SlowakeiKosice ist außen historisch und innen hip

Die Stadt Kosice ist das Schmuckkästchen der Ostslowakei. Und idealer Ausgangspunkt, um die vielen Schätze rundum zu heben.

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Die historische Promenade von Kosice ist die längste der Slowakei © FOTOLIA
 

"Nur noch eine Kehre“, verspricht Miroslava. Wir haben aufgehört zu zählen, bei wie vielen Serpentinen, die der antike Güterweg in die Bergflanke schneidet, die Touristikerin uns das schon angekündigt hat, während wir ein Plateau im Naturreservat Zádielska tiesnava erklimmen. Aber irgendwann spüren wir tatsächlich, wie das nachlassende Brennen in den Oberschenkeln davon kündet, dass es flacher wird.

Plötzlich endet der Weg, 300 Meter geht es in die Tiefe, eine Schlucht schlängelt sich durch den weißen Kalkstein im slowakischen Karst, der uns in all seiner Schönheit zu Füßen liegt. „Die Klamm ist an manchen Stellen so eng, dass kaum eine Straße zwischen die Felsen passt“, erzählt Miroslava. „Aber es sind nur ein paar Kehren. Versprochen.“ Nein, Miroslava, wir sind für heute genug gewandert.

Top 10: Kosice

In Kosice führen alle Wege zum Dom der heiligen Elisabeth. Die größte Kirche der Slowakei thront in der Mitte der längsten Promenade des Landes, umringt von einer Altstadt, die einem Schmuckkästchen gleicht.

Die ganze Reportage finden Sie hier.

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Aber keinem verstaubten Museum, denn in den Gassen wurlt es nur so und das Nachtleben erreicht südländische Verhältnisse. Kosices Kulturhauptstadtjahr 2013 hat Impulse für eine junge Szene gesetzt.

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Und zwar nachhaltig im doppelten Wortsinn: Alte Kasernen, ein Schwimmbad, eine ausrangierte Wärmeübergabestation und eine ehemalige Tabakfabrik wurden zu kleinen und großen Kulturzentren umgebaut, die von Kreativen bespielt werden und so gar nicht im Widerspruch zu den historischen Fassaden des Stadtkerns stehen.

RIESS

Wo man in Kosice schlemmen sollte: zum Beispiel im Slávia. Im Jahr 1900 wurde das Haus an der Flaniermeile als Café im Stil des Wiener Jugendstils wieder-eröffnet. Nach der Restaurierung 2015 erstrahlen Restaurant und Hotel wieder im alten Glanz.

KK

Oder im Hostinec: Im ältesten Haus der Stadt werden selbst gebrautes Bier und regionale Spezialitäten serviert: Bryndzové halusky (Brimsennockerl mit Schafskäse), Kapustnica (Krautsuppe).

Hunderte slowakische und inter- nationale Weine kredenzen die Kellner in der Villa Cassa mit Charme und Kompetenz. Typisch für die Gegend ist der Süßwein Tokajer, der auch in der Slowakei angebaut wird.

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Die Geister der Adelsfamilie Andrássy - bei uns ein Begriff wegen Graf Gyulas angeblich amourösem Nahverhältnis zu Sisi - wohnen noch immer im Schloss Betliar. Zumindest in Form von Hunderten Porträts, deren Augen einen zu verfolgen scheinen, wenn man durch die Räume schlendert, etwa um die Bibliothek mit ihren rund 20.000 Bänden oder die exotischen Reisesouvenirs zu bestaunen. Ausgestopfte Krokodile, konservierter Elefantenkopf und menschliche Mumie inklusive.

 

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Plötzlich endet der Weg, 300 Meter geht es in die Tiefe, eine Schlucht schlängelt sich durch den weißen Kalkstein im slowakischen Karst, der uns in all seiner Schönheit zu Füßen liegt. Den besten Ausblick hat man vom Plateau im Naturreservat Zádielska tiesnava.

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Alleine sechs Höhlen in der Umgebung von Kosice zählen zum Welterbe der Unesco. Aber nur durch die Domica-Höhle schlängelt sich ein unterirdischer Fluss, den man mit einem Elektroboot überquert.

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Beim Sonnenuntergang über der Kleinkarpatischen Weinstraße wird es philosophisch. „Ich kenne jedes Produkt, das in meiner Küche verarbeitet wird, in- und auswendig“, verspricht Loránt, Chefkoch und Winzer des Gránariums bei Jablonov. „Es stammt ja aus meinen oder den Gärten meiner Nachbarn.“ Und alleine wegen der Lokse - Erdäpfelfladen -, die eine alte Frau kunstvoll im Küchenkittel über offenem Feuer in einer riesigen Pfanne zubereitet, glauben wir das auf den ersten Biss.

RIESS
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Denn immerhin gilt es, eine Stadt zu entdecken. In Kosice führen alle Wege zum Dom der heiligen Elisabeth. Die größte Kirche der Slowakei thront in der Mitte der längsten Promenade des Landes, umringt von einer Altstadt, die einem Schmuckkästchen gleicht. Aber keinem verstaubten Museum, denn in den Gassen wurlt es nur so und das Nachtleben erreicht südländische Verhältnisse. Kosices Kulturhauptstadtjahr 2013 hat Impulse für eine junge Szene gesetzt.

