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StadtflaneurGeheimnis des Rosinenkuchens

Der grandiose Literat Radek Knapp liebt Streifzüge durch die abseits gelegenen Wiener Gassen. Und er weiß ganz genau, das angeblich goldene Wienerherz wirklich tickt. Alsdann: auf den Weg.

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© Clemens Fabry
 

Sollten Sie zu jenen Glücklichen zählen, die eine Reise nach Wien gewonnen haben, müssen Sie unbedingt ein paar Dinge über diese Stadt erfahren, die nicht in Reiseführern stehen. Wien ist nicht nur hübsch und duftet gut. Es ist auch raffiniert gemacht. Wie ein Rosinenkuchen, den man einen Tick zu spät aus dem Ofen gezogen hat. Ganz außen, wo kein Tourist jemals war und es gelegentlich leicht angebrannt riecht, stehen unzählige Gemeindebauten, in denen die Wiener Arbeiterschaft wohnt. Als Nächstes folgt eine fette Schichte aus Studentenlokalen, die fließend in Rotlichtlokale übergehen, wo es oft billig, aber keineswegs niveaulos zugeht. Am Ende erwartet den glücklichen Besucher das Zentrum. Elegant und makellos auf Tausenden Fotos abgebildet, dass man es am liebsten rund um die Uhr einatmen möchte. Man trifft dort zwar kaum noch Menschen, sondern russische Oligarchen und Geschäftsleute, aber mit etwas Glück wird man Zeuge, wie beim „Demel“ ältere Damen ihre Dackel mit Schaumrollen, 20 Euro das Stück, füttern. Ganz zu schweigen von der nicht näher erfassten Anzahl von Fiakern, die in der Tradition der guten alten k. u. k. Kutscherfantasie so manchem frechen vorbeifahrenden Radfahrer die Peitsche geben.

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