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Affäre um Krankenhaus NordEnergetiker zu 95.000-Euro-Schutzwall: "Millionen gespart"

Christoph Fasching verteidigte im Zeugenstand seine Arbeit.

Christoph Fasching
Christoph Fasching © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Mit rund einstündiger Verspätung hat am Dienstagabend in der Untersuchungskommission zum Wiener Krankenhaus Nord die wohl mit größter Spannung erwartete Befragung begonnen: Energetiker Christoph Fasching stand Rede und Antwort. Er hat mit seiner Tätigkeit auf der Floridsdorfer Krankenhausbaustelle zu Jahresbeginn für Schlagzeilen bzw. für Staunen gesorgt.

 Gerechtfertigt war die Kritik - zumindest aus seiner Sicht - aber absolut nicht. Fasching verteidigte im Zeugenstand seine Arbeit: "Ich möchte nicht wissen, wie viele Millionen man sich durch unsere Arbeit gespart hat." Der Energetik-Spezialist hätte bereits vor zwei Wochen aussagen sollen, ließ sich jedoch krankheitsbedingt entschuldigen.

Der Bewusstseinsforscher legte um 95.000 Euro einen "Energetischen Schutzwall" um das Großspital. Die Auftragssumme möchte sich der Krankenanstaltenverbund (KAV) wieder zurückholen, wobei auch rechtliche Schritte im Raum stehen. Der KAV vermisst unter anderem eine Dokumentation der Leistungen.

Vor seiner Aussage wurde dem Energetiker von den Wiener Neos das "Goldene Brett vorm Kopf" für "den herausragendsten wissenschaftlichen Unsinn 2018" verliehen.

Foto © APA

So arbeitete der Energetiker

Der Energetiker Christoph Fasching ist Dienstagabend der gemeinderätlichen Untersuchungskommission Rede und Antwort gestanden. Dabei zeigte er sich davon überzeugt, dass seine Arbeit Früchte getragen habe, da seit Beginn seines Wirkens das Projekt wieder "rund" laufen würde. Im Oktober des Vorjahres sei er engagiert worden, dabei sei der bekannte "Schutzring" nur ein Teil seiner Arbeit gewesen.

Zu Beginn der Befragung bekam Fasching Gelegenheit sich vorzustellen und nützte diese, um "ein anderes Bild von mir selbst zu geben". Er sei Unternehmensberater, Autor von sieben Büchern und Gründer des Forschungszentrums für Bewusstsein und habe damit mit Esoterik nichts zu tun. Seine Aufgabe sei es, das Bewusstsein zu bearbeiten und zu verändern - eben auch jenes von Unternehmen oder Projekten.

Über eine Kollegin, mit der er auch im Anschluss die Arbeiten am KH Nord durchführte, wurde er an die Projektleitung des Megaspitals vermittelt. Die ehemalige Programmleiterin des KH Nord, Susanne Lettner, sowie die ehemalige ärztliche Leiterin des Spitals, Sylvia Schwarz, hätten Fasching gemeinsam mit den beiden Stellvertretern Lettners für seine Dienste engagiert. Daraufhin habe er ein Pauschalangebot von 95.000 Euro gelegt, in dem jedoch keine Einzelleistungen definiert wurden, "damit wir frei sind, die Dinge zu tun, die zu tun sind", sagte Fasching.

Mentale Arbeit und Coaching

Der bereits bekannte energetische "Schutzring" sei dabei nur ein Nebenprodukt gewesen. Über einen Zeitraum von vier Monaten habe er die Projektleitung begleitet und beraten - dabei könne man nicht zwischen "mentaler Arbeit und Coaching unterscheiden", da es hier in seinem Tun keine klare Abgrenzung gäbe. Neben dieser Beratung sei es seine Aufgabe gewesen, das "Bewusstsein der Teilprojekte zu bearbeiten und Störfaktoren zu beseitigen".

Fasching sei zu einem Zeitpunkt engagiert worden, indem es eine Vielzahl von Problemen gegeben habe. Einerseits auf personeller Ebene - der Druck auf Mitarbeiter sei so hoch gewesen, dass es zu vielen Krankenständen, hoher Fluktuation oder auch Burn-Outs gekommen sei. Andererseits habe es beim Bau des Krankenhauses nahezu einen "Totalstillstand" gegeben. Vom Erfolg seiner Arbeit zeigte sich Fasching überzeugt, denn "seit einem Jahr läuft es rund. Ich kann mir durchaus ein bisschen auf die Schulter klopfen", er habe "einen Teil dazu beigetragen". Die Methodik seiner Arbeitsweise liege in einem vom Forschungszentrum für Bewusstsein "selbst entwickelten geistigen Prozess".

Dem KAV habe Fasching ein 15-seitiges Angebot mit "klar definierter Leistung" vorgelegt sowie nach Abschluss der Arbeit auch ein Protokoll von 36 Seiten übermittelt. Das gestellte Honorar von 95.000 Euro empfand Fasching als durchaus üblich und gerechtfertigt und stellte daraufhin die Frage an die Abgeordneten: "Wie viele Millionen wurden hier für Berater ausgegeben?" Seine Arbeit habe er vor Ort, aber auch aus der Entfernung erledigt, da er in Salzburg wohnhaft ist.

Kommentare (19)

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Planck
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Es gibt viel zu viele Idioten, die auf Idioten hereinfallen.

Aber wenn die Idioten, die auf Idioten hereinfallen, an Schaltstellen sitzen, wird's brenzlig.
Wobei es da graduelle Unterschiede gibt.
So ein Energetiker richtet wenig Schaden an, foppt die Leute ein bissl und kassiert.
Wenn ein "Klimaskeptiker" an der Spitze eines Staates steht, ist das wesentlich gefährlicher.

