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Wege zur Passion VIVia Dolorosa: Der letzte Weg Jesu

Wer durch die Via Dolorosa geht, wandelt nicht auf den Spuren Jesu, sondern auf europäischen Traditionen. Eine heilige Straße ist sie für die Christenheit dennoch.

Orthodoxe Christinnen gehen am Karfreitag auf der Via Dolorosa in Jerusalem betend den Kreuzweg © Getty Images
 

Bei vielen Pilgern gibt es unumstößliche Sicherheiten, die zu zerstören auch einem Reiseleiter manchmal schwerfällt. Eine davon lautet: Die Via Dolorosa, der Kreuzweg, der mitten durch die Altstadt von Jerusalem führt, sei historisch gesichert. Denn trotz aller archäologischen und historischen Forschungen ist bis heute nicht klar, wo Pontius Pilatus den Prozess gegen Jesus abhielt. Sein Amtssitz war in Caesarea Maritima, jener Stadt, die Herodes der Große (73–4 v. Chr.) als „Fenster gegen den Westen“ mit allen Annehmlichkeiten hatte errichten lassen. Wenn es aber in Jerusalem politisch unruhig zu werden drohte, dann zog der Statthalter Roms mit seinen Hilfstruppen dorthin. Und das war zu Pessach der Fall, jenem Fest, bei dem Israel der Befreiung aus der ägyptischen Gefangenschaft gedachte. Ein Freiheitsfest also, das die Juden auch 1300 Jahre nach dem es begründenden historischen Ereignis erneut zu einem Aufstand hätten nutzen können.

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