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JahrhundertprojektWas bedeutet Chinas neue Seidenstraße für die Welt?

Einst hat die Seidenstraße fremde Kulturen miteinander verbunden, ihre Neuauflage kennt vor allem einen Gewinner: China. Für viele andere Länder ist sie ein Weg in eine Schuldenfalle.

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Das kleine buddhistische Kloster Bardain Jaran in der Wüste Gobi
Das kleine buddhistische Kloster Bardain Jaran in der Wüste Gobi © Bruno Baumann
 

Es war der Superhighway der Antike, jenes Geflecht von uralten Karawanen- und Völkerwanderungswegen, das sich über Tausende Kilometer vom Osten Chinas bis ans Mittelmeer spannte und das der deutsche Geograf Ferdinand von Richthofen erst im vorletzten Jahrhundert mit dem Begriff Seidenstraße überschrieb. Für dessen Schüler, den schwedischen Asienforscher Sven Hedin, war es gar das „bedeutendste Band“, „das es je auf Erden zwischen Völkern und Kontinenten gab“. Tatsächlich stellte die Seidenstraße eine oft gefährdete, aber nie ganz unterbrochene Verbindung zweier einander fremder Weltkulturen her: der abendländischen und der chinesischen. Hinzu kamen indische, persische und zentralasiatische Einflüsse. Kaufleute, Mönche und fromme Pilger, aber auch blutrünstige Eroberer folgten diesen Routen.

Der Austausch fand auf verschiedenen Ebenen statt. Es wurden nicht nur Waren befördert, sondern auch Religionen, Kunststile und Technologien verbreitet. Das Papier, der Buchdruck, der Kompass, allesamt Erfindungen aus dem Reich der Mitte, fanden so den Weg nach Westen. Aus der umgekehrten Richtung gelangten Glaubensbekenntnisse wie die persische Lichtreligion des Mani, die indische Lehre des Buddha oder die christliche nestorianische Kirche bis in das heutige Xi’an. An den Umschlagplätzen, den Akupunkturpunkten mit ihren Märkten und Karawansereien, herrschte Multikulti mit bemerkenswerter Toleranz. In der Oase Turpan haben Archäologen eine alte Stadt freigelegt, mit Kultstätten unterschiedlichster Religionen, die neben- und miteinander koexistierten. Aber auch das war die Seidenstraße. Auf Zeiten großer Toleranz und kultureller Blüte folgten Zeiten schlimmster Barbarei.

Kommentare (1)

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Holzerl
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2
Lesenswert?

Danke

Danke für diese Sonntagsbeilage. Wenn man das liest, machen die Spionage-Anschuldigungen der USA gegen den einen oder anderen chinesischen Konzern schon mehr Sinn.
Wenn ich rund 800 Mrd € investiere, will ich auch wissen, ob ich meine Ziele damit erreiche.

Aber Xi Jinping will ja erst 2049 fertig sein - da werde ich den finalen Showdown "leider" nicht mehr erleben. Bis dahin beschäftigen wir uns mit Karfreitag und Vollkasko für Almbesuche,etc.... Armes Österreich - Armes Europa

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