Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

FridoDarf man Jäger als Mörder bezeichnen? Ja, manche schon

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
 

Dieser Tage wurde ruchbar, dass ein heimischer Aristokrat in Rumänien einen der größten Braunbären Europas ermordet hat. – Ich wähle den Begriff ganz bewusst. Das Tier war 17 Jahre alt, muss so um die zweieinhalb Meter groß und 700 Kilogramm schwer gewesen sein. Es stand, wie seine Artgenossen unter schärfstem Naturschutz. Dem Vernehmen nach war eine verhaltensauffällige Jung-Bärin zum Sonder-Abschuss freigegeben worden. Und nicht einmal das ist sicher.

Ich habe hier ja schon öfters bemerkt, dass ich eher ein Jägerfreund bin, aber die Tötung von Tieren, außer für den Nahrungsgewinn, kategorisch ablehne. Besonders die sogenannte Trophäenjagd. Wie man auf so edle Wesen wie Elefanten, Löwen oder eben Bären schießen kann, ist mir schleierhaft.

In jungen Jahren war ich, wie jeder Bub, ziemlich schießbegeistert. Ein halb toter Eichelhäher, den ich nur verwundet hatte, wirkte nachhaltig als Schock. Mit Enkel Felix stelle ich wohl hin und wieder Forellen und Hechten nach. Aber niemals mit Lebendködern und stets ohne Widerhaken, um zu kleine Fische schonend rücksetzen zu können.

Der sogenannten Großwildjagd mangelt es heutzutage an jedwedem Heldentum. Die Kugel einer 577-Tyrannosaur-Patrone fliegt mit doppelter Schallgeschwindigkeit aus der Mündung, das Opfer ist tot, bevor es den Schuss hört. Das erinnert mehr an Heckenschützen denn an Jäger. Und wenn einer eine Jungbärin nicht von einem Titanen unterscheiden kann, dann ist er kein Waidmann, sondern ein blutiger Dilettant, der seinen Jagdschein unverzüglich abgeben sollte.

Kommentare (5)
Kommentieren
zweigerl
0
6
Lesenswert?

Verachtenswert

Aus der Seele gesprochen. Wir können die Diskussion über Sinn und Unsinn der Jagd uns sparen. Allein der Schießerspießer steht vor dem Altar von Gottes Schöpfung. Nach einer langen Anfahrt und sonstigen Umständlichkeiten ist das Telos des Ganzen, ein übergroßes Ziel, das ein Blinder sieht, nämlich einen der seltenen Bären mit einer Fingerbewegung zur Strecke zu bringen. Bravo! Bravissimo! Schopenhauer sagte, der Mensch sei allein deswegen eine verächtliche Kreatur, weil er die Tiere tötet nicht der Nahrung wegen, sondern - aus Spaß. Und aus Angeberei für aristokratische Tafelrunden im Feudalambiente.

Hallo12345
9
4
Lesenswert?

Vorurteile

Keiner weiß, was wirklich geschehen ist. Keiner weiß, ob, und wenn wirklich, welcher Bär erlegt wurde. Man könnte dies nun fortführen.
Klar ist; eine Geschichte, bestehend aus schiesswütigem Adeligen, verkauft sich immer gut!

hbratschi
1
1
Lesenswert?

aber hallo,...

...was man weiß ist, dass ein "waidmann" auf trophäenjagd gefahren ist. und das allein ist verwerflich. ob das ein adeligenr ist oder nicht ist irrelevant. jede art der trophäenjagd ist feig und dient nur der kompensation einer mangelhaften persönlichkeit...

Hallo12345
0
1
Lesenswert?

👍🏼

👍🏼

Patriot
1
15
Lesenswert?

Herr Hütter, Sie haben vollkommen recht!

Wer Tiere aus Freude oder nur der Trophäe wegen tötet, ist ein bis in die Knochen gestörter Mensch! Punkt!