St. Johann in TirolSkigebiet mit familiären Aussichten

St. Johann in Tirol liegt gleich neben Kitzbühel. Und bietet neben traumhaften Abfahrten vor allem familiäres Flair.

Breite Pisten, starke Gondel: In St. Johann ist manches neu und vieles gut geblieben
Breite Pisten, starke Gondel: In St. Johann ist manches neu und vieles gut geblieben © Barbara Kluger
 

Es schneit und schneit und schneit. Zentimeter für Zentimeter stapeln sich die münzgroßen Flocken übereinander und hüllen St. Johann in Tirol mitsamt seinen vielen bunt bemalten Häusern über Nacht in eine ansehnliche Schneedecke. Klischee? Nein. Das hier ist Winter, wie ihn sich das Skifahrerherz nicht schöner wünschen könnte. Und tatsächlich zeigt sich in der Früh: Besser kann ein Skitag kaum beginnen. In der nagelneuen Gondel wollen wir hinauf in Richtung Harschbichl. Gleich am Drehkreuz begrüßt uns ein Transparent, darauf: Valle, das neue Maskottchen des Skigebiets. Der Schneemann im Comic-Stil trägt Ski am Arm, Skihelm und eine Lederhose. Und grinst über beide Ohren. Valle ist beliebt bei Kindern – in Schweden zumindest. In Skigebieten wie Sälen stehen Kinder Schlange, um das personifizierte Maskottchen knuddeln zu dürfen, das des Abends auf einer Bühne singt, tanzt und rockt. Ob der Nachwuchs, der sich auf St. Johanns Pisten tummelt, Valle ebenso ins Herz schließen wird? Das wird sich schon bald zeigen.

St. Johann in Tirol: Ein Paradies für Skifahrer

St. Johann in Tirol liegt eingebettet zwischen Wildem Kaiser und Kitzbüheler Horn. Die Marktgemeinde mit ihren knapp 9500 Einwohnern ist nicht nur ein regionaler Verkehrsknotenpunkt - der eigene Bahnhof liegt direkt an der Westbahnstrecke -, sondern auch ein wahres Schneeloch.

Barbara Kluger

Im Dezember 2017 startete das neu vom skandinavischen SkiStar übernommene Skigebiet St. Johann in den Betrieb.

Barbara Kluger

Eine neue Gondel und zwei neue Sessellifte ersetzten die Schlepplifte, einige der Abfahrten wurden verbreitert.

Barbara Kluger

Anfänger sind in St. Johann sehr willkommen. Doch auch Fortgeschrittene finden auf den langen Abfahren mit herrlichem Panorama ausreichend Abwechslung.

Barbara Kluger

Mit Maskottchen "Valle" will man vor allem junge Gäste und Famlilien ansprechen.

Barbara Kluger

In St. Johann finden Familien Winterstimmung pur. Das malerische Städchen lockt mit familiärer Atmosphäre.

Barbara Kluger

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Barbara Kluger
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Denn die Schweden haben St. Johann übernommen. Nein, damit ist keine gewonnene Schlacht gemeint. Wohl aber ein gelungener touristischer Schachzug – so sei es der Marktgemeinde jedenfalls zu wünschen. Denn um das größenmäßig vergleichsweise überschaubare Skigebiet mit seinen 43 Pistenkilometern stand es bis vor Kurzem gar nicht rosig. Bis schließlich vor einem Jahr der skandinavische Investor SkiStar einstieg, der neben dem schwedischen Sälen auch den norwegischen Ski-WM-Ort Are betreibt, die beiden nicht mehr ganz zeitgemäßen Eichenhof-Schlepplifte kurzerhand durch eine moderne, höchst leistungsfähige 10er-Gondel plus Sessellift ersetzte und die eine oder andere Abfahrt deutlich verbreiterte. 1800 Skifahrer können, seit die Anlage im Dezember 2017 in Betrieb ging, pro Stunde auf den Harschbichl transportiert werden.

 

Winterstimmung vom Feinsten in St. Johann in Tirol
Winterstimmung vom Feinsten in St. Johann in Tirol Foto © Barbara Kluger

Skigebiet St. Johann

Sanfte Hänge, schneesichere Lage. St. Johann lockt mit 43 Pistenkilometern vor allem Familien. Anfänger sind willkommen, doch auch Fortgeschrittene langweilen sich hier bestimmt nicht.

Vier Skischulen gibt es in St. Johann. Sie alle arbeiten nun mit Maskottchen „Valle“.

Authentizität wird in St. Johann großgeschrieben. Zahlreiche Hütten laden zur Einkehr entlang der Abfahrten. Originell: die Drive-In-Hütte vor dem Pointenhof.

Massenabfertigung? Keinesfalls. Denn das Skigebiet zeichnet sich aus durch seinen familiären Charakter. Der Spaß am Fahren steht deutlich vor dem Leistungsdruck. Anfänger finden hier eine breite Spielwiese, Fortgeschrittene haben ebenso Spaß. Schier endlose Abfahrten mit herrlichem Talblick fordern Oberschenkel, Wachsbeläge und Kondition.
Dabei liegt der höchste Punkt des Skigebiets gerade einmal auf 1604 Metern. Schneesorgen hat man hier aber keine. Denn auf den Harschbichl ist Verlass, gilt der Talkessel von St. Johann doch als niederschlagsreiche Nordstaulage. Anders gesagt: als absolutes Schneeloch. Die ebenfalls neu installierten Beschneiungsanlagen tun ihr Übriges dazu.

Barbara Kluger Gemütliche Pause auf der Hütte
Gemütliche Pause auf der Hütte © Barbara Kluger

„Eine Liftanlage kann jeder bauen, der Geld hat. Will man aber mehr bieten, muss man mit Servicequalität und Freundlichkeit arbeiten“, betont Per Granas, der den neuen SkiStar-Standort managt. Das schwedische Konzept mit seiner One-Stop-Shop-Lösung, über die die Gäste ihre Leihski plus Liftkarte gleich aufs Hotelzimmer liefern lassen können, eins zu eins nach Österreich zu exportieren, hat der Konzern nicht vor. „Man muss die Welt nicht verändern. Aber das Potenzial ist da.“

2 Dinge, die man in St. Johann erleben sollte

1. Ein Besuch auf der Angerer Alm. Das urige Bauernhaus liegt auf rund 1300 Metern direkt an der Harschbichlabfahrt. Betrieben wird die Alm von Annemarie Foidl, ihres Zeichens Präsidentin des Österreichischen Sommelierverbandes. Auf der Alm wird mehr Wein als Bier ausgeschenkt. Der Weinkeller ist einen Besuch wert, die älteste Flasche ist ein Madeira aus dem Jahr 1795 und damit unwesentlich jünger als die Alm selbst. „Auf dieser Höhe reifen Weine anders als im Tal“, sagt Foidl. Ihr Credo: „Weine müssen harmonisch sein, die Jahrgänge sind nicht wichtig.“

2. Einen Abstecher in die benachbarten Skigebiete. Das Hahnenkammrennen live zu erleben, gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten aller eingefleischten Skisport-Fans. Wer lieber selber auf den Brettln steht: Die Streif aus nächster Nähe zu sehen, flößt Respekt ein. Ebenfalls einen Besuch wert: das gemütliche Skigebiet Waidring.

Der frische Pulverschnee macht das Skifahren zum reinsten Gleiten, Geschwindigkeitsrausch und Glücks-Jauchzer inbegriffen. St. Johann verändert sich. Die Winter-Idylle des Städtchens aber hat Bestand.

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