AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

"Unser Haus brennt" Vorarlberg ruft als erstes Bundesland Klimanotstand aus

ÖVP, Grüne, SPÖ und NEOS bekannten sich dazu, nicht nur eine Überschrift, sondern eine Reihe an Maßnahmen setzen zu wollen.

Vorarlberg ruft als erstes Bundesland den Klimanotstand aus © (c) APA/DIETMAR STIPLOVSEK (DIETMAR STIPLOVSEK)
 

Vorarlberg wird am Donnerstagabend als erstes Bundesland den Klimanotstand ausrufen. ÖVP, Grüne, SPÖ und NEOS kündigten am Vormittag in der "Aktuellen Stunde" des Landtags einen entsprechenden Beschluss an, die FPÖ wird ihn voraussichtlich nicht mittragen. Die Parteien bekannten sich dazu, nicht nur eine Überschrift, sondern eine Reihe an Maßnahmen setzen zu wollen.

Der von den Grünen eingebrachte Antrag mit dem Titel "Klimanotstand ausrufen!" basiert auf den Forderungen der "FridaysforFuture"-Bewegung. Er stand als 31. Punkt auf der 34 Punkte umfassenden Tagesordnung, mit einem Beschluss war deshalb nicht vor dem späten Abend zu rechnen.

Die Redner der Fraktionen waren sich darin einig, "dass unser Haus brennt". Bei Klimaschutz gehe es inzwischen um "reinen Menschenschutz", betonte der Grün-Abgeordnete Daniel Zadra. Mittlerweile gebe es in Österreich mehr Hitze- als Verkehrstote. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) wies darauf hin, dass man einen Punkt erreichen könnte, "an dem es kein Zurück mehr gibt". Die nächsten 50 Jahre würden entscheidend sein, so der Landeshauptmann.

FPÖ-Redner Joachim Weixlbaumer stellte fest, "dass wir vor großen Herausforderungen stehen", von einem Wettlauf um die Ausrufung des Klimanotstandes hielten die Freiheitlichen aber nichts. "Es braucht eine Vorwärtsstrategie und keine Hysterie", so Weixlbaumer. FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer kritisierte, dass mit dem Begriff Klimanotstand suggeriert werde, dass Vorarlberg in seinen Bemühungen um Klimaschutz noch ganz am Anfang stehe.

Appell an FPÖ

Wallner appellierte an die Freiheitlichen, es sich mit der Zustimmung noch einmal zu überlegen. "Wenn wir Einstimmigkeit erzeugen, senden wir das Signal an die Jugend: 'Wir haben es verstanden'".

Hinsichtlich zu treffender Maßnahmen forderten ÖVP, Grüne und NEOS eine ökologische Steuerreform, darüber hinaus verwiesen die Redner auf die in Vorarlberg angestrebte Energieautonomie (bis 2050) und die Anstrengungen der vergangenen Jahre. So hat sich in Vorarlberg der Einsatz von Öl zwischen 2005 und 2017 halbiert. Während allerdings die ÖVP unterstrich, dass das Land beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehme, wurde das von Daniel Matt (NEOS) infrage gestellt.

Vor allem die SPÖ störte sich daran, dass die ÖVP den Begriff "Klimanotstand" im Antrag zunächst offenbar habe vermeiden wollen und sich im Antrag nun das englische Synonym "climate emergency" finde. Daraufhin stellte Zadra noch einmal dezidiert fest: "Der Titel des Antrags lautet 'Klimanotstand ausrufen!'"

 

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

dude
1
7
Lesenswert?

Wenn ich mir die Kommentare und deren Bewertungen...

... so ansehe, stelle ich erschüttert fest, daß sehr viele Menschen die Tragweite der Situation nicht erkennen, bzw. nicht erkennen wollen. Dabei ist die Schlagzeile "Unser Haus brennt" ohnehin nahezu lieblich formuliert. Aus einem brennenden Haus kann ich - wenn ich Glück habe - hinauslaufen. Ich bin dann eventuell mittellos, aber ich lebe. In Wahrheit brennt aber unser Raumschiff. Dieses kann ich nicht verlassen, wenn es brennt; zumindest nicht lebendig!

