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Unterschiedliche SchlafgewohnheitenWelche Auswirkungen haben getrennte Schlafzimmer auf eine Beziehung?

Getrennte Schlafzimmer bringen vor allem eines: Fragen über den Zustand einer Beziehung. Aber was ist so verkehrt, wenn man den anderen in Ruhe schlafen lässt?

Unterschiedliche Schlafgewohnheiten können für Konflikte sorgen
Unterschiedliche Schlafgewohnheiten können für Konflikte sorgen © Gorodenkoff - stock.adobe.com (Gorodenkoff Productions OU)
 

Jeden Abend ein kleines Trennungsritual: Sie biegt nach links in ihr Schlafzimmer ab, er geht nach rechts in seines. In der Früh trifft man sich wieder. Kann eine Partnerschaft dieses nächtliche Leben auf Distanz auf Dauer aushalten? Kippt man damit nicht die Romantik in einen Tiefschlaf? Oder ist es umgekehrt ein Zeichen von Respekt und Rücksicht, wenn man dem anderen zumindest in der Nacht seine Ruhe lässt? Einem tradierten Familien- und Wohnbild zufolge gehören in einen gemeinsamen Haushalt jedenfalls ein gemeinsames Schlafzimmer und ein gemeinsames Doppelbett. Denn das Berühren, Aneinanderkuscheln, Umarmen erzeugt jenes Gefühl von körperlicher Nähe und Geborgenheit, das es als Sediment für eine glückliche Beziehung braucht.

Aber die Romantik kann leicht Risse bekommen. Dann nämlich, wenn zwar im Wachzustand Harmonie vorherrscht, sich die Schlafgewohnheiten aber derart voneinander unterscheiden, dass sich im wahrscheinlichsten Fall Schlaflosigkeit bei zumindest einem, im schlimmsten Fall Ärger bei beiden einstellt. Sie klagt: „Du schnarchst so laut!“ Er klagt: „Du wälzt dich ständig hin und her!“ Sie: „Ich will noch etwas lesen!“ Er: „Ich möchte noch fernsehen!“ Sie: „Mir ist bei offenem Fenster zu kalt!“ Er: „Mir ist es bei geschlossenem Fenster zu warm!“ Im Duett: „Ich kann so nicht einschlafen!“

Dazu noch divergierende Ansichten, ob es mit einer großen Decke grundsätzlich gemütlicher ist als mit zwei Einzeldecken. Ob zwei unterschiedlich harte, auf das jeweilige Körpergewicht und die bevorzugte Schlafstellung angepasste Matratzen nicht besser wären als eine gemeinsame zu weiche/harte Schlafunterlage. Ob sie schuld am Schlafraub ist, weil sie sich ständig von einer auf die andere Seite wälzt. Oder ob er der Traumdieb ist, weil er mehrmals in der Nacht aufsteht, um das Klo oder den Kühlschrank zu besuchen. Oder ob es nur einfach berufsbedingt asynchrone Schlaf- und Aufstehgewohnheiten sind. – Es ist ein fruchtbarer Acker für saftige Konfliktfrüchte aller Art.

Getrennte Schlafzimmer können da zur Befriedung beitragen. Denn was auf den ersten Blick wie ein aus der Zeit gefallenes, mittelalterliches Keuschheitsritual aussieht, kann die Erholung zurückbringen, für die die Natur den Schlaf vorgesehen hat. Diese „Vereinzellung“ ist der Beweis, dass die Menschen ihrer eigenen Geschichte radikale Wendungen zumuten. Denn als unsere Urahnen noch in Höhlen lebten, schliefen sie ganz selbstverständlich in Großgruppen. Diese Zusammenrottung innerhalb der Sippe bot Wärme und Schutz vor feindlichen Angreifern.
Mit fortschreitender Entwicklung und wachsendem Wohlstand zog zwischenmenschliche Distanz in die Schlafräume ein. Aus gemeinsamen Schlafflächen für die ganze Familie wurden irgendwann getrennte Betten, später getrennte Zimmer für Eltern und Kinder.

Kommentare (1)
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Nixalsverdruss
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Lesenswert?

Einfaches Mittel zum Einschlafen:

Ich zähle bis drei - und dann schalfe ich!
Manchmal zähle ich aber auch bis halb vier ... :-)