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Laut ExpertenLawinengefahr: Periode nach Schneefällen entscheidend

Blickt man in die Statistik sind große Neuschneezuwächse und kritische Lawinenzyklen Anfang Jänner selten.

© APA/HARALD SCHNEIDER
 

Für den Lawinenexperten Peter Höller ist die Periode nach den Schneefällen entscheidend, ob sich ein Potenzial für große Katastrophenlawinen entwickelt, oder nicht. Denn folge eine Schönwetterperiode mit leichtem Temperaturanstieg könne sich der Schnee setzen und würde dann - obwohl in der Masse viel - ein gutes Fundament bieten, erklärte er im Gespräch mit der APA.

Blickt man in die Statistik sind jedenfalls große Neuschneezuwächse und kritische Lawinenzyklen Anfang Jänner selten, sagte Höller: "Lediglich 1954 und 1968 gab es Witterungsperioden mit großem Neuschneezuwachs und damit einhergehenden kritischen Lawinensituationen." Häufiger ergeben sich derartig prekäre Situationen Ende Jänner, im Februar oder im März. Im langjährigen Durchschnitt etwa in einem Abstand von sechs bis sieben Jahren.

Nicht mit Galtür vergleichbar

Als Lawinenzyklen definieren Experten Zeiträume, in denen entweder Lawinen zahlreich abgehen, oder Lawinenereignisse viele Todesopfer gefordert haben, erläuterte Höller. Die Situation sei mit dem Katastrophenwinter von Galtür im Jahr 1999 - damals forderte eine Lawinenkatastrophe 31 Todesopfer - nicht vergleichbar. Denn bisher sei vorwiegend das Tiroler Unterland, wo gänzlich andere geografische Bedingungen herrschen, von den massiven Schneefällen betroffen gewesen. "Auch mit den jetzt bis Dienstag für den Westen Tirols prognostizierten Schneefällen ist die Menge nicht mit jener aus 1999 vergleichbar", so Höller. Damals dauerte die Schneefallperiode zudem insgesamt weitaus länger, nämlich von Ende Jänner bis Ende Februar. Man sollte die Situation "nicht kleinreden, aber auch keine Panik verbreiten".

Zudem habe sich auf dem Gebiet der Schutzbauten einiges getan, was sich auch in der Statistik widerspiegle. Die Zahl der Todesopfer habe sich im Untersuchungszeitraum von 1947 bis 2016 "deutlich" verringert. Starben im Zeitraum von 1947 bis 1980 noch 41 Prozent aller Toten durch Katastrophenlawinen, waren dies in der Spanne von 1981 bis 2016 nur noch neun Prozent. "Die restlichen 91 Prozent der Opfer waren im Bereich der Skitourengeher und Variantenfahrer zu verzeichnen", schlüsselte der Experte auf.

Ein Problem sei hingegen aktuell, dass viele Hänge über einen längeren Zeitraum nicht abgesprengt werden konnten, betonte Höller: "Da muss man jetzt besonders vorsichtig vorgehen." Denn es habe sich gebietsweise sehr viel Schnee angesammelt. Zudem müssten Wintersportler eindringlich davor gewarnt werden, die Situation nicht zu unterschätzen. "Jetzt ist das Wetter wieder schön und die Leute zieht es in die Berge. Die Gefahr ist aber unverändert groß", warnte Höller.

 

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