Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Gedemütigte EUAuf Erdoğans Diwan

Europa muss der Türkei gegenüber endlich zu einer in sich stimmigen, klaren Politik finden. Solange es das nicht tut, wird es aus Ankara nur Verachtung ernten.

© (c) EUROPEAN COMMISSION/NECATI SAVA? (NECATI SAVA?)
 

Politik ist immer auch Inszenierung. Wie so viele Zyniker der Macht hat Recep Tayyip Erdoğan perfekt begriffen, welche ungeheure Wirkung von Bildern ausgehen kann. Auf dem Foto vom Besuch der EU-Spitzen in Ankara, das in Europa gerade für Furore sorgt, sitzt der türkische Präsident breitbeinig auf einem goldenen Stuhl und blickt herausfordernd in die Kameras. Neben ihm hat EU-Ratspräsident Charles Michel artig Platz genommen. Er wirkt peinlich berührt. Vermutlich ist ihm gerade gedämmert, dass er besser stehen geblieben wäre. Denn den dritten Sessel, der der mit ihm in die Türkei gereisten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Protokoll her zustünde, hat Erdoan nicht aufstellen lassen. Stattdessen muss die Deutsche mit dem Sofa vorliebnehmen.

Kommentare (3)
Kommentieren
zweigerl
0
5
Lesenswert?

Autokraten

Jawohl, man sollte Erdogan nicht hofieren, aber auch nicht ständig suggerieren, dass er gegenüber der EU am längeren Ast sitzt. Der Autokrat, der sein Sultanat über Europa ausdehnen möchte ("macht mindestens 4 Kinder" ruft er den Auslandstürken im biopolitischen Eroberungsfuror zu), ist nichts als ein Erpresser. Das Pfand, die ins Land geflüchteten Syrer, sollten eventuell von dem anderen Nahostdespoten Assad wieder heimgeholt werden. Zwecks Rettung der nationalen Geschichte Syriens und zwecks Beendigung des grausamen Erpresserspiels, das diese Sultane angestiftet haben. Auch irgendwie deplatziert, dass Monsieur Karl Michl sich die Erdogansche Bevorzugung offenbar gerne gefallen ließ.

VH7F
1
12
Lesenswert?

Unser politisches Personal in Brüssel ist maximal B-Liga

Kein Wunder, wenn wir keine Impfungen geliefert bekommen.

freeman666
0
22
Lesenswert?

Fremdschämen für diese EU Führung

Schon bei der Corona Impfstoffversorgung versagt.
Na gut, sie können’s halt nicht besser.
Aber diese Anbiederung (samt Milliardengeschenke) an ein Regime, welches nur durch Staatsterror und Missachtung aller Menschenrechte aufgefallen ist, ständig in aggressiver Weise kriegerische Auseinandersetzung auslöst ist wissentlich zustandegekommen.

Nur werden mit dieser frauenfeindlicher Demütigung alle noch verbliebenen EU Staaten vorgeführt.
Umdrehen und gehen und nicht wie ein Schoßhündchen am Sofa blöd herumsitzen- die einzig mögliche Antwort.
Das wäre eine Medienbombe gewesen, die auch in frauenverachtenten Staaten widergehallt hätte.
Das würde Frauenrechte international stärken, mehr als jedes schwachsinnige Binnen I oder krampfhaftes Gendern.
Aber ein Kusch und Platz hinzunehmen, zeigt leider die Unfähigkeit dieser Person.