Pfiat di, Sommer! Pfiat di, Sommer! Zehn Dinge über den Herbst

Wer galoppiert über den Herbsthimmel, wer ist nicht nur schön, sondern auch tödlich und warum macht der Dachs im Oktober gerne die Fliege? Die unbekannten Seiten des Herbstes.

Eichhörnchen: Finde den Schatz

Die Schwalben haben längst die Fliege gemacht, der Hamsterkauf steht vor der Tür. Das gilt vor allem für die Eichhörnchen, die nur Winterruhe halten. Wenn sie der Hunger packt, suchen sie ihre im Herbst angelegten Depots auf. Von Nüssen über Eicheln, Samen bis hin zu Fichtenzapfen wird alles eingewintert. Wie sie ihre Schatzkisten finden? Eichhörnchen haben ein gutes räumliches Gedächtnis und einen ausgeprägten Geruchssinn.

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Gute Aussichten für Herbstgeborene

Forscher des Rostocker Max-Planck-Instituts fanden in einer groß angelegten Studie heraus, dass Herbstgeborene länger leben. Der Hintergrund ist, dass die Babys im Mutterleib über die Sommermonate nicht nur eine bessere Versorgung im Mutterleib bekommen, sondern auch saisonal auftretende Infektionskrankheiten. Österreichische Herbstkinder leben im statistischen Mittel sogar ein halbes Jahr länger als ihre zwischen April und Juni geborenen Mitmenschen.

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Dachsmond: Im Zeichen des Jägers

Es ist schon länger her, dass man unter Jägern den Oktober „Dachsmond“ genannt hat. Aber bitte jetzt nur nicht schreien: Das ist doch alles nur Jägerlatein! Nein, das ist es nicht. Gelogen wäre nur, wenn wir das Wort „Dachsmond“ als romantische Hommage an schräge Vierbeiner sieht. Ist es nicht, vielmehr ist der Herbst die ideale Zeit für die Dachsjagd.

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Dionysos: Kult um den Gott

Vor allem zur Zeit der Ernte hatte der Gott des Weines im antiken Griechenland Hochsaison. Der Dionysoskult war in vielen griechischen Regionen stark verbreitet und ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Kunstgeschichte. Bei den Römern heißt der Gott des Weines Bacchus.

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Herbstzeitlose: Ganz schön gefährlich

Bevor Sie sich zu früh freuen: Sie wurden nicht versehentlich in den Vorfrühling gebeamt, die Pflanze schaut dem Krokus nur ähnlich. Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blüht vom Spätsommer bis in den Herbst hinein. Jedoch erst im Frühling darauf bilden sich Blätter und Samen. Für Bärlauchpflücker kann des lebensgefährlich sein:
Die Blätter ähneln jenen des Bärlauchs.

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Nebel: Es vernebelt einem die Sinne

Wenn die Nächte im Herbst länger werden, kühlt auch der Boden aus. Scheint tagsüber die Sonne, kann sich zwar die Luft erwärmen, der Boden bleibt jedoch kalt. Die warme Luft des Tages nimmt Wasserdampf auf, gibt
das Wasser jedoch bei Abkühlung wieder ab. Daraus bilden sich winzig kleine Wassertröpfchen, die in der Luft schweben – der Herbstnebel.

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Oktober: Hochzeit für Hochzeiten

Im Mittelalter galt der Oktober als heiliger Monat und nicht wenige Könige und Thronfolger heirateten zu dieser Zeit. Aus einem solchen Anlass entstand auch das Münchner Oktoberfest: Fünf Tage lang wurde im Oktober 1810 die Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. mit Therese von Sachsen-Hildburghausen gefeiert. Dirndl und Lederhose wären damals zu bäuerlich gewesen. Der Herr trug Gehrock und Zylinder, die Damen französischen Empirestil.

 

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Pegasus: Es tobt das Himmelspferd

Ein Sternenquadrat, auch Herbstviereck genannt, dominiert den Herbsthimmel. Es ist der Hauptteil des Sternenbilds „Pegasus“, benannt nach dem geflügelten Pferd aus der griechischen Mythologie. Das Viereck ist übrigens nicht seine Pferdebox, sondern sein Körper.
In seinem Zweitjob trägt Pegasus außerdem die Blitze von Zeus aus. Das klingt glaubhaft.

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Altweibersommer: Spinnst du schon?

Eine Hochdruckwetterlage sorgt meist zwischen Mitte September und Anfang Oktober für spätsommerliches Wetter. Der Begriff Altweibersommer leitet sich vom altdeutschen Wort „weiben“, also weben, ab und verweist auf die Flugfäden von Spinnen, die man im morgendlichen Tau zu dieser Zeit besonders gut sehen kann. Schon die Germanen sahen darin Lebensfäden, gewebt von den Nornen, den Schicksalsgöttinnen. Bleibt ein solcher Faden an der Kleidung hängen – Achtung, Spinnenphobiker –, soll es Glück bringen.

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Der weltgrößte Plutzer

Der Plutzer ist das unangefochtene Herbstgemüse. Es gibt ihn in mehreren Größen: klein, groß und absolut gigantisch. Den Weltrekord hält der Belgier Mathias Willemijns. Sein Kürbis brachte im Oktober 2016 unglaubliche 1190 Kilogramm auf die Waage.

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