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WienRekordbesuch: 185.000 Teilnehmer bei Regenbogenparade

Die 22. Wiener Regenbogenparade führte am Samstag Nachmittag "andersrum", also gegen die Fahrtrichtung, einmal um die Ringstraße. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) betonte in seiner Rede den Fortschritt in der gesellschaftlichen Integration.

© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Tausende Menschen haben sich am Samstagabend am Wiener Rathausplatz zur Abschlusskundgebung der Regenbogenparade versammelt. Neben Musik- und Unterhaltungsprogramm gab es Redebeiträge von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), der Grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek, von Neos-Chef Matthias Strolz und dem Wiener Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Stolz auf rechtliche Fortschritte

Lunacek erinnerte sich in ihrem Redebeitrag sich an die erste Regenbogenparade 1996 und machte nicht ohne Stolz auf rechtliche Fortschritte seitdem aufmerksam. Kern, der zum zweiten Mal als Regierungschef auftrat, betonte den Fortschritt in der gesellschaftlichen Integration: "Das macht mir eine diebische Freude, dass ihr in der Mitte der Gesellschaft steht und das repräsentiert, was Österreich ausmacht: Buntheit, Vielfalt und Offenheit."

Im Anschluss an die untypisch kurz gehaltenen Redebeiträge traten Musik- und Tanzgruppen auf, darunter Nathan Trent, der diesjährige Vertreter Österreichs beim Eurovision Song Contest.

Die 22. Wiener Regenbogenparade: Die besten Bilder

Die Regenbogenparade marschiert unter dem Motto "Many colours - one community" für die Gleichstellung von Homo- und Bisexuellen, Transgender- und intergeschlechtlichen Personen.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Sie ist der Höhepunkt des einwöchigen Festivals "Vienna Pride" von 9. bis 18. Juni. Die Veranstalter von der Homosexuelleninitiative (HOSI) rechnen heuer mit einem Rekord von 150.000 Teilnehmern.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

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Christian Högl von der Homosexuelleninitiative HOSI Wien zeigte sich im Gespräch mit der APA zufrieden. Die Veranstalter schätzen die Anzahl der Teilnehmer bei der heurigen Parade auf 185.000. Die Polizei hat keine Zahlen veröffentlicht. Högl beobachtet seit den Anschlägen auf einen Schwulenclub in Orlando im Jahr 2016 eine zunehmende Politisierung. Einerseits sei heutzutage in der Mehrheitsgesellschaft Solidarität mit Homosexuellen spürbar, andererseits sei noch viel zu tun: "Dadurch, dass rechtlich fast alles erreicht ist, beginnt unsere Arbeit erst", denn die rechtliche Gleichstellung sei die Basis für gesellschaftliche Veränderungen.

"Grundstein für die EuroPride 2019"

Auch Katharina Kacerovsky, Geschäftsführerin der Stonewall GmbH, die das neuntägige Festival Vienna Pride organisiert hat, ist zufrieden. Für sie war Vienna Pride 2017 "so umfangreich und divers wie noch nie". Das sei "ein guter Grundstein für die EuroPride 2019", die nach 2001 zum zweiten Mal in Wien stattfinden soll.

Die Regenbogenparade erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür und Diskriminierung. Am 28. Juni 1969 wehrten sich Homosexuelle in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village gegen eine gewalttätige Razzia. In Folge kam es zu mehrtägigen Straßenschlachten gegen die Polizei. Deswegen wird die Regenbogenparade auch Christopher Street Day genannt. In englischsprachigen und romanischen Ländern wird meist von "Gay Pride" oder "Pride Parades" gesprochen.

In Österreich wird die Parade seit 2003 von der Homosexuelleninitiative (HOSI) Wien veranstaltet. Für 2019 hat die Organisation den Zuschlag für die Austragung der EuroPride erhalten. Die EuroPride findet jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt statt. Nach Madrid heuer und Stockholm und Göteborg 2018, stehen für die Wiener Ausgabe gleich zwei Jubiläen an. Einerseits jähren sich die Unruhen von 1969 zum 50. Mal, andererseits feiert die HOSI Wien ihren 40. Geburtstag.

Von "Gender-Wahn" gestört

Am Albertinaplatz versammelte sich indes am Nachmittag eine Gruppe von circa 100 Gegnern der Regenbogenparade zum "Marsch für die Familie". Der ehemalige PEGIDA-Sprecher Georg Immanuel Nagel wollte die Demonstration im Gespräch mit Journalisten "nicht in erster Linie als Gegenveranstaltung" verstanden haben, räumte jedoch ein, dass es kein unabhängiger Anlass sei. Viele Leute fühlten sich gestört von "Gender-Wahn" und der "Zwangssexualisierung in Kindergarten und Schulen".

Außerdem demonstrierten die Teilnehmer gegen die Öffnung der Ehe und des Adoptionsrechts für Homosexuelle sowie gegen das Recht auf Abtreibung. Man müsse, so einer der Redner, die Institution der Familie "gegen die Angriffe eines abartigen Sexualhedonismus verteidigen" und sei "gegen die Benachteiligung der Familie durch Gleichstellung mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften". Der Nationalratsabgeordnete Marcus Franz (parteilos) verortete in der Politik der Bundesregierung "ein gigantisches linksideologisches Projekt, die Familie zu zerstören".

