SPÖAlte Tugenden

Ein SP-Vorsitzender muss nicht sich wie ein Rüpel gebärden. Rüde Sprüche machen noch keinen Oppositionspolitiker.

 

Die SPÖ übte sich gestern mit ihrem ersten Mitgliederrat zum neuen Parteiprogramm in einer neuen Form der Mitbestimmung. Nicht nur Parteimitglieder, sondern auch ausgeloste Gäste und Experten sollen in derartigen Runden den künftigen Weg der Sozialdemokraten mitdiskutierten.

Man werde sich, verhieß Vorsitzender Christian Kern, aber auch auf die alten Tugenden rückbesinnen. So gut wie feststehen dürfte freilich, dass gute Manieren nicht zu den alten Tugenden gezählt werden, derer sich Kern und Genossen annehmen wollen. Daran ließ der Ex-Kanzler mit seiner Ausdrucksweise keinen Zweifel: Die Regierungskoalition bezeichnete er als „Moskauer Pyramide“, die er so erläuterte: „Zwei Bsoffene, die sich gegenseitig abstützen.“

Eine Ausdrucksweise, die wir bisher von einer anderen Partei kannten. Nicht nur eines Ex-Kanzlers ist sie unwürdig. Ein rüpelhaftes Verhalten macht noch keine gute Oppositionspolitik.

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