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FridoPilzsaison: Ein Schwammerl sollte man immer übrig lassen

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Endlich sprießen sie wieder aus dem Boden, die heimischen Waldpilze. Sie zu erbeuten war von Kind an meine Leidenschaft. Später krochen Freund Gerhard und ich im Morgengrauen aus den Federn, ließen „Carry On Wayward Son“ als Muntermacher aus den Boxen meines alten Volvos donnern und zogen stundenlang durch die Wälder.
Eierschwammerln findet ja jeder blinde Depp, so auch ich. Doch schon damals fiel mir auf, dass sich Stein- bzw. Herrenpilze meinem Adlerauge gerne entzogen. Bis heute blieb das so. Also musste ich mein Beutespektrum erweitern. Schon bald jagte ich auch diverse Täublinge, orange blutende Reizker, Wiesenchampignons, Brätlinge, Krause Glucken, Parasole, Perlpilze, Hallimasch und im Herbst die unvergleichlichen Totentrompeten.

Außerdem stieß ich häufig auf ungenießbare Exoten wie den Blaugestiefelten Schleimfuß, auf Medusenhäupter, den Gewimperten Erdstern etc. Nie aber werde ich Heinz und Helma vergessen, die bei einer Schwammerljagd einen Topf dabeihatten. In diesem sotten wir über offenem Feuer eine Großportion Hallimasch, die ohne jede Würzung himmlisch schmeckten.

Als explorativer Schwammerljäger muss man schon ein wenig Risiko nehmen: Dereinst fand ich ein paar herrlich duftende Blätterpilze, die ich für Anis-Egerlinge hielt. Ich verspeiste alle bis auf einen. Den legte ich im Hotel auf mein Nachtkastel, für den Fall, dass ich ohnmächtig erwachen würde, und meine Retter eine Spur für die Ursache benötigen würden.
Was wir Pilze nennen, sind ja nur die Früchte eines Lebewesens, das unter der Erde bleibt. Das größte bekannte von ihnen ist ein Hallimasch, lebt in Oregon, wird auf 2400 Jahre geschätzt und ist neun Hektar groß. Ich suche schon einen passenden Topf.

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