WienNeue Studie beweist: Auch Pferde können allergisch sein

Die Tiere würden häufig an einer Buchweizen-Allergie leiden. Das ergab eine internationale Studie. Herausgefunden wurde das mit Hilfe von Chips, die an der Medizinischen Universität Wien entwickelt wurden.

Weil Pferde  beim Grasen die Nase ja tief am Boden haben, reagieren sie auch auf Gräser oft allergisch
Weil Pferde beim Grasen die Nase ja tief am Boden haben, reagieren sie auch auf Gräser oft allergisch © APA/dpa/Felix Kästle
 

Auch Pferde leiden unter Allegien, besonders oft gegen Buchweizen. Das ist das zentrale Ergebnis einer internationalen Studie, die nun im Top-Journal "Allergy" veröffentlicht wurde. Mit Hilfe eines Allergen-Mikro-Chips, der an der Medizinischen Universität Wien entwickelt wurde, können eindeutige allergische Sensibilisierungen bei den Tieren nachgewiesen werden. "Unsere besten Freunde sind uns noch ähnlicher als wir vielleicht dachten, das trifft auch auf das Immunsystem zu", erklärt Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim, doppelt affiliiert am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und am interuniversitären Messerli-Forschungsinstitut von Veterinärmedizinischer Universität Wien, Medizinischer Universität Wien und Universität Wien.

Dabei konnte gezeigt werden, dass die Pferde eine Antikörper-Antwort mittels Ausschüttung von Immunglobulin E entwickeln - ähnlich dem IgE-Profil beim Menschen. IgE ist ein Antikörper, der in erster Linie Parasiten abwehren soll, er ist auch verantwortlich für Allergien und zugleich ein wichtiger Biomarker, um Allergien frühzeitig erkennen zu können. Auch bei den Pferden genügt ein Blutstropfen für das Austesten der Allergie mit dem Allergen-Mikro-Chip.

Das internationale Studienkonsortium unter Leitung von Jensen-Jarolim - beteiligt waren weiters Forscher aus Deutschland, der Schweiz und Japan - konnte dabei eine starke IgE-Antwort des Immunsystems insbesondere auf Buchweizen, aber auch auf Erlenpollen sowie auf Bermudagras gezeigt werden. "Buchweizen kommt als proteinreiches Pseudogetreide sehr oft in Pferde-Goodies und Pferde-Müsli vor," erklärt Jensen-Jarolim: "Die Reaktion ausgerechnet auf Pollen aus dem flachwüchsigen Bermudagras erklärt sich dadurch, dass Pferde beim Grasen die Nase ja tief am Boden haben. Die Flora auf Pferdekoppeln soll nun in einer Kooperation mit Uwe Berger und des Team vom Pollenwarndienst der MedUni Wien untersucht werden."

Ob und wie stark diese Allergene ursächlich etwas mit den bei Pferden häufigen allergischen Reaktionen wie Husten, Koliken und Hautsymptomen zu tun haben, muss erst klinisch überprüft werden.  Ähnliche Tests werden auch bei Hunden entwickelt - diese Studienergebnisse sollten in naher Zukunft vorliegen.

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