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retepgolf
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Was war mei Leistung?

Hatten wir doch schon mal, oder?

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forumuser1
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Blauer

Einzellfall... eh scho wissen :-)

Der Energetiker ist aber auch genial.

Allesamt, jedes Colour (...)

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Tingletanglebob
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Scharlatan

Man sollte ein Verbot für diesen "Berufsstand" erlassen. Unfassbar, dass es ist 21. Jahrhundert noch immer möglich ist, Leute mit so einem Schwachsinn auszunehmen.

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Tingletanglebob
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...

,dass es im*

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FBH
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Frechheit...

... was der Mensch verzapft.
Aber noch schlimmer zu bewerten ist die Dummheit jener die ihm den Auftrag dazu erteilt haben - mit Steuergeld!

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2a20bb3e96a90e7e7885ffc9bfc7f636
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das ist wirklich jetzt DIE Frage:

Wie viel wurde für Berater ausgegeben? Strache jedenfalls hat in seinem Budget 15 Mio an Steuergeldern für externe Berater.
Ach so - hier geht`s nicht um Strache?
Wenn dieses Krankenhaus also eh kein politischer Spielball ist - dann kann man die Frage nach den Beratern sicher beantworten.

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nuramrande
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Mit zweierlei Maß

Ich würde gerne wissen, ob alle, die sich hier über den Energetiker lustig machen oder ihm sogar Betrug vorwerfen, zustimmen würden, die katholische Kirche sofort zu verbieten. Denn was dort praktiziert wird und wofür viele noch regelmäßig zahlen müssen, steht dem Wirken des Energetikers um nichts nach. Mit dem großen Unterschied, dass uns der Energetiker sicher nicht einredet, schon mit Schuld geboren zu sein.

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az67
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Alles in Ordnung

Bitte was wollt ihr vom Energetiker !
Hat eine Leistung Angeboten und den Auftrag von den Sozialdemokraten erhalten.
Also bitte Sachlich bleiben.
Frage mich wo die ganzen üblichen verdächtigen mit ihren Kommentaren bleiben!
Aber ist ja klar wenn die Sozis die Millionen versenken
und das seit Jahren dann ist Stillstand und gibts nichts
zu kritisieren.
Wart ma lieber wieder drauf ob die Türkisen und oder blauen Angriffsfläche liefern. Ist ja leichter auf die anderen draufhauen und die Nazikeule auspacken.
Die Sozis haben noch nie mit Geld umgehen können!
Man sollte den Wiener Spritzer und Anhang Strafrechtlich verfolgen .
Kann man dann auch Vergangenheit aufarbeiten
Konsum, Bawag, AKH , könnt ma a ganze Wochenendausgabe der Kleinen füllen
Freundschaft Genossen

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lilith73
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Mit Steuergeld

Wenn du glaubst dass die Steuergelder von irgend einer Partei nicht an die Freunderlwirtschaft verschleudert werden dann irrst du.

Es verhält sich so "divide et impera" das Volk wirdgegeneinander aufgehetzt und dann kommt der Griff in die Tasche.

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schadstoffarm
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Ministerin Schramböck

ist auch Energetikerin. Die Bawag zu nennen wo es eine Hypo gibt ist schon jenseits von mutig, eher Richtung Kindermund tut Wahrheit kund.

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forumuser1
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Der Heinz, der Blaue

Hat auch schon mal eine Wahrsagerin beschäftigt. Wer kann sich noch erinnern?

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Bertl1970
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Kommentar

Nicht vergessen die BAWAG hat Gewerkschaftsgelder bekommen (Verzetnitsch,Elsner &Co)und Unternehmer in den Ruin getrieben (Kneissl)-aber wie heisst es so schön "Wien ist anders".Da gibt es Stadträte die nur pheripher mit der Sache eingebunden waren,und daher auch nichts wissen können.

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forumuser1
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Man braucht keine n.... keule...

Man braucht nur ein wort: hypo!

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forumuser1
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Az, Ps:

Drei bier bitte!

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Balrog206
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Wer

hat den die hypo zurück gekauft 😉

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lapinkultaIII
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???

Er möchte wissen, wie viele Millionen man sich durch seine Arbeit erspart hat? Sollte er aber, der Herr energetiker!

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Genesis
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Tatbestand für die Staatsanwaltschaft und die Strafgerichte

Angesichts der Höhe der Rechnung und der im Verhältnis dazu erbrachten Leistung des beauftragten Bewusstseinsforschers kann es wohl nur eine Konsequenz in unserem Rechtsstaat, zu dem ja zum Glück auch die öffentliche Hand der Bundeshauptstadt Wien zählt, geben: Sofortige Weiterleitung des Sachverhaltes an die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit der Bitte um Übernahme und Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. Ich hoffe, dass dies dem Bewusstseinsforscher wohl auch so bewusst ist (Wortspiel das lustig wäre, wenn das Ganze nicht so traurig wäre).

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dribblanski
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der Bewusstseinsexperte ist immerhin weiter

als so mancher Politiker: er braucht sich nicht zu fragen, was seine Leistung war, er ist überzeugt von derselben und hat auch andere zu überzeugen gewusst, sonst hätte er den wohldotierten Auftrag nicht bekommen.
Das Problem ist halt bei Softfact-Produkten: die Wirksamkeit lässt sich kaum nachweisen, denn der einzige Beweis liegt in der Begründung, ohne die energetische Glanzleistung wäre alles viel schlechter gelaufen. Wir immer, wenn man keinen Erfolg kauft, sondern bloß den Glauben an einen solchen.
Und je höher das Honorar umso höher auch der Glaube an den Erfolg seitens der (Leicht)Gläubigen 🙄

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