Queen-BassistJohn Deacon, der Welthits schrieb, wird 70

Unscheinbar, menschenscheu, wortkarg: John Deacon feiert am 19. August den 70. Geburtstag. Im Gegensatz etwa zu Brian May ist er im Ruhestand.

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40 Jahre Queen
Bassist John Deacon (ganz links) mit Schlagzeuger Roger Taylor, Gitarrist Brian May und Sänger Freddie Mercury © KK
 

Queen - das waren Freddie Mercury (weiß jedes Kind), Brian May (nicht nur Gitarrenfreaks geläufig), Drummer Roger Taylor (hat man doch schon gehört) - aber wie hieß der Bassist noch mal? John Deacon, unscheinbar, menschenscheu, wortkarg und dennoch maßgeblich mitverantwortlich für den Erfolg der Band, sowohl als Komponist weniger, aber wesentlicher Nummern, als auch hinter den Kulissen. Der seit langem zurückgezogen lebende Musiker wird am 19. August 70 Jahre alt. Deacon komponierte etwa die Kultnummern „Another One Bites The Dust“, „I Want To Break Free“ und „You’re My Best Friend“. 1982 sorgte ein Deacon-Bassriff für einen Welthit: „Under Pressure“ im Duett mit David Bowie.

Geboren am 19. August 1951 im mittelenglischen Oadby nahe Leicester, gründete Deacon bereits als 14-Jähriger seine eigene Band - The Opposition (später: New Opposition, dann doch wieder: The Opposition, schlussendlich: Art). Im Lauf der folgenden vier Jahre entwickelte sich die Schülerformation zu einer lokalen Größe mit gutem Einkommen und regelmäßigen Gigs. Mit Ende der Schulzeit zog es Deacon nach London, um sein Hobby zum Studium zu machen: Elektrotechnik. Musikinteressiert, wie er war, besuchte er immer wieder Konzerte in Colleges, so zum Beispiel im Oktober 1970 eines in Kensington, wo eine Band namens Queen auftrat.

"Die waren alle schwarz angezogen, die Beleuchtung war auch sehr schwach, alles was ich sehen konnte, waren vier schattige Figuren. Hat mich nicht nachhaltig beeindruckt", erinnerte er sich später. Wie aber das Leben so spielt, trafen May, Taylor und Deacon Ende Februar 1971 in einer Disco aufeinander. Queen hatten schon drei Bassisten gefeuert, waren also auf der Suche. Deacon willigte ein vorzuspielen, der Rest ist Geschichte. "Wir dachten, der ist großartig. Wir waren so aneinander gewöhnt, so über-drüber, dass wir der Meinung waren, er würde sich ohne viel Theater gut bei uns einfügen, weil er so still war. Ein toller Bassist und - ganz entscheidend! - ein Zauberer in Sachen Elektronik war er außerdem", kommentierte Taylor Deacons Bandeinstieg.

Am posthumen Mercury-Album "Made In Heaven" und an einer Lebewohl-Single arbeitete er noch mit, seinen letzten Live-Auftritt absolvierte Deacon 1997 bei der Premiere von Maurice Bejarts "Ballet For Life" in Paris. Seither ist er unwiderruflich in Ruhestand, lässt sich zu keinerlei Interviews überreden. Kontakt zu May und Taylor hält er keinen, Geschäftliches nickt er ab. John Deacon lebt mit seiner Frau nach wie vor in jenem Haus im Londoner Stadtteil Putney, das er sich mit seinen ersten Tantiemen gekauft hat. Er ist Vater von sechs Kindern

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