Antworten
scherz
5
7
Lesenswert?

Ein kleiner Schritt..

in die richtige Richtung! Wenn schon nicht die Welt von allen Übeln sofort zum retten ist, so geht es, meiner Meinung nach nur langsam über Bewusstseinsbildung. Dafür passen solche Initiativen ganz gut. Respekt

Antworten
Irgendeiner
7
9
Lesenswert?

Naja,ich hätte den kleinen Vorschlag,einen

IV-finanzierten Studienabbrecher der im größten Faunenschnitt der ganzen Erdgeschichte die kranke Idee vom Staatsziel Wirtschaft ventiliert um den Betriebswirterln Bilanzen auf Kosten der Ökosysteme zu ermöglichen ins reale Berufsleben zu zurückzuschicken und ihn einen anderen Beruf verfehlen zu lassen,einfach weil ich mit Konrad Lorenz weiß, daß man goldene Nockerln nicht fressen kann und er sichtbar nicht, der Glyphosatbasti ist gemeint.

Antworten
GordonKelz
9
14
Lesenswert?

WAS BRINGT DAS AUSRUFEN....

....ist wie Beten, einfach umsonst!
Aber so ist Politik. Haben eh den Notstand ausgerufen .....
Gordon Kelz

Antworten
dude
0
4
Lesenswert?

Ganz ehrlich, Herr Kelz,

... vielleicht hilft in diesem Fall wirklich nur noch beten! Ich bin überzeugt davon, daß die Menschheit mit ihren rationalen Fähigkeiten die Menschheit nicht mehr retten kann. Vielleicht passiert was Unvorhergesehenes, was Ungeplantes, manche mögen "Wunder" dazu sagen und die natürlichen Rahmenbedingungen für ein menschliches Leben bleiben auf unserem Planeten erhalten. Aber daß die Menschen dies selbst machen, von sich aus, vergessen Sie's!

Antworten
mobile49
17
16
Lesenswert?

Unser kleinstes Bundesland macht uns vor , wie es sein sollte im ganzen Staat !

Bravo !

Und was macht die Steiermark ?
Klimasschädliche Events
Na bravo

Antworten
docholliday
8
8
Lesenswert?

das

ist doch ein unsinn mobile49, das ist reiner populismus

Antworten
mobile49
0
0
Lesenswert?

@doc

hast recht
die Erde ist nur mehr zu retten , wenn sie UNS auskotzt

Antworten
Guccighost
6
21
Lesenswert?

und Vorarlberg macht keine Events oder

und wenn ich an den Wintertourismus denke was der Energie verbraucht

Antworten
mobile49
4
11
Lesenswert?

@gucci

den Wintertourismus gibt`s in der Steiermark nicht ?

Antworten
heku49
10
14
Lesenswert?

FPÖ

Die haben überhaupt nichts verstanden. Weder beim Klimaschutz noch beim Rauchverbot. Völlig überflüssige Mandatare....nicht nur in Vorarlberg ....

Antworten
duerni
8
11
Lesenswert?

hallo "büffel", nach ihrer Theorie ist es ohnehin egal was ........

... in Sachen Klima geschieht - also mach ma nix!
Was in den letzten 50 Jahren versäumt wurde, definiert unseren IST-Zustand - aber diesen resignierend zur Kenntnis zu nehmen, ist falsch. Mich stört an dieser Debatte um den Schadstoffausstoß am meisten, dass nicht die größten Umweltsünder zuerst eingebremst werden. Die grenzenlose Globalisierung muss aufhören - dann sind weniger LKWs, Containerschiffe und Flugzeuge unterwegs.
Ein Bundesland in Österreich ruft den "Klimanotstand" aus und der Rest Österreichs schaut zu - das ist der falsche Ansatz. EUROPA muss den Notstand beim Klima ausrufen und Taten setzen, die auch die anderen Kontinent trifft - Globalisierung zurückfahren. Trump verhängt zwar seine Zölle aus anderen Gründen aber Zoll auf die Billigwaren - hergestellt zum Teil von Kindern - ist ein Weg den Binnenmarkt wieder auferstehen zu lassen. Den Armen, die sich die dann teureren aber lebensnotwendigen Waren nicht leisten können müssen wir dann eben helfen - ja Klimaschutz KOSTET GELD - aber unser Leben ist es wohl wert. Das neueste Handy gehört nicht dazu!

