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Unterhaltspflicht in der CoronakriseEinkommenseinbußen & Jobverlust: Kann ich die Alimente reduzieren?

Die Coronakrise bedeutet für viele Menschen Einkommenseinbußen oder gar den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Unterhaltspflichtige fragen sich in dieser Situation häufig: Muss ich weiterhin in vollem Umfang zahlen? Was Familienrechtsexperten dazu sagen.

 

„Im Unterschied zur Situation nach dem ersten Lockdown merkt man, dass sich die Lage zugespitzt hat“, schildert die Scheidungsexpertin Susanna Perl-Lippitsch, Partnerin der Kanzlei Gärner Perl Rechtsanwälte, die aktuelle Situation. „Aufgrund der Gehaltseinbußen und der prekären Lage sehen sich viele Unterhaltspflichtige – meist sind es die Väter – nicht mehr in der Lage, den vollen Unterhalt für ihre Kinder zu zahlen. Vielen ist bewusst, dass es sich nicht um ein temporäres Tief in ihrer persönlichen Einkommenssituation handelt, sondern um eine Dauerkrise.“  Perl-Lippitsch kennt aus der Beratungspraxis derzeit mehrere Fälle, bei denen einerseits Mütter darum bangen, weiterhin die festgesetzten Unterhaltsbeiträge tatsächlich zu erhalten, andererseits Väter, die sich aufgrund drastischer Einkommenseinbußen die festgesetzten Beiträge schlicht nicht mehr leisten können." Wer sich die  Unterhaltshöhe nicht mehr leisten kann, muss sie allerdings gerichtlich neu festsetzen lassen. „Die Gerichte werden sich in Zukunft verstärkt mit Unterhaltsherabsetzungen auseinandersetzen müssen“, betont auch die Wiener Rechtsanwältin und Spezialistin für Familienrecht, Katharina Braun.