Gerhard Karl Lieb formuliert es unverblümt: „Das Vorjahr war ein hundsmiserables Jahr für die Gletscher.“ Der Forscher am Institut für Geografie an der Uni Graz, der gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Kellerer-Pirklbauer den Gletschermessdienst des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) leitet, hat unerfreuliche Neuigkeiten im Gepäck. Österreichs Gletscher haben im Vorjahr im Schnitt um 23,9 Meter an Länge eingebüßt, wie der druckfrische neue Gletscherbericht zeigt. Das ist der drittstärkste Gletscherrückgang seit Messbeginn vor mehr als 130 Jahren (den Rekord hält die vorangegangene Saison 2021/22 mit minus 28,7 Metern). Besonders schlimm hat es diesmal die Pasterze erwischt. Die Gletscherzunge am Fuße der Großglocknergruppe hat sich um 204 Meter zurückgezogen und die bisherigen Maximalschmelzen um mehr als das Doppelte übertroffen. Vom einstigen weißen Koloss ist kaum noch etwas übrig.
Minus 204 Meter
Enormer Gletscherschwund: Pasterze schmolz stärker als je zuvor
Österreichs Gletscher schmelzen in hohem Tempo und zogen sich im viel zu warmen Vorjahr im Schnitt um fast 24 Meter zurück. Besonders schlimm hat es diesmal die Pasterze erwischt.
© ÖAV-Gletschermessdienst, Archiv G. K. Lieb, Praxmarer