Strom-DealDas kostbare Gut der Kelag

 

In der Ruhrstadt Essen kann man zwischen den nahen Zentralen von RWE und E.ON das Energie-Monopoly Europas zu Fuß erfahren. Beide Kohle- und Atom-belasteten Energieriesen haben sich schon einmal gespalten ins stark schwankende Erzeugungsgeschäft und ins stabile aber margenenge Netzgeschäft. Jetzt teilen sie unter Druck alles auf: E.ON nimmt die Netze, RWE die Erzeugung mitsamt Ökostrom. Bei der Gelegenheit zermalmt es mit der innogy, die im 30-stöckigen RWE-Turm haust, auch den größten Eigentümer der Kelag.

Die durchgerechnet 38 Prozent Anteile wandern wieder in die vertraute Hand der RWE und ihres Chefs Rolf Martin Schmitz. Die Vereinbarung zwischen dem Land Kärnten und der RWE, bis 2025 gemeinsam zu marschieren, ist nun beruhigend. Denn zwischendurch gab es sogar Pläne, die innogy an die spanische Tochter Endesa des maroden italienischen Konzerns Enel zu verhökern.

Kärntens Ökostrom aus Wasserkraft ist begehrt. Das Land hat gut daran getan, seinen durchgerechnet bereits auf 26 Prozent geschrumpften Anteil an der Kelag in der Heta-Krise mit allen Mitteln vor Ausverkauf zu verteidigen. Die Märkte werden turbulent bleiben. Wieviel Kärnten standhaft zu bewahren hat, zeigt drastisch warnend der aktuelle Abriss der einstigen ÖDK.

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