Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

"Tatort"-SchauspielerinUlrike Folkerts verarbeitete in Buch Schwangerschaftsabbruch

"Ich muss raus": Schauspielerin Ulrike Folkerts, am heutigen Sonntag wieder im "Tatort"-Einsatz, hat während der Corona-Pandemie ihre Autobiografie geschrieben, in der es auch um eine Abtreibung als junge Frau geht.

Tatort
Ulrike Folkerts, hier als "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal, die sie schon seit mehr als 31 Jahren spielt © ORF
 

"Jung, burschikos, französischer Typ“. So suchte der Südwestfunk im Jahr 1989 nach einem unbekannten Fernsehgesicht. Und fand dabei Ulrike Folkerts, damals 28 Jahre alt. Die Kasselerin spielt seit damals bis heute die Kommissarin Lena Odenthal im Ludwigshafener „Tatort“.

Folkerts hat während der Pandemie ihre Autobiografie geschrieben. In „Ich muss raus“ spricht sie offenherzig und humorvoll, aber auch direkt und ernst aus ihrem bisherigen Leben – über verhasste Tanzstunden im Rock ebenso wie über Sexismus in der Schauspielbranche, das Festgelegt-Werden auf die „Tatort“-Figur oder über die Illusion von ewiger Schönheit und Jugend.

Das Outing der heute 59-Jährigen, die seit 17 Jahren mit Katharina Schnitzler liiert ist und mit der Künstlerin in Berlin lebt, kommt ebenfalls zur Sprache. Sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen, war jedoch alles andere als einfach. "Mich zu outen, war ein riesiger Kraftakt", sagte sie einmal dem Magazin "Bunte". Zur damaligen Zeit sei dies nicht so normal gewesen, wie es heutzutage sein sollte. "Wenn man entdeckt, dass man homosexuell ist, stellt sich das Leben auf den Kopf. Das war, wie durch eine Welle geschleudert zu werden." Folkerts war auch mit dabei, als 185 Schauspieler*innen sich Anfang Februar im "SZ-Magazin" im Manifest "Act Out" als lesbisch und schwul, als bi und queer, als trans und divers manifestierten.

Im Buch gesteht Folkerts auch eine Abtreibung in jungen Jahren. „Der Abbruch war ein besonderer Dreh- und Angelpunkt. Hätte ich das Kind bekommen, wäre mein Leben sicher ganz anders verlaufen“, sagte die Schauspielerin dazu der „Stuttgarter Zeitung“. Beim Schreiben sei ihr klar geworden, das Buch habe nur Sinn, wenn sie auch die schmerzlichen Momente ihres Lebens einbringe. „Und so gibt es einige Stellen, die wehtun, aber zu mir gehören“.

Folkerts ist am Sonntag (11. April) in der 1163. Folge der „Tatort“-Serie zu sehen. In „Der böse König“ befasst sie sich als Kommissarin Odenthal mit den Fall eines brutal erschlagenen Ludwigshafener Kioskbetreibers. Es sieht nach Raubmord aus – wären da nicht Münzen in der Luftröhre des Toten...

Brandstätter Verlag
© Brandstätter Verlag

Ulrike Folkerts. Ich muss raus. Autobiographie. Brandstätter, 208 Seiten, 22 Euro.
„Tatort“. Sonntag (11. April) um 20.15 Uhr in ORF und um 21.45 Uhr im ARD.

 

 

 

Kommentare (2)
Kommentieren
Church-Hill
0
1
Lesenswert?

Und wieder ein Stück mehr

an Befindlichkeitsliteratur...

lieschenmueller
0
0
Lesenswert?

Befindlichkeitsliteratur

Ich liebe alles, was in Richtung Biographie geht.

Muss mich aber mäßigen. Meine erste Reaktion war, DAS Buch muss ich so bald als möglich haben.

Es liegen aber etliche andere bei mir rum, die ich in der Art kaufte. Früher habe ich gerne gelesen, jetzt verbringe ich zu viel Zeit - HIER! :-(