

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AAltausseer
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Und warum genau nicht,

wenn es auf deutschen Autobahnen erlaubt ist? Das Tempolimit in Ö ist aus 2 Gründen vor ca 45 Jahren eingeführt worden:
1) Ölkrise - und die längst von der Realität widerlegten „Krisen“-Szenarios des Club of Rome
2) Sicherheitsüberlegungen. Der Vergleich der Unfallstatistiken von D, CH und Ö bringt hier keine wirklich signifikanten Vorteile, der Großteil des Sicherheitsgewinnes und damit der Reduktion von Unfällen, Leid und Tod ist dem technologischen Fortschritt und damit im wesentlichen auch der vielgeschmähten Autoindustrie zu verdanken!
Die CO2 Emissionen des Autoverkehrs werden insgesamt auch, bezogen auf die Gesamtfahrleistungen wesentlich stärker vom Nahverkehr und ganz besonders von den Staus getrieben.
Und wer der Meinung ist, er muss der Umwelt noch extra gutes tun: Langsamer fahren ist nicht verboten, sofern man nicht die gesetzl. Mindestgeschwindigkeit unterschreitet. Andersdenkenden die Fähigkeit zum Verstandesgebrauch abzusprechen, halte ich für entbehrlich!

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schadstoffarm
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Altausseher

1) Ölkrise hat nichts mit Ölreserven zu tun. Nicht die "Realität" hat den Club of Rome widerlegt, zur fraglichen Zeit war sie nur eine Andere. Die technischen Fördermöglichkeiten und damit Lagerstätten haben sich geändert.
2) 130 km/h ist zu schnell, Käufer wird verleitet sein KFZ zu übermotorisieren. Machma wie USA 55 m/h 90 km/h dann sind die nutzlosen > 50kW Kisten Geschichte.

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Horstreinhard
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Lieber Herr Anschober,

wie wurde im Bereich des „Lufthunderters“ die Menge des eingesparten CO2 gemessen?
Das würde mich sehr interessieren!

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X22
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https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/5670095/Kreativ-berechnet_Greenpeace-widerspricht-Asfinag-zu-Tempo-140

.

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malsehen
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mir wäre viel lieber

anstatt die 140 Km/h die provokanten Lufthunderter abzuschaffen.

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Mein Graz
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@malsehen

Ja eh.
Mindestens 140 auf der AB, besser wären 160 - macht ja eh nix, wenn die Umwelt draufgeht, irgendwann muss jeder sterben und was die Urenkerl machen ist völlig wurscht. Man will doch selbst möglichst ungestört und schnell von A nach B kommen, und alles was geht aus dem Auto rausholen.

Und für was ein Lufthunderter? Da schalten die Verantwortlichen doch glatt den 100-er ein, nur weil da in den Verkehrsspitzen ein bissl die Grenzwerte überschritten werden? Da braus ma doch glatt mit 160 durch, dann spür mas eh net.

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AAltausseer
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Wie wärs mit sinnerfasend lesen statt Polemik?

Malsehen hat ja geschrieben, dass er vom 140iger nix hält - also was soll das „Rasergeschwafel“ in deiner Antwort?

Und der IGL-100er ist halt leider nicht viel mehr als ein Placebo, das uns und der Umwelt so gut wie nichts bringt. Aber man kann halt sagen, dass man eh Maßnahmen gesetzt hat!

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