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Widerständiger Big AppleEine Metropole erwacht: New York fährt wieder hoch

Isabella Gady lebt seit sieben Jahren in New York. Sie zog für die UNO von Wien in die pulsierende Metropole. Doch Corona hat der Weltstadt, die niemals schläft, Ruhe verordnet. Hier schreibt sie, wie der Big Apple wieder zum Leben erwacht.

The Fearless Girl vor der New Yorker Börse: Echte New Yorker sind per se widerständig
The Fearless Girl vor der New Yorker Börse: Echte New Yorker sind per se widerständig © (c) AP (Mary Altaffer)
 

Brooklyn, Oktober 2020. Ein Workshop-Teilnehmer erzählt freimütig: „Vor Corona kannte ich keinen meiner Nachbarn persönlich.“ Er macht eine Pause und sagt dann: „Heute kenne ich sie alle.“ Frau Kimbell und Charly von Apartment 4D seien ihm besonders ans Herz gewachsen. „Wochenlang haben wir der 72-Jährigen und ihrem Hund während des strikten Lockdowns Essen vorbeigebracht.“ Alles sei organisiert worden innerhalb weniger Tage über die hauseigene Nachbarschaftshilfe, die „Lisa aus 2B“ ins Leben gerufen habe. Die Grundversorgung einiger besonders gefährdeter Hausbewohner war gesichert. Als Dank hinterließ Frau Kimbell jeden Tag eine handgeschriebene Postkarte mit einer persönlichen Nachricht. „Ich habe sie alle aufbehalten“, sagt der Bekannte. Es sind Erzählungen wie diese, die – hört man in dieser sonst so geschäftigen Stadt genau hin – Signale liefern für ein verändertes, ein lokales New York. Ein New York für die New Yorker.

So erzählte auch ein langjähriger Bewohner Chinatowns: „Trotz allem ist gerade jetzt ein verloren gegangener neuer Zusammenhalt spürbar.“ Das einst lebhafte Viertel in der Weltmetropole, dessen Restaurants und umtriebigen Abendmärkte es durch ihren einzigartigen Geruch, schon viele Blocks bevor man die Grenze von Soho querte, ankündigten, erwacht zum Leben. Im Columbus-Park wird wieder Schach gespielt – mit Maske, versteht sich, die nur zum Rauchen abgenommen wird. Neben den Schutzmaßnahmen kämpfen Bevölkerung und Unternehmer hier mit rassistischen Anfeindungen im Zuge der Coronakrise. Trumps Wort vom „China-Virus“ verfängt.

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