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Polizeikampagne Innenministerium gibt Tipps bei Amok und Terror

Mit Flyern, Postkarten und einem Video will man im Innenministerium über richtiges Verhalten im Ernstfall informieren. Es gebe jedoch keinen Grund zu einer echten Besorgnis.

Verstecken, wenn keine Flucht möglich ist, Verteidigen als letzte Konsequenz © Screenshot BMI
 

Das Innenministerium hat am Dienstag eine neue Kampagne vorgestellt, die der Bevölkerung Verhaltensregeln bei Amok und Terror näher bringen soll. "Flüchten, Verstecken, Verteidigen sowie Notruf" sind die vier Kernpunkte.

"Es gibt keinerlei Hinweise auf geplante Anschläge", sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) bei einem Medientermin, die Gefährdungslage mache es aber notwendig, wachsam zu sein.

"Es ist niemals falsch, auch auf das Schlimmste elementar vorbereitet zu sein", erläuterte der Innenminister und es gehe dabei darum, Selbstverständlichkeiten ins Bewusstsein zu rücken, denn "es ist ein Faktum, dass wir von einer erhöhten allgemeinen Gefährdungslage ausgehen müssen". Was der Einzelne im Fall des Falles tun soll, vermitteln dabei Flyer und Postkarten namens "Schutz der eigenen Sicherheit bei Amok und Terror", die ab kommender Woche verteilt werden sollen. Einen konkreten Anlassfall gebe es nicht: "Ich glaube, dass der Zeitpunkt der richtige ist, weil jeder Zeitpunkt der richtige ist, um seine solche Initiative zu starten", sagte Kickl.

Auch auf Facebook postete Kickl ein entsprechendes Video:

Tipps der obersten Polizistin

"Wir befinden uns in einem öffentlichen Gebäude und hören einen lauten Knall", erläuterte Michaela Kardeis, die Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, eine mögliche Ausgangslage. Hier gelte es als erstes über die Fluchtwege den Ort des Geschehens zu verlassen, "im Einkaufszentrum oder Flughafen lässt man Gegenstände zurück", empfahl Kardeis. Ist die Flucht nicht möglich, solle man sich möglichst in einen abschließbaren Raum begeben und diesen verbarrikadieren. Insgesamt solle man sich sehr leise zu verhalten, was auch für das Handy gelte.

Wähnt man sich dann in Sicherheit, gelte es den Notruf abzusetzen und zu informieren, wo etwas passiert ist, wo man sich selbst befindet und das Wahrgenommene kurz zu schildern, etwa wie viele Menschen betroffen sind bzw. wie viele Täter man gesehen hat. "Der letzte Ausweg ist die Verteidigung." Das sei aber kein Aufruf sich zu bewaffnen, sondern im Notfall zu improvisieren, ob nun der Einkaufswagen oder ein Regenschirm verwendet werde. "Es geht darum, sich Handlungsoptionen ins Bewusstsein zu rufen." Kardeis richtete auch einen Appell an die Bevölkerung, im Ernstfall keine ungesicherten Informationen aus Social Media zu verbreiten, dies könne potenzielle Opfer gefährden, sagte die Generaldirektorin unter Hinweis auf den Münchner Amoklauf im Jahr 2016, wo auch Fotos und Filme von polizeilichen Maßnahmen online gestellt wurden.

Rat des Kriminalpsychologen

"Die Fähigkeit vorauszusehen, dass etwas passiert, kann man auch trainieren", sagte indes Kriminalpsychologe Thomas Müller zur Bewältigung von außergewöhnlichen, nicht vorhersehbaren Situationen. Dieses Antizipieren hätten wir jedoch verlernt. Was die aktuelle Kampagne betrifft, so sei die Beschäftigung damit, was sich ereignen könnte, auch Anlass sich sicherer zu fühlen. Die Angst sei grundsätzlich etwas Lebensnotwendiges, wenn sie aber beginne zu lähmen, was gegenwärtig bei immer mehr Menschen unrealistischerweise der Fall sei, müsse man etwas unternehmen. "Tappen Sie nicht in die Falle der Angst", lautete daher Müllers Warnung bei der Auseinandersetzung mit Amoklauf und Terror.

Kommentare (9)

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UHBP
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Das sollten wir auf jeden Fall trainieren.

Ein FPÖ Politiker tritt auf: was run?
Flüchten - Verstecken - Notruf - Verteidigen
Diese Ratgeber hätte schon viel früher erscheinen müssen.

paulrandig
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Immer schön am Köcheln halten!

Faktisch wird Österreich immer sicherer. Die Kriminalstatistik entzieht der blauen Wir-Beschützen-Euch-Vor-Allem-Bösen-Fraktion die Grundlage. Also muss hier schnell für Nachschub gesorgt werden, damit die Angstmache weiterhin die Schäfchen in die Arme der guten starken Helden treibt.

hgw22
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wie verhält man sich bei Hausdurchsungsterror

durchblau gesteuerte Polizeitrupps?

harri156
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1. Punkt Vor Terror flüchten!!!!!!

Gilt jedoch nur für Österreicher! Afghanen müssen wieder zurück.....

lissilein
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erst jetzt?

der Terrorangriff auf den Wiener Flughafen war ja bereits 1985...

Armergehtum
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Wo stehen wir heute mit unserer Regierung ?

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs gab es 1938 für die Bevölkerung auch Übungen.
Diese bezogen sich auf Brandschutz nach Bombenangriffen, bergen von Verletzten aus den Trümmern, Lebensmittel rationalisieren, Verhalten im Luftschutzkeller usw.

ad93994a74a32b7eb4632a6e357a2262
2
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Die Hetzerei und Denunzierungen

haben einige Ähnlichkeiten mit dem schrecklichen Vergangenem, jedoch sollte diese widerwärtige Panikmacherei auch ein Riegel vorgeschoben werden, jeder Bürger ist nicht gleich interessiert, belesen und gebildet um zu begreifen was damals vorging und geschah.

Balrog206
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Stimmt

Anscheint ist die Amokfahrt in Graz schon wieder zu lange her?
Wer hätte gedacht das in unserem verträumten Städtchen sowas passieren kann !

scionescio
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@Bali: und du brauchst den Flyer vom Gaulreiter, damit du auf die Seite springst (wenn du noch kannst), falls ein Auto auf dich zurast?

Falls das wirklich der Fall sein sollte, brauchst du mit Sicherheit auch Unterstützung bei der nächsten Wahl, damit du dich nicht wieder verwählst - melde dich einfach rechtzeitig bei mir und ich schicke dir dann auch einen passenden Flyer, damit du weißt, wie du richtig ankreuzt;-)