Hinter einer weiteren Absperrung demonstrierten etwa 50 Aktivisten der Sozialistischen Linkspartei (SLP) mit Sprechchören und Trommeln gegen den "Marsch der Familie". Im Gespräch mit der APA erklärte Bundessprecherin Sonja Grusch, die SLP sei solidarisch mit der Vienna Pride. Der Grund für die eigene Veranstaltung sei, dass man eine Versammlung "gefährlicher Reaktionäre" nicht unkommentiert lassen wollte.

Kommentare (8)

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mapem
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1… Oh ja, Toleranz und die individuelle Freiheit haben in meinem Weltbild einen hohen Stellenwert,

trotzdem stellt sich mir bei solchen Veranstaltungen oft die Frage, ob man die bizarrsten Ausprägungen sexueller Diversität alleine schon optisch (Kostüme) nicht dort belassen sollte, wo sie hingehören – ins Private.
Ich stelle mir dann vor, ich stünde mit meinen Kindern im VS-Alter im Publikum und meine kleine Tochter früge mich, warum die Frauen da Zaumzeug (siehe Bilderreihe) im Mund haben und warum sie alle wie in einer Sklavenkarawane aneinander gefesselt sind?
Was soll ich da sagen? Dass, wenn sie groß ist, sie sich dann devot zu unterwerfen hat und wenn´s den anderen antörnt, darf´s auch a bisserl was mit der Peitsche geben – und dem Sohnemann sag ich, er soll dann später seine Holde oder seinen Holden ruhig ordentlich hernehmen, weil das erst den besonderen Kick hat?
Vielleicht bin ich da einfach zu normal und vielleicht sollte ich einen Therapeuten konsultieren – oder ich stülpe gleich meiner Frau und der Mutter meiner Kinder, die ich noch immer so begehre wie sie ist, beim Geschäft einen Plastiksack über den Kopf, weil´s erst dann so richtig geix wird?

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mapem
2
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2… Ich bin absolut für die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Homos –

und sie sollten auch Kinder adoptieren können - aber bei solchen Veranstaltungen werden oft Dinge plakativ mit ins Paket gegeben, die mit dem Wesentlichen nichts mehr zu tun haben bzw. zu tun haben sollten.
Die Affinität zu oft außergewöhnlichen sexuellen Praktiken haben aus meiner Sicht wohl nichts mit Liebe oder Beziehung mehr zu tun – und den Grad von Liebe messe ich auch nicht daran, dass einer an den Heizkörper gefesselt vom anderen ausgepeitscht wird.
Schon Freud sieht in diesem Dunkelbereich der menschlichen Sexualität die Keimzelle für Gewalt, Macht, Dominanz und Unterwerfung – also Dinge, die dann wohl nichts mehr mit Gleichberechtigung und der Begegnung auf Augenhöhe zu tun haben.
Bizarres sollte man bei solchen Veranstaltungen doch wohl nicht zur Normalität erheben - das schießt nicht nur am Ziel vorbei, es schadet dem Ganzen schon eher. Und außerdem befallen mich da schon Zweifel, ob ich noch normal bin, weil ich nicht mit Hinz und Kunz durch die Swingerklubs rammel …

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pero53
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Natürlich

Auftritt einiger Politiker ,jede Stimme zählt.kann aber auch das Gegenteil bewirken ,.

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VwieVendetta
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Ich empfinde

diese Veranstaltung als Provokation. Das plakative Herausstellen von sexueller Andersartigkeit ist kein Anliegen, das eine Demonstration rechtfertigt. Wir leben schon jetzt in einer Gesellschaft die Schwule, Lesben etc. toleriert. Wie es jemand in seinem privaten Bereich hält ist mir sehr egal. Diese Demo ist für mich aber nicht ein Zeichen für einen toleranten Umgang mit anderen, sondern nur der Abgesang einer dekadenten reizüberfluteten Gesellschaft, deren Untergang unaufhaltsam voranschreitet.

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10
8
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Richie Lugner wortwörtlich!

"Diese ganze Homosexuellen-Lobby glaubt einfach, die Welt gehört ihnen. Sie wollen beim Standesamt heiraten, sie sollen erben, soll alles recht sein. Aber irgendwann müssen die auch einmal zur Kenntnis nehmen, dass sie keine Ausnahmeerscheinungen sind, sondern normale Menschen mit einem untypischen Sexualverhalten",

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fqv6ssum13sap5abxz40ny258v0mf47s
1
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No geh

Mir samma Homo Austriacus

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hakre
7
9
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!

wahlwerbung muß betrieben werden. da muß man überall dabei sein!!

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fqv6ssum13sap5abxz40ny258v0mf47s
13
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Einer für alle

Kern, der Kanzler für alle Österreicher, auch für die buntesten und muskulösesten.

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