Kampf gegen AtomwaffenEin richtiges Signal

 

Die Träumenden und die Wünschenden, schrieb Kafka, halten den feineren Stoff des Lebens in den Händen. Jetzt hat das Nobel-Komitee also eine Gruppe von Träumern ausgezeichnet. „Ican“ heißt der Verband von Weltverbesserern, die sich seit 2007 für ein Verbot von Atomwaffen einsetzen. Und schon sind die Realisten empört.

„Ican“ ist es gelungen, einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen durchzusetzen, jener Waffengattung, die als einzige in der Lage ist, den Planeten für die Menschheit unbewohnbar zu machen. Der Vertrag ist umstritten: Zahlreiche Länder haben ihn unterschrieben – nicht jedoch die Atommächte.

Die Entscheidung für „Ican“ als Fehler zu bezeichnen, ist dennoch zynisch. Gerade in Zeiten, in denen der Präsident in Washington das Atomabkommen mit dem Iran in Frage stellt und im verbalen Säbelrasseln mit Nordkorea erstmals seit Jahrzehnten ein Atomkrieg erwogen wird, hat das Nobel-Komitee ein überfälliges Signal gesetzt.

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