Fassdauben und ChristbäumeErinnerungen an eine Weihnachtszeit von damals

Ein Bauer und ein Bergmann tauchen ein in die Adventszeit von damals, in eine Kindheit und Jugend voll Entbehrung und voll Glückseligkeit zugleich.

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Erinnerungen an das Gestern: Josef Krainer und Rudolf Loibner
Erinnerungen an das Gestern: Josef Krainer und Rudolf Loibner © Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Hoch über dem weststeirischen Eibiswald, an den Hängen zwischen Radlpass und Remschnigg liegt Sterglegg. Akkurat erhaltene Bauernanwesen wechseln ab mit adretten Einfamilienhäusern. In einem davon lebt Josef Krainer, ein Bergmann, zudem gelernter Elektriker mit Talenten zum Basteln und Erfinden und mit Leib und Seele Imker.
„Wo ist der Opa?“, schallt es durchs Haus, als wir mit dem Nachbarn Rudolf Loibner zum vereinbarten Gespräch kommen. Krainer ist wie so oft in seine Werkstatt abgetaucht, wo der 95-Jährige aktuell an Rahmen für Bienenstöcke arbeitet. Es ist Brauch, dass man von Haus zu Haus zum beliebten Kartenspiel zusammenkommt, heute lassen die beiden Männer die alte Zeit um Weihnachten für uns Revue passieren.

Er habe in einer Saustallkammer das Licht der Welt erblickt, in dem Stüberl hausten die Eltern mit zwei Kindern auf engstem Raum, erzählt der putzmuntere Alleskönner Krainer. Später, die Kinderschar war auf fünf angewachsen, zog die Familie zum vulgo Hubenpeter.
Der um sieben Jahre jüngere Rudolf Loibner wuchs in Kleinradl auf und kam als Ziehsohn auf den Bauernhof vulgo Proter, den er als Nebenerwerbslandwirt bewirtschaftete. Die beiden verbindet nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch eine entfernte Verwandtschaft.

Bei einer Unterhaltung kommt man gerne auf das Wetter zu sprechen. Der Bergmann und der Bauer sind überzeugt, dass es in ihrer Kindheit und Jugend wesentlich mehr Schnee gegeben hat, ein bis eineinhalb Meter waren keine Seltenheit. Besonders in Erinnerung ist noch der 26. Oktober 1941: „Da hat es alles zugeschneit.“ Die Feldfrüchte versanken unter den Schneemassen, die Maisernte konnte zum Teil erst in der darauffolgenden Osterzeit eingebracht werden.

Rudolf Loibner
Rudolf Loibner Foto © Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
Die größeren Kinder mussten im Winter auf dem langen Schulweg vorausstapfen, damit die Kleineren nicht ganz versanken. „Allein wäre es langweilig gewesen, aber von den Keuschen der umliegenden Hügel gesellte sich bald ein Schock Kinder dazu“, lächelt Krainer verschmitzt.
„In der Früh wurden die fünf Kilometer in einer Stunde bewältigt, heimzu dauerte es oft doppelt so lang“, kramt der 88-jährige Loibner in Kindheitserinnerungen. Waren es in der warmen Zeit Kletterspiele auf den Bäumen, hielten im Winter die Schneeballschlachten auf. Oft hätten die Väter schon fuchsteufelswild gewartet, manchmal gab es auch Schläge. Kinderarbeit gehörte seinerzeit zum Tagesablauf auf den Höfen und Keuschenanwesen.

Beide haben noch Schuldirektor Fuchs in guter Erinnerung, denn das Herz des Schulmanns schlug für die Kinder aus der Einschicht. Er brachte den Buben die richtigen Techniken auf den selbst gezimmerten Schiern bei, noch heute können Krainer und Loibner seine sportlichen Anweisungen wortwörtlich zitieren.

Kommentare (7)
Hawkeye2209
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@Konrad, Harald, und Wolfisch

Der Zauber der Weihnacht sprüht aus Ihren Worten…
Danke „Kleine Zeitung“ ich habe mich gedanklich zu euch an den Tisch in der Stube gesetzt und den beidenHerren zugehört, wie sie von früher erzählten…
Schönen Advent noch!

konrathr
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Fassdauben

Fassdauben schreibt man mit d!!!!!!!!

Kleine Zeitung
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Danke für Ihren Hinweis! Wir haben den Fehler bereits ausgebessert.

haraldlinzer
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@ KLZ, Fasstauben?

Ist das was zum Essen?

Kleine Zeitung
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Fehler

Da ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Natürlich sind Fassdauben gemeint.

wolfisch
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Fasstauben

"Fasstauben"

Kleine Zeitung
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Antwort

Wir haben den Fehler bereits ausgebessert. Danke für Ihre Anmerkung.