GeheimtippWo es außer in Venedig eine Seufzerbrücke gibt

Es gibt nicht viele letzte Ruhestätten, die einen so schönen Ausblick haben wie dieser viktorianische Friedhof in Glasgow.

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Die „Bewohner“ der Nekropolis genießen den Blick über Glasgow © Peter Reiner/stock.adobe.com
 

Ihre letzte Reise traten sie über die Seufzerbrücke an. Nur dass die in diesem Fall nicht in Venedig, sondern in Schottlands größter Stadt liegt. Das hemdsärmelige Glasgow steht im Schatten seiner eleganten Schwester Edinburgh. Dabei kommt die Stadt als freche, junge Destination gerade richtig in Gang.

Aber hier, auf dem Hügel, der „The Craigs“ genannt wird, herrscht Ruhe. Totenstille vielmehr. Immerhin ist die Glasgow Necropolis ja auch ein Friedhof. 1833 eröffnet, wurde er in Anlehnung an sein Pariser Gegenstück Père Lachaise entworfen. Weshalb er mehr nach Park als letzter Ruhestätte aussieht.

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Top 10: 10 Dinge, die es nur im schottischen Glasgow gibt

Die Glasgow Necropolis ist so etwas wie das Père Lachaise des Nordens. Der viktorianische Friedhof zählt rund 3500 Gräber und liegt malerisch auf einem Hügel nahe der St Mungo’s Cathedral. Unbedingt einen geführten Spaziergang buchen und die spannenden Geschichten dahinter entdecken.

Peter Reiner/stock.adobe.com

Die Universität von Glasgow gilt als eine der besten in Großbritannien, nicht weniger als sieben Nobelpreisträger haben dort studiert, gelehrt oder geforscht. Besuchen sollte man sie als Tourist alleine wegen ihrer stimmungsvollen Kreuzgänge.

Train arrival/stock.adobe.com

Durchschnaufen kann man vielleicht am besten in den botanischen Gärten von Glasgow. Von den zahlreichen dortigen Gewächshäusern ist Kibble Palace eindeutig das sehenswerteste. Hauptsächlich wachsen dort australische Baumfarne, von denen manche älter als 120 Jahre sind.

Getty Images (Chris Hepburn)

Das Britannia Panopticon ist die älteste noch bestehende Music Hall in Schottland. In den 1850ern erbaut, hat es in seiner Hochzeit echte Legenden eine Bühne geboten: Stan Laurel gab hier sein Debüt und Cary Grant unterhielt einst Glasgow mit seinen akrobatischen Fähigkeiten. Noch heute wird hier dem viktorianischen Vaudeville gefrönt: mit Zaubershows, Tarotlegen oder Stummfilmabenden.

Britannia Panopticon

Das Sharmanka Kinetic Theatre wurde 1989 vom  russischen Bildhauer und Mechaniker Eduard Bersudsky und der Theaterdirektorin Tatyana Jakovskaya in St. Petersburg gegründet. Seit es sich vor fast zwei Jahrzehnten in Glasgow angesiedelt hat, fesselt es das schottische Publikum. In den packenden Performances werden hunderte geschnitzte Figuren von Maschinen im Steampunk-Stil gesteuert, die in Kombination mit Licht und Musik wundervolle Geschichten erzählen.

Robin Mitchell/Sharmanka Kinetic Theatre

Auf dem Gillmorehill liegt mit dem Kelvingrove Park eine der beliebtesten grünen Oasen in Glasgow. Daran grenzt der hünenhafte Ziegelbau des Kelvingrove Museums, das mit mehr als 8000 Exponaten einen der größten Kollektionen in Europa beherbergt.

Leonid Andronov/stock.adobe.com (Leonid ANDRONOV)

Sie wird von Gästen gerne übersehen - und das wäre ewig schade: Die Ashton Lane ist die Hipsterstraße in Glasgow, gepflastert mit holprigen Steinen und gespickt mit coolen Lokalen und Geschäften

VISIT SCOTLAND

Der Royal Exchange inmitten des Zentrums ist nicht nur wegen der Gallery of Modern Art und seiner Sammlung sehenswert: Die Statue des Duke of Wellington davor bekommt von den Einheimischen jeden Tag ein Verkehrshütchen aufgesetzt. Zum Ärger des Empire und der Stadtverwaltung: Das Pylonenentfernen kostet jährlich rund 10.000 Pfund. 

lisa_h/stock.adobe.com

Das Riverside Museum direkt am Fluss Clyde ist ein wahrer Blickfang aus dem Architekturstudio von Zaha Hadid. Darin sind alle Arten von Objekten untergebracht, die mit dem Thema Verkehr in Verbindung stehen. Fahrzeuge, Fahrräder und Lokomotiven, die aus verschiedenen Epochen stammen, können hier bestaunt werden, genauso wie das Tall Ship, das vor dem Museum vor Anker liegt.

Gordon/stock.adobe.com

Das "Haus eines Kunstfreundes" ist ein wahrer Jugendstiltraum: Es wurde erst in den 1990ern nach Plänen des berühmten schottischen Architekten Charles Rennie Mackintosh erbaut. Weitere Bauten in Glasgow von seinem Reißbrett sind die Queen’s Cross Church, die Willow Tearooms (Lokaltipp!) oder The Lighthouse.

House for an Art Lover
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Mit rund 50.000 Gräbern hat der Friedhof immerhin so viele „Einwohner“ wie Dornbirn. Und die residieren äußerst stilvoll: Berühmte schottische Architekten Charles Rennie Mackintosh, J. T. Rochead oder Alexander Thomson erbauten ihnen Denkmäler für die Ewigkeit.

Aber wie war das noch einmal mit der Seufzerbrücke? Sie sollte die Totenstadt mit der Kathedrale von Glasgow über den kleinen Fluss Molindar Burn verbinden, darüber führten die Prozessionen auf den viktorianischen Friedhof. Heute fließt unter der Brücke kein Wasser mehr, sondern der Verkehr auf der Wishart Street.

Nur einer war schon wesentlich früher da: Bereits 1825 wurde auf dem Hügel ein knapp 18 Meter hohes Denkmal für den Reformator John Knox erbaut. Er genießt zusammen mit den 50.000 anderen den wunderbaren Blick über die Stadt.

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