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SperrstundeJedenfalls geht es schon wieder richtungslos drunter und drüber im kleinen Land der großen Herzöge

Der Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

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Guten Morgen!

Tirol, Vorarlberg und Salzburg rücken mit der Sperrstunde vor auf 22 Uhr. Das war die Nachtruhe früher im Schülerheim in Lienz, das Bundeskonvikt hieß, bis die Zeit drüberfuhr, das Gebäude vor sich hin rostete und am Ende dem Erdboden gleichgemacht wurde. Jetzt klafft an der Stelle ein grüner Krater. Um zehn kontrollierten die Erzieher, darunter smarte 68er ebenso wie Seelenmisshandler, die Zimmer der Zöglinge, denen die Mütter Nummern in die Kleidung nähen mussten. Man erkannte die Erzieher an der Wucht und am Rhythmus der näher kommenden Schritte, stellte das Flüstern ein und schloss zur Täuschung die Augen. Es kam allerdings auch vor, dass Erzieher an List und Täuschungsvermögen überlegen waren, das Licht wie immer an- und wieder abdrehten und die Tür schlossen, allerdings von innen. Mitten in das aufbrandende Gelächter und Gemurmel hinein ging plötzlich erneut das Licht an, und die Überführten standen in den langen Gängen Ecke oder mussten Zapfen rechnen bis weit nach Mitternacht.

Kommentare (2)
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rouge
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Föderalismus

teuer und ineffizient. Reform, jetzt.

stierwascher
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Am Punkt!

Sie haben den Punkt Herr Patterer,
leider ist das Land halt kein Internat, auch wenn sich das werte Führungspersonal stellenweise wie pubertierende Zöglinge der Anstalt gebärdet. Entweder rot-schwarzer (türkiser) Schrebergarten, oder gefällige Politik für die eigenen Leut'.
Wie immer ist die Wirklichkeit dramatischer als das Erfundene. Die Realität schlägt selbst die absurdeste Fantasie.