Und zwar nachhaltig im doppelten Wortsinn: Alte Kasernen, ein Schwimmbad, eine ausrangierte Wärmeübergabestation und eine ehemalige Tabakfabrik wurden zu kleinen und großen Kulturzentren umgebaut, die von Kreativen bespielt werden und so gar nicht im Widerspruch zu den historischen Fassaden des Stadtkerns stehen. Und so ist die zweitgrößte Stadt der Slowakei ein Ort, an den man nach Ausflügen ins Umland immer wieder mit Freude zurückkehrt.

Reisetipp

Anreise. Mit dem Zug mit ÖBB/ZSSK oder mit dem Flugzeug mit Austrian Airlines von Wien nach Kosice.
Hoteltipp. Das Hotel Ambassador liegt perfekt mitten in der lebhaften Fußgängerzone. www.ambassador.sk
Im Umkreis von 100 Minuten rund um Kosice liegen 18 Unesco-Weltkurturerbestätten. www.visitkosice.eu, www.regionkosice.com

Diese Reise wurde unterstützt von Tourism Slovakia, Austrian Airlines und den ÖBB.

Apropos Ausflüge: Wir haben den Styx überquert. Die Unterwelt hier hat es in sich: Alleine sechs Höhlen in der Umgebung von Kosice zählen zum Welterbe der Unesco. Aber nur durch die Domica-Höhle schlängelt sich ein unterirdischer Fluss, den man mit einem Elektroboot überquert. Die Ruhe wissen die 16 Arten von Fledermäusen zu schätzen, die die Dome von Baumeisterin Mutter Natur bevölkern und mit ihrem Sonar geisterhaft im Dunkeln Slalom durch die Tropfsteine fliegen.

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Top 10: 10 Orte, die man in der Slowakei nicht übersehen sollte

Bratislava ist das kulturelle Zentrum der Slowakei. Ein Gewirr aus Gassen, alten Kirchen und mondänen Stadtvillen prägt die Altstadt, die an der Donau liegt. Wahrzeichen ist die viertürmige Burg.

rudi1976/stock.adobe.com (Rudolf Balasko)

Vom 85 Meter hohen Aussichtsturm und der Burgruine Devín auf 212 Metern Höhe überblicken Besucher nicht nur die Hauptstadt der Slowakei, sondern im Nordosten auch die Hohe Tatra.

Aleksandar/stock.adobe.com (Aleksandar Pavlovic)

Auch in der Hohen Tatra lohnt ein Zwischenstopp: Zahlreiche Wanderwege führen durch das höchste Gebirge der Slowakei. Im Spätherbst erleben Urlauber dort ein besonderes Schauspiel: Die eigentlich dämmerungs- und nachtaktiven Bären streifen um diese Jahreszeit auch tagsüber durch die Wälder. 

Tortuga/stock.adobe.com

Von einem traditionellen Floß aus lassen sich die Ufer des Flusses Dunajec besonders schön erkunden, der quer durch den Nationalpark Pienien führt.

Ludmila Smite/stock.adobe.com (Ludmila Smite)

Spektakulär ist die Eishöhle von Dobsina: Sie ist eine der größten unter den seltenen Eishöhlen in Europa und zählt seit dem Jahr 2000 zum Weltnaturerbe der Unesco. 

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Auf einem Travertinkegel thront die Zipser Burg aus dem zwölften Jahrhundert – weltweit ist laut dem Guiness Buch der Rekorde nur die Prager Burg größer.

Tomas Hulik/stock.adobe.com (TOMAS HULIK)

Reich verzierte Häuser säumen die verschlungenen Gassen der Stadt Kosice, darunter auch das größte Gotteshaus und Wahrzeichen des Landes, der gotische Elisabeth-Dom. Trotz der traditionellen Architektur, blüht die Studentenstadt vor lauter (Nacht-)Leben.

 

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Streng genommen ist Vlkolínec ein Freilichtmuseum, zählt aber dennoch knapp mehr als 30 Einwohner. Wegen seiner außergewöhnlichen, unberührten Siedlung mit 40 originalen Holzhäusern wurde es von der Unesco 1993 auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. 

Viliam/stock.adobe.com (Vilo Mucha)

Der Stadtkern von Bardejov zählt nicht umsonst zum Weltkulturerbe der Unesco: Er sieht aus wie einem Bilderbuch entnommen.

Sergej Razvodovskij/stock.adobe.com (Sergej Razvodovskij)

Schloss Bojnice ist mit seinen Türmen so etwas wie das Neuschwanstein der Slowakei und beherbergt das meistbesuchte Museum des Landes.

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Die Geister der Adelsfamilie Andrássy - bei uns ein Begriff wegen Graf Gyulas angeblich amourösem Nahverhältnis zu Sisi - wohnen noch immer im Schloss Betliar. Zumindest in Form von Hunderten Porträts, deren Augen einen zu verfolgen scheinen, wenn man durch die Räume schlendert, etwa um die Bibliothek mit ihren rund 20.000 Bänden oder die exotischen Reisesouvenirs zu bestaunen. Ausgestopfte Krokodile, konservierter Elefantenkopf und menschliche Mumie inklusive.

Beim Sonnenuntergang über der Kleinkarpatischen Weinstraße wird es philosophisch. „Ich kenne jedes Produkt, das in meiner Küche verarbeitet wird, in- und auswendig“, verspricht Loránt, Chefkoch und Winzer des Gránariums bei Jablonov. „Es stammt ja aus meinen oder den Gärten meiner Nachbarn.“ Und alleine wegen der Lokse - Erdäpfelfladen -, die eine alte Frau kunstvoll im Küchenkittel über offenem Feuer in einer riesigen Pfanne zubereitet, glauben wir das auf den ersten Biss.

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