Antworten
büffel
1
3
Lesenswert?

Resignation ist nicht zielführend

Da kennst Du mich aber schlecht. Resignation und Aufgabe sind nicht meine Dinge. Doch man muß der Wahrheit schon ins Auge blicken können, sonst wird sich nie etwas ändern. Es ist sehr wichtig das Ruder zu drehen, auch wenn es die Katastrophe nicht aufhalten wird können, aber vielleicht hinauszögern und etwas abmildern.

Antworten
duerni
0
0
Lesenswert?

Hallo "büffel", ich kenne sie nicht, das ist wahr aber wir verstehen uns, .....

…. das erkenne ich an ihrer Antwort.
Noch einen schönes Wochenende und LG, sollten sie das zeitnah lesen.

Antworten
Isabella1986
0
18
Lesenswert?

Wenn

Die restliche Welt nicht mitmacht, bringt es nichts, in Österreich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu besteuern. Ebenso wenig bringt es, die arbeitende Bevölkerung zu schröpfen, wenn der eigentliche Verursacher, die Industrie, nicht massiv zur Kasse gebeten wird.

Aber wie heißt es so schön? Wer das Geld hat, hat die Macht. Lobbyisten sei Dank, wird beispielsweise in Deutschland weiterhin für Glyphosat gestimmt, mehr und mehr Kreuzfahrtschiffe vom Stapel gelassen, Elektroautos zugelassen, obwohl diese genauso viel Dreck verursachen (siehe Kohlekraftwerke), der Flugzeugverkehr ausgebaut und jedes Jahr neue PKW-Modelle auf den Markt gebracht. Dabei wären alte Modelle, mit welchen man zehn Jahre oder mehr fährt, weitaus ökologischer. Denn ein jedes neu gebaute Fahrzeug ist Ressourcenverschwendung. Restaurieren, erhalten, pflegen - das sollte das Gebot der Stunde sein.
Ebenfalls muss endlich mit der Rodung von Wäldern Schluss sein. Jeden Tag werden knapp 13 Fußballfelder an Natur in Österreich verbaut. Wo befindet sich da das ökologische Denken und Handeln?

Antworten
brosinor
0
12
Lesenswert?

100% Zustimmung

...doch es wird so weitergehen bis nix mehr geht. Und dann werden sich die Reichen das Überleben erkaufen und der Rest wird tödliches Schweigen sein.

Antworten
dude
11
16
Lesenswert?

Bravo Vorarlberg!

Bei diesem Thema gibt es nichts schönzureden! Und es ist genau so wie Hr. Zadra oben im Artikel zitiert wird: "Klimaschutz ist reiner Menschenschutz!"
Ich hoffe, daß Kärnten und weitere Bundesländer möglichst schnell dieser Initiative folgen!

Antworten
brosinor
5
11
Lesenswert?

Schützenhoefer und Nagl

....finden das alles uebertrieben.
Zuabaut wird, und kusch!

Antworten
büffel
5
17
Lesenswert?

Reißleine nicht vorhanden

Nicht die nächsten 50Jahre sind entscheidend, die letzten 50Jahre waren es. Der Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt, ist schon längst erreicht.
Aber dies wird die wirtschaftsamikalen Parteien nicht davon abhalten, weiterhin die rosa Brille aufzusetzen sich selbst und auch ihren Anhängern.
Denn geht es der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut nach deren Logik.
Solange solch ignorante Realitätsverweigerer beim ebenso ignoranten Wähler punkten und damit in der Politik Fuß fassen können, wird sich nicht viel ändern. Was momentan geschieht in dieser Richtung, sind alles nur Lippenbekenntnisse.
Man sieht jedes Jahr von Klimakonferenz zu Klimakonferenz, daß wir nicht fähig sind zu verzichten bzw. verzichten zu wollen.
Die Nachfolgegenerationen, so es welche gibt, werden uns hassen dafür, doch das nützt dann auch nichts mehr. :-(

Antworten