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259 Kilogramm Drogen bei „Aktion Scirocco“ abgefangen

Cannabis und Marihuana aus Nordafrika wurden teils wöchentlich nach Österreich importiert. Kriminalisten sprechen von 1,5 Tonnen. Bei elf Festnahmen wurden 259 Kilogramm Drogen einkassiert.

Das Bundeskriminalamt hat ein international agierendes Netzwerk aus Drogenhändlern ausgehoben
© APA/ BKA
Das Bundeskriminalamt hat ein international agierendes Netzwerk aus Drogenhändlern ausgehoben

Die Arbeitsgruppe „Sahara“ im Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit ausländischen Behörden Mitgliedern eines europaweit agierenden Drogennetzwerks das Handwerk gelegt. Im Zuge der elf Festnahmen wurden 259 Kilogramm Drogen, Cannabis und Marihuana, sichergestellt. Das Suchtgift sei zuvor teilweise im Wochenrhythmus von Spanien aus nach Wien gebracht worden, so Jürgen Jevsnikar, Leiter der Abteilung „Organisierte Kriminalität“.

Von Nordafrika ...

Die erst im September 2024 gegründete Ermittler-Gruppe „Sahara“ wurde wegen einer zunehmenden Zahl von Tätergruppen aus Nordafrika ins Leben gerufen. Wie Jevsnikar berichtete, waren sowohl die im Rahmen der Aktion „Scirocco“ gefundenen Drogen, wie deren Abnehmer in Wien dieser Region zuzuordnen.

... zur Balkan-Mafia

Im Laufe der Ermittlungen stellte sich aber bald heraus, dass „die Balkanmafia die Belieferung organisiert. Wir gehen von einem 40-köpfigen Netzwerk aus, das europaweit aktiv war“. Erstaunen löste die Herkunft der Organisatoren nicht aus, da gegenwärtig die Balkanmafia den Drogenhandel in Österreich dominiere.

Sichergestellte Cannabisprodukte, die das Netzwerk nach Österreich schmuggelte
© APA/ BKA
Sichergestellte Cannabisprodukte, die das Netzwerk nach Österreich schmuggelte

Bis zu 1,5 Tonnen importiert

Den Beschuldigten, Staatsbürger aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, Slowenien und Österreich, wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von etwa einem Jahr rund 1,5 Tonnen Cannabisprodukte importiert und verteilt zu haben. Die Logistik dahinter: In Slowenien wurde zum Beispiel ein Lkw samt Fahrer organisiert, der nach Spanien fuhr. „Die Fahrzeuge wurden dann am Hafen von Barcelona beladen. Über die Route Frankreich-Italien ging es nach Österreich“, erläuterte Jevsnikar.

Von Wien aus umgeladen

Bestimmungsort war dabei jeweils die Bundeshauptstadt Wien. Dort angekommen, sei das Suchtgift in kleinere Fahrzeuge umgeladen und in verschiedene Bunkerwohnungen weiterverteilt worden. Um dabei eine möglichst störungsfreie Verteilung zu gewährleisten, seien in Österreich noch Pkw angemietet worden, um die Lieferadressen vor der Lieferung zu checken.

Bisher 13 nachweisbare Lieferungen

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drogenimporte im Wochenrhythmus erfolgt sind, aktuell gebe es 13 nachweisbare Lieferungen. Aber die Dunkelziffer sei wohl höher, so Jevsnikar. Aus dem Takt kamen die Kriminellen, wenn einer der Lkw bei der europaweit durchgeführten – und vor allem mit Frankreich koordinierten – Aktion „Scirocco“ aus dem Verkehr gezogen wurde. Dann sei es zu einer Unterbrechung der Lieferkette gekommen, die mehrere Wochen dauern konnte.

Zugriff

Bei zwei Zugriffen wurden in Fahrzeugen mit Zielort Wien einmal 95 Kilogramm Cannabisharz und einmal 110 Kilogramm Blüten gefunden. Das sei inzwischen die übliche Menge im Drogenschmuggel, von kleineren Liefereinheiten hätten sich die Kriminellen entfernt – ein etwaiger Aufgriff der angemieteten Fahrer werde in Kauf genommen.

Jedoch waren es nicht nur aus dem Ausland importierte Drogen, die mit 60.000 Bargeld, einem Lkw mit slowenischem Kennzeichen, mehreren Schusswaffen sowie Hieb- und Stichwaffen sichergestellt worden sind.

Auch ein Betreiber von Cannabis-Plantagen (Bild) ging dem BKA ins Netz
© APA / BKA
Auch ein Betreiber von Cannabis-Plantagen (Bild) ging dem BKA ins Netz

Einem der Festgenommenen wird zudem vorgeworfen, dass er der Betreiber von Cannabis-Plantagen in Niederösterreich und dem Burgenland war. Eine Handypeilung des Verdächtigen führte zu den Indoor-Anlagen. „Da sind gewisse, sich wiederholende Fahrtrouten aufgefallen“, sagte Jevsnikar. Die weiteren in die Wege geleiteten Observationen wurden Ende Juni mit einem Zugriff abgeschlossen.

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