Eine Gefahr für die Gesundheit?Problemstoffe im heimischen Salz: Vorsicht bei Rieselhilfen!

Damit Salz rieselfähig bleibt, werden ihm "Rieselhilfen" zugesetzt. Besonders bedenklich dabei ist Natriumferrocyanid (E535) - und es ist vor allem in österreichischen Salzen zu finden. Das zeigt ein aktueller Test der Arbeiterkammer. Welche Alternativen es gibt.

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© (c) Melica - stock.adobe.com (Meliha Gojak)
 

Insgesamt hat der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich neun Salze, die laut Hersteller die Rieselhilfe Natriumferrocyanid enthalten, im Labor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untersuchen lassen. Auffällig dabei ist, dass von allen Salzen, die im österreichischen Handel erhältlich sind, vor allem Salzen aus Österreich der umstrittene Stoff hinzugefügt wird: Sieben der Salze, die laut Packung Natriumferrocyanid (E535) enthalten, wurden in Österreich produziert, eines in Deutschland und eines in Italien. Die höchste Konzentration lag mit 11,9 mg/kg im Bad Ischler Tafelsalz und im S-Budget Kristallsalz mit 10,8 mg/kg. Wie sich in der Laboranalyse zeigte, enthalten sowohl das Spar Vital Natrium-reduziertes Salz und das DeSpar sale marino iodato kein E535, obwohl dieses auf der Packung angegeben ist. In beiden Produkten werden andere Rieselhilfen eingesetzt.

Es gibt mehrere Stoffe, die als Rieselhilfe verwendet werden dürfen. Während etwa die unumstrittenen Lebensmittelzusatzstoffe Calciumcarbonat oder Magnesiumcarbonat auch in anderen Funktionen in größeren Mengen erlaubt sind, darf Natriumferrocyanid (E535) ausschließlich als Trennmittel in Salz verwendet werden. Der Stoff kann – in größeren Mengen aufgenommen – die Nieren schädigen, wie in Tierversuchen festgestellt wurde. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb 2018 den Zusatzstoff E535 einer erneuten Risikobewertung unterzogen. Dabei ist sie zum Schluss gekommen, dass die Mengen, die Menschen über Speisesalz aufnehmen, kein Risiko für die Gesundheit darstellt.

Es geht auch ohne Rieselhilfe

Aus Sicht des AK-Konsumentenschutzes sollten Salz-Hersteller die fragliche Rieselhilfe aber generell besser weglassen. Die Fülle an gänzlich unbedenklichen Alternativen mache dies leicht möglich. Für Konsumenten und Konsumentinnen, die auf die fragliche Rieselhilfe im Salz verzichten möchten, gibt es im Handel zahlreiche Produkte auch ohne Rieselhilfe. Allerdings stammt das Salz in diesen Produkten selten aus Österreich. Wer garantiert kein Natriumferrocyanid im Salz haben möchte, greift laut AK am besten zu Bioprodukten, denn hier sind keine Lebensmittelzusatzstoffe – also auch keine Rieselhilfe E535 - erlaubt. Kleiner Nachsatz: "Aus gesundheitlichen Gründen sollte jodiertes Salz verwendet werden, denn nach wie vor besteht das Risiko einer zu geringen Jodaufnahme durch unsere Lebensmittel, vor allem bei Kindern und Jugendlichen."

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kukuro05
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2
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Wurde ich gefragt...

....ob ich E535 im Salz will?
Wurde ich gefragt ob ich E535 im Salz brauche?

Warum gibt man das bedenkliche E535 ungefragt in mein Salz hinein?

Wo kann ich wen wegen Gefährdung meiner Gesundheit anzeigen?

umo10
7
24
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Unglaublich

Was alles durch unsere Lebensmittelbehörde durchschlupft 😮 Und was unsere Uniprofessoren als Doktorarbeiten zulassen 😮 Sie sollten nicht nur die neue Idee promovieren, sondern auch die Gesundheitsaspekte einfordern