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Reise-NewsCampen in Europa: Was ist wo erlaubt?

Campen verbindet man mit Freiheit – doch dieser werden bei der Suche nach einem Platz zum Übernachten Grenzen gesetzt. Welche Regeln, wo in Europa gelten. Ein Überblick.

Junges Paar schaut beim Zelten in den Bergen dem Sonnenuntergang entgegen
© Markus Mainka - Fotolia
 

"Die Bestimmungen zum Campen außerhalb offizieller Stellplätze – sei es mit Zelt oder mit Reisemobil bzw. Caravan – sind in Europa unterschiedlich geregelt", weiß Daniel Kunc vom Österreichischen Camping Club (ÖCC). "Wildcampen klingt zwar nach Abenteuer – es drohen jedoch hohe Geldstrafen. Wir empfehlen daher ausdrücklich, sich bereits vor der Reise über das freie Stehen zu informieren."

Norden weniger streng als der Süden

Innerhalb Europas gibt es ein Nord-Süd-Gefälle: In den nördlichen Ländern Europas sind die Gesetze bezüglich Wildcamping verhältnismäßig weniger streng als im Süden. So ist es in Norwegen und Schweden mit kleinen Einschränkungen erlaubt, mehrere Nächte in der freien Natur zu verbringen. "In anderen Ländern wiederum ist das freie Stehen zeitlich befristet: So darf man in Deutschland maximal zehn Stunden am Stück abseits offizieller Stellplätze pausieren, in Belgien höchstens 24 Stunden", sagt der ÖCC-Experte. 

In Italien darf man auf Straßen und Parkplätzen nur im Zelt bzw. Wohnmobil übernachten, wenn die örtliche Behörde dies genehmigt hat. In Frankreich ist es Campern verboten, in Nähe der Küste und bei Sehenswürdigkeiten frei zu stehen. Portugal, Kroatien und Griechenland haben die strengsten Regeln: Hier ist das Campen außerhalb von gekennzeichneten Campingplätzen ausnahmslos verboten.

Hier ist das Campen verboten

Einige grundsätzliche Regeln gelten in jedem Land. So ist das Campen in Nationalparks und Naturschutzgebieten sowie auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verboten. Auf privaten Grundstücken darf nur mit Erlaubnis des Eigentümers übernachtet werden. "Wo das freie Stehen erlaubt ist, sollte man sich umsichtig und rücksichtsvoll verhalten – also nur den nötigsten Campingbetrieb durchführen, möglichst leise sein und keinen Mist zurücklassen", so ÖCC-Experte Kunc. Offenes Feuer ist besonders in Wald- und Buschgebieten zu vermeiden. "Wir empfehlen generell die Nutzung von Camping- und offiziellen Stellplätzen. Damit kann man sich unnötigen Ärger ersparen", sagt der Campingexperte. Abschließend warnt er: "Wildcampen ist auch nicht ungefährlich: Gerade bei Raststationen und auf Parkplätzen besteht ein erhöhtes Risiko, Opfer eines Überfalls zu werden."

Die Regelungen in Europa

Dänemark:
Offiziell nicht erlaubt. (Quick-Stop-Plätze um Wildcampen Einhalt zu gebieten.)

Norwegen:
Erlaubt, jedoch nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und 150m Mindestabstand zu Häusern muss eingehalten werden.

Deutschland:
Für eine Nacht zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt. Regionale oder örtliche Vorschriften beachten.

Großbritannien:
Nur mit behördlicher Genehmigung. Auf Privatgrund mit Eigentümerzustimmung erlaubt.

Irland:
Übernachten außerhalb von Campingplätzen ist entlang von Straßen und Brücken verboten.

Niederlande:
Nur auf ausgewiesenen Flächen innerhalb weniger Gemeinden erlaubt.

Belgien:
Maximal 24 Stunden, wenn kein Straßenverkehr behindert wird; regionale Einschränkungen beachten.

Luxemburg:
Ausnahmslos verboten!

Frankreich:
Nur mit Genehmigung der örtlichen Behörden, teils regionale Verbote.

Portugal:
Ausnahmslos verboten!

Spanien:
Erlaubt, sofern nicht durch regionale Bestimmungen untersagt. Auf Privatgrund ist das Übernachten mit örtlicher Genehmigung für maximal drei Nächte gestattet, allerdings nicht am Strand und in Wohngebieten.

Schweden:
Erlaubt, jedoch nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und nicht in der Nähe von Häusern. Regionale Einschränkungen.

Tschechische Republik:
Campen außerhalb von Campingplätzen generell nicht erlaubt.

Polen:
Mit Genehmigung der örtlichen Behörden oder des Besitzers von Privatgrund erlaubt, ausgenommen entlang der Küste.

Finnland:
Auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen eingeschränkt gestattet.

Estland, Lettland & Litauen:
Außerhalb geschlossener Ortschaften nur auf den ausgewiesenen Camping oder Stellplätze erlaubt.

Slowakei:
Campen außerhalb von Campingplätzen generell nicht erlaubt.

Österreich:
Aufenthalt auf Straßen und Parkplätzen zur Wiederherstellung der
Fahrtüchtigkeit gestattet. Regionale Verbote beachten (z.B.: Wien, Tirol).

Ungarn:
Campen außerhalb von Campingplätzen generell nicht erlaubt.

Griechenland:
Ausnahmslos verboten!

Kroatien:
Ausnahmslos verboten!

Italien:
Mit Genehmigung der örtlichen Behörden erlaubt,
in Norditalien gibt es regionale Verbote.
Auf Sardinien komplett verboten.

 

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