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Mode und NachhaltigkeitExpertentipps für den bewussten Kleidungskauf

Michaela Knieli von der „umweltberatung“ weiß, worauf man achten sollte und warum es einem selbst guttut, einfach nichts zu kaufen.

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© iordani - stock.adobe.com
 

Interview

Worauf kann man als Kunde beim Einkaufen achten?
MICHAELA KNIELI: Die erste Frage, die man sich stellen sollte, wenn man vor dem Regal steht, ist: Brauche ich das wirklich? Oder ist es vielleicht einfach nur ein Lustkauf? Danach stellt sich natürlich schon auch die Frage, wo und unter welchen Bedingungen das Stück produziert wurde. Und das kann man am besten an Gütesiegeln erkennen.

Auf welche Siegel sollte man da genau achten?
Es beginnt alleine schon einmal beim Gang ins richtige Geschäft. Wenn ich in einen Ökoladen gehe, muss ich mir gar keine Gedanken machen. Gehe ich aber in einen großen Diskonter oder in eine Filiale der großen Ketten, dann muss man genau schauen. Dort bekomme ich zwar oft Textilien mit Bio-Baumwolle, doch die Frage ist, wie sie weiter verarbeitet wurde.

Inwiefern?
Es wird immer noch mit viel Chemie hantiert und die Arbeiter arbeiten immer noch unter unfairen Bedingungen. Nach so einem Verfahren ist es in dem Sinne kein besseres T-Shirt mehr. Von dem her wäre es schon sinnvoller, sich zum Beispiel für Kleidungsstücke zu entscheiden, die den GOTS (Global Organic Textile Standard) erfüllen, weil hier darauf geachtet wird, dass die ganze Kette ökologisch in Ordnung ist.

Viele tricksen sich ja selbst aus und denken: Wenn ich die Sachen getragen habe, tue ich Gutes und werfe sie in die Altkleidertonne. Dann bekommen sie Bedürftige oder sie werden recycelt. Zu Recht?
Natürlich wird manches an Hilfsorganisationen
weitergegeben, bei manchem werden auch die Rohstoffe weiterverwendet. Aber es ist nicht die Lösung des Problems. Nämlich, dass wir ständig Neues produzieren und das auf Kosten der Umwelt. Die Textilproduktion ist extrem energie- und chemieintensiv. Es wäre sinnvoller, weniger, dafür
hochwertiger zu produzieren und diese Dinge dann lange zu nützen. Wenn es nicht mehr passt oder gefällt, können Tauschpartys im Familien- und
Freundeskreis eine gute Lösung sein. So minimiert man den Konsum und stößt vielleicht auch bei der Freundin auf nette Sachen. Die Lebensdauer von
Kleidung wird verlängert und das ist im Textilbereich einer der wichtigsten Faktoren
bezüglich der Umwelt.

Wie kann man den Leuten den Verzicht schmackhaft machen?
Es ist auch zum eigenen Wohle. Es macht weniger Stress, wenn man ein paar Outfits hat, die richtig passen und zusammenpassen. Außerdem: Den
abgenützten Look bei Jeans bekommt man nur durch jahrelanges Tragen.

Die Gütesiegel

GOTS (Global Organic Textile Standard):
Es basiert auf ökologischen und sozialen Aspekten. Die ganze textile Kette wird kontrolliert.

Fairtrade.
Es garantiert faire Preise und soziale Mindeststandards für Baumwollproduzenten.
Bio ist kein Muss.

Oeko-Tex Standard 100.
Es steht im Wesentlichen für Schadstoffprüfungen der Produkte in allen Verarbeitungsstufen, um gesundheitliche Risiken zu reduzieren.