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Besuch in BangladeschAngelina Jolie: Not der Rohingya "beschämend"

Hollywood-Star Angelina Jolie hat bei einem Besuch des weltgrößten Flüchtlingslagers in Bangladesch von einer "zutiefst verstörenden" Erfahrung gesprochen.

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Angelina Jolie beim Besuch des weltgrößten Flüchtlinglagers © APA/AFP/MUNIR UZ ZAMAN
 

Die US-Schauspielerin und Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR Angelina Jolie (43) wandte sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Lager Kutupalong an die dort lebenden Rohingya und sagte: "Wie ihr behandelt worden seid, beschämt uns alle."

Sie habe Familien getroffen, die ihr ganzes Leben lang verfolgt worden seien und davon gesprochen hätten, wie Vieh behandelt worden zu sein, erzählte Jolie. "Das Tragischste an dieser Situation ist es, dass wir nicht behaupten können, nicht gewarnt gewesen zu sein", sagte sie mit Blick auf die jahrzehntelange Verfolgung der Volksgruppe der Rohingya in ihrem Heimatland Myanmar.

Jolie war am Montag in Bangladesch angekommen. Am Mittwoch wollte sie sich in der Hauptstadt Dhaka mit der Premierministerin des südasiatischen Landes, Sheikh Hasina, und dem Außenminister A.K. Abdul Momen treffen.

Myanmar müsse die Rechte der Rohingya anerkennen und ihre Rückkehr ermöglichen, sagte Jolie vor der Kulisse unzähliger behelfsmäßiger Behausungen. So lange dies nicht geschehe, müsse allerdings dafür gesorgt werden, dass die Flüchtlinge in Würde in Bangladesch leben könnten. Das Land verfüge aber über begrenzte Mittel und dürfe nicht im Stich gelassen werden, diese Verantwortung allein zu tragen.

Rund eine Million Rohingya leben in und um Kutupalong - dem bevölkerungsreichsten und am dichtesten besiedelten Flüchtlingslager der Welt - im Bezirk Cox's Bazar im Südosten von Bangladesch.

Kutupalong in Bangladesch: Ein Blick ins größte Flüchtlingslager der Welt

Am 25. August (Samstag) jährt sich die Vertreibung der muslimischen Rohingya aus Myanmar zum ersten Mal. Ein Jahr nach der Massenflucht der Angehörigen der muslimischen Minderheit in das Nachbarland Bangladesch zeigen sich Hilfsorganisationen aufgrund der mangelnden Hilfe besorgt und fordern weitere internationale Unterstützung.

 

(c) AP (Altaf Qadri)

Auch ein Jahr nach ihrer Ankunft sind die geflüchteten Rohingya weiterhin in Lagern untergebracht, die Mehrzahl von ihnen in Kutupalong-Balukhali, dem größten Flüchtlingslager der Welt mit mehr als einer halben Million Bewohner.

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Nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision leben in Bangladesch insgesamt über 900.000 Menschen unter prekären Umständen...

 

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... mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.

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Die Flüchtlinge versuchen ihren Alltag so gut wie möglich zu gestalten.

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Auch das wichtigste Opferfest der Muslime, das Eid al-Adha, wird im Lager Kutupalong zelebriert.

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Das Fleisch für die Feierlichkeiten wird vorbereitet.

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Zuvor werden die Tiere geschlachtet.

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Vor der Opfergabe waschen sich die Gläubigen.

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Natürlich gibt es auch ein Moschee, in der gebetet wird.

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Auch abseits des Opferfestes wird gefeiert, hier zum Beispiel eine Hochzeit.

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Die Familie des Bräutigams bringt der Familie der Braut Geschenke.

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Mohammad Selim unterrichtet seine Tochter Nasima Akhtar (8) in der Kunst des Taekwondo.

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Am nahegelegenen Fluss wird gespielt.

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Alles Mögliche wird zum Spielzeug umfunktioniert.

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Wenn es Papier gibt, wird auch gezeichnet.

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Zarina Begum (20) (links) und Latifa Begum (30) bringen ihre Babys im Flüchtlingscamp zur Welt.

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In den medizinischen Stationen mangelt es an Medikamenten.

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Wichtig ist Strom, um Handys aufzuladen und so mit dem Rest der Familie in Kontakt zu bleiben.

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Manchmal gibt es sogar Zuckerwatte.

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Auch Alltag: Gräber für die Verstorbenen schaufeln.

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Dieses Mädchen wäscht seine Schultasche.

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Das Werkzeug eines ansässigen Friseurs.

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Und bei der Arbeit.

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Eine Gemeinschaftsküche.

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Hosen trocknen in der Sonne.

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Und dann immer wieder der blanke Horror, der hier auch Alltag ist. Dem 60-jährigen Noor Bassor etwa wurde während er auf einer Farm in Myanmar arbeitete, in den Ellbogen geschossen. Er hat immerhin überlebt und konnte flüchten.

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Oder das Schicksal von Kabir Ahmed (60), dem beim Versuch über die Grenze zu kommen, in die Schulter geschossen wurde. Auch er hat überlebt und im Flüchtlingslager Kutapalong eine vorübergehende "Heimat" gefunden.

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Auch auf die achtjährige Minara wurde geschossen. Sie wurde am Bein getroffen während sie in ihrem damaligen Zuhause in Myanmar friedlich geschlafen hat.

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Mehr als 700.000 von ihnen flüchteten innerhalb weniger Monate Ende 2017 vor Gewalt des Militärs aus dem Nachbarland Myanmar, dem früheren Birma. UN-Ermittler sprechen von einem "anhaltenden Völkermord" an der muslimischen Minderheit mit mindestens 10 000 Toten.

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